Meinung über einen 5 jährigen

Dieses Thema im Forum "Rund um die Erziehung" wurde erstellt von Rebecca, 2. Februar 2003.

  1. Rebecca

    Rebecca Pfiffikus

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    Hallo ihr Lieben!
    Ich schreibe Euch hete, weil ich mich dermaßen über meinen 5-jährigen Neffen aufrege, d.h. eigentlich müsste ich mich über meine Schwägerin aufregen.
    Und zwar ist es so, dass der Junge im Juli 6 wird, so könnte er demnach im August oder September in die Schule gehen. Aber Fehlanzeige...in seinem Kindergarten (wo er auch nur sporadisch hin geht, eigentlich zu gut wie gar nicht) gibt es eine Gruppe für Kinder, die schon fast ins Schulalter kommen und die dort "getestet" werden. Sie bekomme so einige Aufgaben und dann wird geguckt wie sich verhalten und was sie so drauf haben. Da mein Neffe nie in die Gruppe aufgenommen wurde, hat meine Schwägerin mal gebeten, ihn einmal mit machen zu lassen.
    Das Resultat: es hätte keine Sinn, er ist noch zu verspielt und albern.

    Ich sage da nur: kein Wunder.
    Meine Schwägerin setzt ihn entweder vor den Fernseher oder lässt ihn Gameboy spielen. Bei mir soll er dann immer Playstation spielen und wenn ich nein sage oder sage, dass er meiner Meinung nach für sein Alter zu viel damit spielt, heißt es immer: kümmer dich um dein Kind.
    Auch wenn meine Schwägerin ihr 4. Kind bekommt, hat sie meiner Meinung nach keine Ahnung von Kindererziehung. Ok, ich kann auch nicht behaupten, dass ich welche habe (meine Tochter ist erst 4 Monate alt), aber ich weiß, was mein Kind darf und was nicht bzw. dass ich es nciht vor den Fernseher setze, damit es beschäftigt ist.
    Der Junge hat noch nie zur Beschäftigung mal Blätter und Stifte bekommen, noch nie wurde ihm gezeigt wie man seinen Namen schreibt. Wenn ich ihm dann mal etwas zum Malen gebe, macht er nur krikkelkrakkel Striche, zumindest nicht erkennbares.

    Ich habe mal ein Praktikum in einem Kindergarten gemacht und die Kinder von 4-6 konnten alle ihren Namen schreiben.
    Ich kann mich noch daran erinnern, was meine Mutter alles mit mir gemacht hat, als ich klein war. Sie hat mir Malbücher und Stifte gekauft, natürlich auch Spielzeug, aber etwas womit ich meiner Fantasie freien Lauf lassen konnte. Oder Knete zum Beispiel...
    Natürlich ist die Spielzeugwelt von irgendwelchen elektrischen Geräten überfüllt, aber das heißt doch nicht, dass man Kindern in dem Alter das auch kaufen muss.
    Oder sehe ich das falsch.Mich würde Eure Meinung dazu mal interessieren. Bin ich vielleicht doch zu engstirnig und denke: was für mich gut war, kann auch meinem Kind nicht schaden?
    Ich finde nunmal, dass man die Kreativität der Kindr fördern sollte, sonst werden sie Probleme in der Schule haben. Und das erreicht man bestimmt nciht mit Videospielen.
     
  2. lulu

    lulu Königin der Nacht
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    :tröst: oh jemine.

    Ich kann Dir nur kurz zu meinem Sohn, der nächsten Monat 5 wird, etwas schreiben. Das wird wahrscheinlich Deinen Eindruck verstärken...

    Klaas darf kein zuhause kein Fernsehen kucken, nur 1x pro Woche einen Kindervideo, den wir aus der Bücherei ausleihen. So langsam könnten wir lockern, finde ich, vielleicht 2, 3 mal pro Woche eine Kindersendung, aber irgendwie besteht da kein Bedarf... Wir kümmern uns nicht übertrieben viel um seine Beschäftigung, auch im Sinne der Erziehung zur "Self-Resourcfullness" (keine Ahnung, wie übersetzten :???:, halt mit sich selber etwas anfangen können). Aber er wird in unseren Alltag, so gut wie es geht, eingebunden (kochen, Tisch decken, mal kurz auf den kl. Bruder schauen, während ich dusche...). Er hat selbverständlich Buntstifte, Filzstifte, und Wasserfarben immer zu seiner freien Verfügung. Auch Uhu, Tesa, Schere... Seine Bilder sind gut erkenntlich, keine Krikkelkrakkel. Das ist die Phase, wo die Kinder versuchen reell abzubilden. D.h. Klaas schnappt sich ein Bild von einem Flugzeug und versucht das abzumalen. Und das klappt auch schon supergut! Jeden Tag gibt es 2 Lesezeiten (mittags und abens) wo eine Geschichte oder ein Bilderbuch gelesen werden (entweder im KiGa oder bei uns). Sein Spielzeug enthält u.a. Lego und andere Konstruktionsspielzeuge, Puzzel...

    Klaas hat keinen Gameboy oder so etwas. Er hat gerade zu X-mas sein erstes Computerspiel bekommen, daß er an unserm Rechner mit unserer Aufsicht spielen darf, vielleicht 1x pro Woche. Er geht äußerst regelmäßig, wenn auch öfters unpünktlich :wink:, in den KiGa und er liebt es. Es ist sein Ort, mit seinen Freunden zu sein (das ist hier kulturell etwas anders als in D). Alle 4-5 jährigen Kinder im KiGa können ihren Namen schreiben, einfach, weil sie es toll finden, so etwas zu lernen. Ich glaube aber nicht, daß es ein Erzieher von sich aus gezeigt hat, die Kleinen fragen, weil sie es bei den Großen abschauen. Dabei werden sie unterstützt. Klaas kann auch meinen und Levins Namen in einem Text erkennen.

    Wenn Klaas zu anderen Kindern geht, muß er sich an die Hausregeln der Familie anpassen. In ein Haus, wo mir diese überhaupt nicht passen, würde ich ihn nicht lassen, aber das ist noch nicht vorgekommen. D.h. bei unseren Nachbarn kuckt er auch mal fern oder spielt mit einem Schwert, das bei uns Hausverbot hat. M.M. nach heißt das, daß Dein Neffe bei Dir keinen Gameboy spielt. Klaas Freundin aus einem Viel-Fernsehkucker Haushalt darf bei uns auch nicht schauen, und wenn sie mich 10 mal an einem Nachmittag fragt...

    Ich finde übrigens, daß Klaas ein ganz normal entwickeltes Kind ist. Eigentlich sind alle seine Freunde ähnlich drauf. Sicher, die einen bevorzugen diese oder jene Aktivität. Manche werden mehr gefördert als er, turnen, musikalisches, schwimmen, skifahren... Die Mädels interessieren sich tatsächlich mehr für Prinzessinenkram, die Jungs für Helden, Ritter... Der eine malt toller, der andere puzzelt ausdauernder. Aber so in etwa verhalten sich die 5-jährigen, die ich kenne.

    Daß Dein Neffe erst mit 7 in die Schule kommen soll finde ich nicht schlimm als Kann-Kind. Dt. Kindergärten plädieren oft für das extra Jahr Kindsein. Das ist wohl erst durch die Pisastudie aufgerüttelt worden. Wenn er zuhause aber so gar nicht dazu angeregt wird, etwas kreatives oder produktives zu tun, dann würde ich schon mal mit Deiner Schwester über den unregelmäßigen Besuch des KiGa sprechen. Das finde ich dann nicht i.O., wenn 2 oder 3 kleinere Geschwister zu versorgen sind, bleibt für ihn nicht viel Zeit. Außerdem sollte er mit 6 noch irgendetwas anderes machen dürfen. Musikalische Früherziehung, Schwimmstunden, Kinderturnen, Bastelgruppe... - je nach Vorliebe und Interesse!

    LG, Lulu
     
  3. Rebecca

    Rebecca Pfiffikus

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    Ich finde auch, dass man drauf achten sollte, was das Kind guckt. Es gibt so schöne Kinderfilme oder Sendungen wie "Sendung mit der Maus" oder "Es war einmal...das Leben" wo die Kinder auch noch etwas lernen können. Mein Bruder und ich haben das immer geguckt (er ist 6 Jahre jünger als ich).

    Ich finde, man sollte dem Jungen auch mal die Möglichkeit geben etwas eigenes zu machen. Wie gesagt, er hat keine Stifte, keine Malbücher, nichts. Er ist wirklich ein sehr ruhiger und lieber Junge im Gegensatz zu seiner kleinen Schwester (3 Jahre) Sie ist eine Hexe, gibt Widerworte und macht kaputt was es nur gibt. Auch da finde ich, hat meine Schwägerin in der Erziehung versagt. Sie lässt ihr viel durchgehen. Wenn sie mal einen Kugelschreiber in die Finger bekommt malt sie gleich alles an, was sie findet: Tapeten, ihre Puppen, Schuhe...

    So einfach ist das leider nicht. Wenn er zu mir kommt, sagt er nicht hallo wenn er rein kommt sondern: Meine Mama hat gesagt, ich darf Playstation spielen.
    Wenn ich dann natürlich nein sage und seine Mutter mich nach dem Grund fragt, erkläre ich ihr meinen Standpunkt. Doch davon will sie ja nichts wissen, nach dem Motto: er macht das was ich ihm sage.

    Über so etwas habe ich ihn noch nie reden hören. Wenn er mal mit seinem Cousin spielt, dann meistens mit kämpfen à la DragonBall oder Pokemon. Man hört dann immer nur: "Hehe, du bist jetzt tot, ich habe dich kaputt gemacht" oder "Du musst fliegen und ich mach dich in der Luft mit meinem Feuerschwall kaputt".

    Damit möchte sie jetzt anfangen, aber aus dem Grund, weil er durch seine Schilddrüsenunterfunktion sehr dick ist und sein KiArzt geraten hat, Sport zu treiben. Sie will jetzt mit ihm einmal in der Woche zum Mutter-Kind Turnen gehen.
    Was ich noch nciht gut finde ist, dass sie ihn alles essen lässt. Wenn es Kuchen gibt, dann nimmt er sich aus Gier gleich das größte Stück. Da wird dann nur mal ein vorwurfsvoller Blick zu geworfen und dann war's das. Natürlich schafft er das große Stück nicht und meist hängt er danach dann über der Kloschüssel, weil die Augen mal wieder größer als der Magen waren.
    Vom Wesen her ist er aber eine (tut mir leid, wenn ich das sagen muss) Memme. Wegen jedem strengem Wort fängt er an zu weinen und da kann man nciht sagen Muttersöhnchen, sondern eher Omasöhnchen, aber das ist ein anderes Thema.
     
  4. lulu

    lulu Königin der Nacht
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    Diese Spiele kennen wir auch :jaja:. Sie werden von uns und im KiGa ganz autoritär unterbunden. Sowohl die Erzieher als auch wir als Eltern haben mit dem Kind/den Kindern darüber gesprochen, warum wir das nicht möchten und tolerieren werden und können. Und es scheint auch Früchte zu tragen.
    Andere sehen uns da als zu streng. Aber solange wir uns mit dem KiGa einig sind, funktioniert und stimmt es für uns :jaja:.

    Das klingt ja schon nach richtigen Eßproblemen 8O. Es ist natürlich schwer dem Kind Kuchen zu verbieten, wenn die Erwachsenen ihn essen. Das größte Stück muß nicht sein. Da können die Erwachsenen auch servieren, es muß keine Selbstbedienung am Tisch herrschen, wenn sie nicht funktioniert. Wenn er über ein kleineres Stück heult, gibt es halt keinen Kuchen. Wenn man das ein oder zwei mal freundlich konsequent durchzieht, sollte es eigentlich verstanden sein. Natürlich muß man vorher darüber reden, daß das mit dem großen Stück und kot... nicht i.O. und gesund ist und daß die Tischregeln geändert werden: Keine Selbstbedienung mehr. Wenn er nach einem kleinen Stück noch essen mag, dann kann er ja mehr bekommen, aber wahrscheinlich merkt er, daß er schon total satt ist. Und ansonsten reicht es auch, 1x die Woche Kuchen zu servieren, wenn man ein übergewichtiges Kind in der Familie hat :jaja:. Schaden tut das niemandem.

    Ansonten klingt es schon etwas vertrakt... Kannst Du nicht mal mit ihm was basteln, damit er merkt, wieviel Spaß das macht?

    Lulu
     
  5. Rebecca

    Rebecca Pfiffikus

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    Das habe ich schon. Habe ihm auch schon Bläter und jede Menge Stifte hingelegt, doch nach 2 spärlich bemalten Blättern, wird ihm langweilig und er quengelt rum. Was er will ist natürlich Gameboy oder ähnliches spielen. Wenn ich ihm dann vorschlage wenigstens einen Film anzugucken, willigt er kurz ein sagt dann aber doch nein.
    Vielleicht rege ich mich auch zu sehr auf, immerhin ist es die Sache meiner Schwägerin. Ich sehe aber zumindest an dem Kleinen, wie ich es bei meiner Tochter auf keine Fall machen werde.

    Wegen seines Übergewichts trägt das Essen nicht die alleinige Schuld. Wie ich schon schrieb, leidet er an einer Unterfunktion der Schildrüse. Bei einer Überfunktion wäre es andersrum, dann wäre total dünn und könnte essen ohne zu zunehmen.
    Er müsste eigentlich auch Medikamente nehmen und eben Sport und weniger bzw. gesünder essen, doch auf all das wird nicht geachtet.
     
  6. jackie

    jackie buchstabenwirbelwind
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    :-? ich würd deinen neffen schon auf trab bringen.

    wichtig ist, dass er sich bewegt und zwar an der freien luft. und zweitens wichtig ist, dass jemand (du?) MIT ihm spielt und malt und bastelt. natürlich wird's ihm mit der zeit langweilig, dann muß man halt ein bisschen action reinbringen

    das mit dem krieg spielen und totschießen ist bei kindern zeimlich normal, ich hab da kein besonderes problem mit, mir allerdings auch noch keine großen gedanken drüber gemacht. gegen kriegsspielzeug bin ich aber 100%, das geht vom zinnsoldaten bis zum holzschwert.

    dragonball und pokemon sind ganz lustige serien und einen gameboy und ne playstation habe ich auch. und nen fernseher sowieso. das alles für sich ist noch nicht bedenklich sondern die gesamtmenge der zeit UND (das sit das wichtigste) das s er offensichtlich allein gelassen wird mit gameboy/playstation und tv. das geht nicht und kann wirklích üble folgen haben.

    er ist ein vernachlässigtes kind.

    der schwägerin dreinreden geht schwer, das kann ich mir vorstellen. allerdings würde ich nichts unversucht lassen, das bringe ich einfach nicht über's herz. wenn du zu ihr keinen zugang findest (und die frau scheint wirklich überfordert zu sein), dann versuch du f den kleinen mann dein möglichstes zu tun

    alles liebe
    jackie
     
  7. Hallo,

    tja, da ist es wirklich schwierig, etwas zu raten! :???:

    Das Problem ist ja nicht das Kind, sondern wahrscheinlich die ganze Familie. Das Kind zu ändern hilft wahrscheinlich herzlich wenig, wenn in der Familie wieder dagegen gearbeitet wird.

    Wenn deine Schwägerin ihn dir bringt, darf sie dir nicht vorschreiben, was er bei dir macht! Sonst darf er nicht zu dir kommen. In deinem Haus sagst du, was gemacht wird.

    Versuche sie oder ihr Mann doch dazu zu bringen, das Kind regelmäßig, zumindest morgens in den Kindergarten zu bringen. Das wäre sehr wichtig. Am Ende muss er eher in die Vorschule als in die Schule gehen, wenn er sieben ist.
    Prinzipiell bin ich eher dafür, ein Kind mit 7 einzuschulen als mit knapp 6 Jahre. Das ist also kein Beinbruch, wenn er erst später in die Schule kommt.

    Den Eltern muss einfach klar sein, dass er es in der Schule sehr schwer haben wird, wenn er nicht, für sein Alter entsprechend, gefördert wird.
    Dieser ganze Pokemon ect Quatsch (sorry Jackie :-D ) ist nicht für Kinderaugen in diesem Alter gedacht- das ist meine Meinung!!!

    Gegen Computerspiele habe ich nichts einzuwenden, wenn es was "Pädagogisch Sinnvolles" ist und man es mit dem Kind zusammen macht. Vielleicht kannst du mit ihm ja mal sowas machen. Dann hat er sein Computer und du bzw. die Eltern den Lernhintergrund dazu.
    Von Tivola gibt es da tolle Sachen!

    Ich wünsche dir, dass du es schaffst mit den Eltern da was zu ändern, damit der Junge nicht sein ganzes Schulleben auf Hilfe angewiesen ist.
    LG Kerstin :D
     
  8. jackie

    jackie buchstabenwirbelwind
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    :winke: kerstin!

    kein problem f mich, ist ja auch pädagogisch nicht wirklich wertvoll. :wink: denke mir aber, wenn es dem kleinen gefällt, würd ich es nicht unbedingt verbieten, sondern eben mitgucken und mitdiskutieren.

    was hältst du eigentlich von barbiepuppen, das wollt ich schon lang mal fragen? :)

    :bussi:
    jackie
     

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