Probleme mit Kindergarten wg. Einschulung - sehr lang

Dieses Thema im Forum "Rund um die Erziehung" wurde erstellt von Rina, 8. März 2007.

  1. Rina

    Rina Miss Brasilia

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    Hallo Ihr Lieben,

    ich habe ein großes Problem mit dem Kindergarten und muß es mir mal von der Seele schreiben.

    Ta soll dieses Jahr eingeschult werden. Er ist ein kann-Kind. Mein Mann und ich sind uns sicher, daß es der richtige Schritt ist, da Ta lernen möchte. Er addiert bis in den 20er-Bereich, er subtrahiert im 10er-Bereich, er fängt an zu buchstabieren, ist fingerfertig (malen, schneiden, basteln) und verlangt nach Wissen.

    Er ist allerdings sehr zurückhaltend - speziell bei anderen Kindern. Er guckt zu, spielt neben ihnen her und auch mit ihnen. Doch er geht nicht auf die Kinder zu und verabredet sich z.B. nicht von allein. Wenn ein Kind herkommt, spielen sie gut zusammen. Er geht auch zu anderen Kindern und spielt dort ohne Probleme und ist dort auch offen und nett.

    Diesen Schuh ziehe ich mir komplett an. Durch meine Selbständigkeit blieb mir wenig Zeit für Kontakte mit anderen Müttern und ich war nur das 1. Jahr regelmäßig mit ihm in der Krabbelgruppe. Danach nur unregelmäßig. Als ich mit Jo schwanger war, mußte ich durch einen Blasensprung in der 14. SSW längere Zeit liegen und mich danach schonen. Nach ihrer Geburt (sie wurde mit einer Knieluxation/Knieverrenkung geboren) folgten diverse Arztbesuche, Krankenhausaufenthalte, tägliche Krankengymnastik usw. und meine Priorität lag darauf, daß sie sich normal entwickeln kann und auf jeden Fall keine Einschränkungen bezüglich des Gehens bekommt.

    In der direkten Nachbarschaft gibt es keine kleineren Kinder.

    Wir arbeiten aber daran, daß er sich verabredet und mit anderen Kindern spielt.

    Das war die Vorgeschichte. Könnt Ihr noch?

    Im Januar hatte ich ein Gespräch im Kindergarten, daß mich aus den Socken gehauen hat. Sie sagten, daß sie nicht empfehlen würden, daß er eingeschult wird, da er nicht schulreif wäre. Er ist zu langsam und die anderen Kinder sind wesentlich weiter. Er lacht dort nicht und geht nicht auf die anderen Kinder zu. Er ist langweilig.

    Ich fiel aus allen Wolken, weil er hier ganz anders ist. Er begreift sehr schnell, ist geistig wendig und spontan. Was er schon kann, habe ich ja bereits oben geschrieben. Für mich stand und steht immer noch fest, daß er in die Schule kommt. Er ist schulreif.

    Die Kindergärtnerin wollte sich mit der Schulärztin bezüglich der Schuluntersuchung in Verbindung setzen und speziell wegen der Schulreife mit ihr sprechen. Das hat sie wohl auch getan, denn unsere Schuluntersuchung hat ergeben, daß Ta vom Wissen her absolut super ist. Sie ist aber auch der Meinung, daß er zu schüchtern ist und ein Träumer. Kann Sie das nach 20 Minuten beurteilen? Sind wir nicht alle zurückhaltend, wenn wir in ein großes, fremdes Gebäude (Gesundheitsamt) kommen und in eine Art Prüfungssituation geschupst werden? Nachdem sie Träumer gesagt hatte war für mich klar, daß sie das überhaupt nicht beurteilen kann, weil er absolut kein Träumer ist. Er hat nur kurz aus dem Fenster gesehen, weil sie sich gerade mit mir unterhalten hat.

    Da die Ärztin mit der Kindergärtnerin befreundet ist, habe ich mir schon gedacht, woher der Wind weht.

    Ich habe danach einen Termin bei unserer Kinderärztin gemacht, die Ta von Geburt an kennt und ihr alles geschildert. Ihrer Meinung sollte Tamino auf jeden Fall in die Schule. Sie denkt, daß er dort wesentlich besser zurecht kommen wird, da alles geordneter ist. Im Kindergarten laufen alle durcheinander, es wird getobt, geschrien und ist laut und Ta ist dadurch abgelenkt, wenn er z.B. malt oder die Vorschularbeit macht.

    Die Alternative wäre für uns, ihn in die Vorschule zu schicken. Das geht aber nicht, da er ein kann-Kind ist. Wir müßten ihn erst einschulen und dann nach 6 Wochen zurücknehmen. Das ist Murx. Und im Kindergarten ist er total unterfordert. Er kann nicht noch ein weiteres Jahr dort sein. Er verlangt nach Input und freut sich auf die Schule.

    Heute war die Schuldirektorin im Kindergarten und hat sich die Kinder angesehen, die in die Schule sollen. Ta hatte erzählt, daß sie ihn nur nach dem Namen gefragt hat und alle anderen Kinder viel mehr - nach Lieblingseissorten und warum sie sich auf die Schule freuen usw. Warum ihn nicht? Ich denke, da hat die Kindergärtnerin wieder ihre Finger im Spiel.

    Für mich ist es einfach komisch, denn so, wie sie über Ta reden, ist er nicht. Gestern war er z.B. beim Schwimmkurs. Dort hat er sofort mit allen Kindern geredet, getobt, gelacht und gespielt. Warum macht er das im Kindergarten nicht?

    Ta bestellt im Restaurant allein laut und deutlich sein Essen und Trinken. Er geht im Supermarkt zum Bäcker und kauft sich z.B. ein Brötchen. Bei einer großen Familienfeier neulich (meine Onkel und Tanten sehen wir nur selten) hat er mit allen Erwachsenen gesprochen und war fröhlich und aufgeschlossen.

    Die Logopädin (ehemalige Studienrätin) sagt, daß er zwar zurückhaltend ist, aber sich jede Lehrerin solch einen Schüler wünscht, da er sehr diszipliniert ist und gehorcht.

    Unsere Nachbarin ist seit 30 Jahren Grundschullehrerin und ist der Meinung, daß er eingeschult werden muß und daß er auch ein Jahr später ein zurückhaltender Mensch bleibt. Mein Mann und ich sind auch zurückhaltend und ruhig. Wir haben nur einen kleinen, aber dafür sehr guten Freundeskreis. Und so wird es bei Ta auch sein.

    Warum sind Kinder schulreif, die laut sind, nicht hören können, andere Kinder treten und ständig die Zeit vor der Tür verbringen müssen, weil sie im Kindergarten (Musikschule) stören? Mir ist es wichtig, daß Ta keine Kinder schlägt und Respekt zeigt (natürlich darf er sich nichts gefallen lassen, soll aber andere Meinungen/Eigenschaften respektieren, jeden aussreden lassen usw.) und ich liebe ihn dafür, daß er so ist, wie er ist. :herz:

    Mir tut es total weh, wenn die im Kindergarten so über Ta sprechen. Ich möchte so gern, daß er gemocht und anerkannt wird. Den Jungen, den die mir dort beschrieben haben, ist nicht mein Sohn.:ochne:

    Danke an alle, die bis zum Schluß durchgehalten haben.

    Ich würde mich sehr freuen, Eure Meinungen dazu zu hören.

    Liebe Grüße
     
    #1 Rina, 8. März 2007
    Zuletzt bearbeitet: 5. Mai 2010
  2. Petra

    Petra desperate housewife

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    AW: Probleme mit Kindergarten wg. Einschulung - sehr lang

    Corinna, wenn du ein bisschen Zeit hast, guck dir mal unsere (spezielle Christines und meine) Postings aus den letzten Wochen an. Wir stehen/standen vor einem ähnlichen Problem.

    Mein Fazit, und das passt auf dich genauso:

    Hör auf dein Gefühl

    Gib deinem Kind das, was es jetzt braucht, also Input

    Melde ihn an. Abmelden kannst du ihn immer noch.


    Basta, Ende, Aus.
    Bei uns ist es z.B. so, dass ich den gaaanz starken Eindruck haben, dass die Erzieherinnen sich die "bequemen" Kinder gerne so lange wie möglich behalten, anstatt wieder neue, womöglich einnässende 3jährige dafür zu bekommen.
    Was du schreibst mit Brötchen selber kaufen etc...., da kenn ich aber etliche Schulkinder, die sich sowas NICHT trauen :bravo: , ist doch super!!!!

    :winke:
     
  3. Petra

    Petra desperate housewife

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    AW: Probleme mit Kindergarten wg. Einschulung - sehr lang

    Kann ich verstehen :(
    Aber vielleicht fühlt ER sich auch einfach nicht wohl dort? Und vielleicht ist dann wirklich ein Wechsel das Beste für ihn :jaja:
     
  4. Silly

    Silly Moni, das Bodenseeungeheuer

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    AW: Probleme mit Kindergarten wg. Einschulung - sehr lang

    nur kurz zu "das ist nicht mein Junge"

    ich habe zwei so Kinder, die nicht meine Kinder sind, dennoch sind es meine Kinder - auch wenn sie in der Schule komplett anders sind als hier.

    Ansonsten frag ich jetzt nur mal (und hoffe, dass ich es nicht überlesen habe) - was sagt die Einschulungsuntersuchung?

    LG Silly
     
  5. Rina

    Rina Miss Brasilia

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    AW: Probleme mit Kindergarten wg. Einschulung - sehr lang

    Hi,

    danke Petra. Ich habe gerade Christines Posting dazu gelesen... Ich bin mir sicher, daß ich richtig handle, wenn ich sage, daß er vom Kopf her so weit ist und gern möchte.

    Große Angst habe ich davor, daß er durch seine zurückhaltende Art von anderen unterdrückt wird. Das ist eigentlich meine einzige Sorge.

    Der große Alleinunterhalter ist er eben nicht und wird er auch nie sein.


    @ Silly, ich hatte es geschrieben, kopiere die Stelle nochmal (bei meinem Wortschall kann ich gut verstehen, daß man etwas überliest :hahaha: ):

    "Die Kindergärtnerin wollte sich mit der Schulärztin bezüglich der Schuluntersuchung in Verbindung setzen und speziell wegen der Schulreife mit ihr sprechen. Das hat sie wohl auch getan, denn unsere Schuluntersuchung hat ergeben, daß Tamino vom Wissen her absolut super ist. Sie ist aber auch der Meinung, daß er zu schüchtern ist und ein Träumer. Kann Sie das nach 20 Minuten beurteilen? Sind wir nicht alle zurückhaltend, wenn wir in ein großes, fremdes Gebäude (Gesundheitsamt) kommen und in eine Art Prüfungssituation geschupst werden? Nachdem sie Träumer gesagt hatte war für mich klar, daß sie das überhaupt nicht beurteilen kann, weil er absolut kein Träumer ist. Er hat nur kurz aus dem Fenster gesehen, weil sie sich gerade mit mir unterhalten hat.

    Da die Ärztin mit der Kindergärtnerin befreundet ist, habe ich mir schon gedacht, woher der Wind weht."

    Danke und liebe Grüße
     
  6. Buchstabensalat

    Buchstabensalat Pinselohräffchen

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    AW: Probleme mit Kindergarten wg. Einschulung - sehr lang

    Wir haben auch eigentlich sechs Kinder - drei davon bleiben immer im Kindergarten, und uns geben sie nur die ungezogenen mit...:nein:

    Im Ernst, melde ihn an, wenn dein Gefühl dir das sagt. Es wird IIRC noch eine Schuluntersuchung geben, da kann die Aussage auch schon wieder anders aussehen, und die Entscheidung scheinen eh die Schuldirektoren zu treffen, solange die Schulärztin nicht komplett und rigoros "nein" sagt.

    Salat
     
  7. Rina

    Rina Miss Brasilia

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    Wie sieht eine Schuluntersuchung aus? Wer macht das? Wieder die schreckliche Schulärztin oder die Lehrer/Direktorin?
     
  8. Buchstabensalat

    Buchstabensalat Pinselohräffchen

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    Die schulärztliche Untersuchung macht natürlich die Schulärztin. Das sind so Sachen wie Motorik testen, Kognition, Feinmotorik, Sprachfähigkeit (sinnlos-Wörter wiederholen oder reimen), Gewicht und Größe und Ausdauer...
    Zumindest unsere Schulärztin wollte uns nichts sagen. Weder ja noch nein, sie überließ es uns. Wir haben einfach "weitergemacht", uns in der zuständigen Bezirksschule vorgestellt, Problem geschildert (kognitiv schulfähig, emotional fraglich). Die Rektorin hat quasi auch eine sch.ärzt. Untersuchung gemacht, vllt. noch mit etwas mehr Tests im kognitiven Bereich. Auch sie wollte zwar nicht ablehnen, aber auch nicht zuraten. Da unsere Große aber eh auf eine andere Schule gehen sollte, man aber zuerst die Bezirksschule abklappern muß, ob die überhaupt dafür sind, bevor man den Antrag auf Umschulung stellen kann, ging es dann nochmal zur eigentlich avisierten Schule. Da das gleiche nochmal - nur diesmal vom Rektor der Wahlschule. Und der endlich hat das total befürwortet - was uns dazu brachte, die Große anzumelden, so daß sie dieses Jahr mit 5 1/2, 5 3/4 eingeschult wird (Dezemberkind).
    Nach diesem Marathon im Oktober gab es noch eine Untersuchung diesen Januar, da war die gleiche Schulärztin dabei und diesmal viel überzeugter vom "emotionalen" Bereich.

    Salat
     

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