Meine Tochter ist ein Außenseiter :-(

Dieses Thema im Forum "Erfahrungsaustausch" wurde erstellt von Daggi, 17. September 2004.

  1. Daggi

    Daggi Columbinchen

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    Ich wußte jetzt nicht, ob ich es in den Kummerkasten setzen soll, aber ich denke, vielleicht habt ihr einen Rat für mich, darum kommt es hier hin.

    Es geht diesmal um meine große Tochter (fast 12).
    Sie geht jetzt in die 6. Klasse des Gymnasiums. Heute kam sie völlig aufgelöst nach Hause, weil sie davon überzeugt ist, daß die Mädchen in ihrer Klasse sie nicht mögen. Sie sind insgesamt 10 Mädchen und 8 davon können sie angeblich nicht leiden. Das hätte ihr eines der Mädchen gesagt, die einzige, die sie wohl angeblich leiden kann.
    Ich dachte erst, daß sei eines der typischen pubertären Wahrnehmungsverschiebungen (keiner hat mich lieb!), aber meine Tochter erzählte mir dann, daß eben alle 8 Mädchen bei ihrem Sitzplatzwunsch angegeben hätten, sie wollen auf keinen Fall neben meiner Tochter sitzen :-(
    Ich werde mich natürlich mit dem Klassenlehrer zusammensetzen, vor allem, weil sie übernächste Woche auf Klassenfahrt gehen und ich denke, das ist der beste Zeitpunkt um solche Probleme anzupacken, aber ich weiß gar nicht, wie ich meiner Tochter jetzt akut helfen kann. Sie war in Kindergarten und Grundschule eigentlich immer sehr beliebt, wurde auch immer ausdrücklich für ihr gutes Sozialverhalten gelobt, und jetzt wird sie ausgeschlossen....
     
  2. hmmm. Das ist ne schwierige Situation. Ich glaube auch kaum, daß Du Deiner Tochter da wirklich helfen kannst.
    Was können schon die Lehrer tun?? Ich weiß zwar auch nicht, was man da am besten macht, aber ich kann mir nicht vorstellen, daß ein Gespräch mit den Lehrern etwas bringt. Obwohl - vieleicht findet man wenigstens die Gründe für das Verhalten der Mädchen herraus.

    Vieleicht sollte Deine Tochter auch einfach mal offen mit den Mädchen sprechen. Oft ist es einfach ein Missverständnis oder falsche Vorstellungen vom anderen.

    Ich wünsche Deiner Tochter jedenfalls viel Glück und viel Mut um das durchzustehen. Ich kenne das auch und weiß wie verletzend das sein kann.

    Die Hauptsache ist, daß Du Deine Tochter ernst nimmst und Ihr zuhörst.
     
  3. Was könnte denn der Grund dafür sein? Ist sie besonders gut auf dem Gymnasium und wird von den anderen als "Streber" gemieden? Ist es wirklich nur das vorbildliche Sozialverhalten, dass den Neid der anderen schürt? Markenklamotten schließe ich jetzt einfach mal aus oder? Ist sie evtl. neu in dem ganzen Klassenverband?

    Ich habe keine Ahnung was du machen kannst, aber ich habe die Erfahrung als Kind auch machen dürfen. Ich wurde von den anderen einfach immer gemieden, eben wegen des guten Sozialverhaltens und weil ich immer sehr gute Zensuren hatte. Das ich dafür sehr viel lernen musste war auch ein Aspekt. Damit schloss ich mich natürlich zusätzlich von allen anderen aus. Wenn ich so zurück denke muss ich sagen ich habe mich durch mein Verhalten einfach auch selbst das Leben schwer gemacht. Ich wollte keinen Ärger und habe immer das getan was man von mir verlangte. Das wurde von den Lehrern natürlich als sehr angenehm empfunden und holte mir auf der anderen Seite den Neid der Mitschülerinnen.

    Sprich doch einfach mal mit deiner Tochter über ihre Probleme. Evtl. weíß sie warum sie so gemieden wird. Ich wusste es zB irgendwann, habe mich aber trotzdem nie anders verhalten. Ging auch nicht, denn dann hätte es zu Hause böse Strafen gegeben.

    Ich wünsche euch jedenfalls viel Erfolg damit ihr das Problem in den Griff bekommt. Ich weiß wie mies man sich fühlt wenn man immer ausgeschlossen wird.
     
  4. Buchstabensalat

    Buchstabensalat Pinselohräffchen

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    Da kann ich auch ein Lied von singen. 8 Jahre weiterführende Schule und keine einzige Partyeinladung mehr nach der 9. Klasse.
    In der 10. (Kurssystem) hatte ich dann die Faxen dicke und hab mir eine eigene Clique gebildet - aus all den Losern der anderen Klassen. Meine Eltern hatten mir damals sogar einen Schulwechsel angeboten - ich habe abgelehnt.
    Ich war natürlich nicht unschuldig dran - Sozialverhalten hatte ich wohl eher weniger, was am fehlenden Vorbild lag. Inzwischen hab ich schwer an mir gearbeitet (es hört nie auf...) und einen sehr netten Freundeskreis, der mich zu schätzen weiß (das sag ich nicht aus Einbildung, sondern aus Erleichterung!). Was nichts daran ändert, daß ich mit der weiblichen Hälfte der Menschheit eher schlechter zurechtkomme, muß irgendwo ein Gen fehlen... ;-)

    Zurück zum Thema: Ich würde schon das Gespräch mit dem Lehrer empfehlen, um einem Mobbing vorzubeugen - aber letzten Endes *muß* deine Tochter ihre Freundinnen nicht aus der Klasse wählen. Mach ihr klar, daß der Alternativen viele sind - Sportvereine, Clubs, Interessengemeinschaften. Meist wird man um so uninteressanter, je mehr man dazugehören will.

    Gruß,
    Buchstabensalat
     
  5. Aus meiner Erfahrung ist das Gespräch mit einem interessierten Klassenlehrer sinnvoll udn kann dir aufzeigen, wie er deine Tochter im Unterricht und in Interaktion mit den anderen erlebt.
    Bei guten Klassenlehrern und einigermaßen sozial erzogenen Kindern kann man es schaffen, dass selbst wirkliche Aussenseiter von allen akzeptiert werden. Aber das dürfte bei deiner Tochter nicht der Fall sein, denn sonst hätte sie schon früher was gesagt.
    Rede mit ihr und dem Klassenlehrer. So eine Fahrt kann wahre Wunder wirken, wenn er das Problem kennt.
    Viel Erfolg udn ich denke an euch.
    Ruth
     
  6. Nechbet

    Nechbet Gehört zum Inventar

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    Hallo,

    ich glaube nicht, das Du Dich als Mutter da vorerst einmischen solltest. Gewalt schließe ich jetzt mal aus, soweit wird es wohl nicht sein, da müßtest Du natürlich als Mutter eingreifen.

    Ich war als Kind ausgegrenzt von meiner gesamten Klassenstufe (ca 90 Kinder in 3 Klassen) nur weil ich eine Brille getragen habe (war damals die einzigste von allen Kindern dort). Als meine Mutter mal in der Schule deshalb war, wurde es nur noch schlimmer. Ich mußte sogar die Schule wechseln. Dort ging es solange gut, bis einer aus meiner alten Schule in die neue versetzt wurde, wegen seines Verhaltens. Da war es an meiner neuen Schule auch aus. Ich bin damals dann nicht mehr davongelaufen, sondern habe gelernt mich zu wehren. Es war ein schwerer Weg, aber dadurch, das sich meine Mutter nicht mehr eingemischt hat, haben sie mich dann irgendwann akzeptiert.

    Rede mal mit Deiner Tochter, warum sie glaubt, unbeliebt zu sein. Ich denke, sie sollte mit den anderen Mädchen sprechen, warum sie nicht gemocht wird. Oft bringt das alle Beteiligten weiter. Wenn Du Dich da jetzt einmischst, und die andere merken das, steht sie als Petze da, und wird noch mehr gemieden. Anders ist es natürlich, wenn Du die Möglichkeit hast, mit dem Lehrer ein Vertrauliches Gespräch zu führen, von dem die Kinder nichts erfahren. Dann könntest Du vielleicht die Gründe erfahren, und Deiner Tochter Tipps für ihr zukünftiges Verhalten geben.

    Ich wünsche Deiner Tochter viel Mut das Ganzen durchzustehen.

    LG
    :winke:
     
  7. Daggi

    Daggi Columbinchen

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    Danke für eure Antworten!

    @ximox04
    Ist doch selbstverständlich :jaja: Sie macht eigentlich die meisten Sachen mit sich selber und den anderen Betroffenen aus, deswegen werde ich schon ziemlich hellhörig, wenn sie mit solchen Problemen mal zu mir kommt, weil sie nicht weiter weiß.

    @Kerstin

    Ja, so blöd es auch klingt. In der Grundschule hatte sie noch Angst zu versagen, wenn sie aufs Gymnasium kommt. Sie dachte, sie sei nicht klug genug, ich hab ihr da aber einfach keine Wahl gelassen weil ich wußte, daß sie es problemlos schaffen kann :eek: Jetzt lernt sie gerne, bringt fabelhafte Noten nach Hause, und wird darum ausgeschlossen :(
    Ich hab ihr schon gesagt, Neid bekommt man nicht geschenkt, den muß man sich ehrlich verdienen :)

    Sie ist jetzt ein Jahr dabei und am Anfang gab es ja auch keine Probleme. Sie hat allerdings das Handycap, daß fast alle anderen Mädchen zusammen in einem anderen Stadtteil wohnen und der ist 15km weit weg von hier, die Schule liegt praktisch genau in der Mitte. Sich dann mal mit den anderen zu verabreden ist also nicht ganz so einfach, weil sie immer sicherstellen muß, daß sie jemand von uns auch fahren kann.

    @Buchstabensalat


    Doch, leider muß sie :-( Zur Zeit jedenfalls. Hier im Ort (Stadtteil) gibt es keinen Sportverein oder sonst etwas. Der Sportverein für die Stadt ist zwar sehr groß, aber alle Sportarten, die sie interessieren, sind entweder abends oder in der Zeit, wo sie noch in der Schule ist (sie geht auf eine Ganztagsschule). Sie hat zwar jetzt mit AGs angefangen, aber da kommt auch nur ein Mädchen hier aus dem Ort, und die mag sie nicht. Wo sind wir hier nur hingezogen? :?

    Tröste dich, das fehlt mir auch, genauso wie das Quassel- und das Telefoniergen. Das Putzgen ist auch nur rudimentär vorhanden....

    @sumsel
    Ja, ich setze auch viel Hoffnung in das Gespräch, zumal ihr Klassenlehrer auch noch Vetrauenslehrer ist.

    @Nechbet

    Glaub ich aber schon. Ich lasse sie eigentlich immer ihre Probleme alleine lösen, aber hiermit kommt sie nicht klar. Ich denke, ich sollte mich schon informieren, woher das Problem eigentlich kommt und ob man da was ändern kann. Sie wird noch sehr viele Jahre zur Schule gehen müssen, und ich möchte nicht, daß sie da jeden Tag mit Bauchschmerzen hin geht.
    Ich habe nicht mal vor, meiner Tochter etwas davon zu sagen. Außerdem braucht sie nicht zu petzen, der Lehrer weiß es eigentlich auch schon, denn er hat ja die Zettel mit den Sitzplatzwünschen bekommen und ich denke, es wird ihm aufgefallen sein.
    Ich warte jetzt mal das Gespräch mit dem Klassenlehrer ab, vielleicht hat ja mein Töchterchen auch einige unangenehme Angewohnheiten entwickelt, sie steckt nämlich gerade mitten in der Pubertät :wink:
     
  8. ConnyP

    ConnyP Die Harmlose

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    ...mir ging es ähnlich...

    ich war bis zur Jahrgangsstufe 9 eigentlich immer ausgeschlossen, danach ging es besser. Und dann kam ich auf eine neue Schule und das Ganze ging von Vorne los :???: Immerhin hatte ich immer 1 oder 2 Mädel, mit denen ich mich verstanden habe.
    Aber noch heute ist es so, daß ich in "Frauengemeinschaften" (KiGa, Schule, Arbeit...) nie "wirklich" integriert bin. Ich ahb immer das Gefühl, nicht dazuzugehören.
    Und das Schlimme ist: Bei Janine wird es genauso, das hat vor 1,2 Jahren angefangen udn geht jetzt folgerichtig weiter. Und ich kann nur blöd dastehen udn zugucken, weil ich noch nichtmal weiß, woran es liegt...
    Ich hab mich dran gewöhnt, komme auch ganz gut klar. mit Männern versteh ich mich trotzdem besser (das Telefonitis-Gen hab ich allerdings :-D ). Es tut mir nur unendlich leid für Janine, weil ich weiß, daß sie sich auch durchkämpfen muß...

    Mein Papa war übrigens auch 1,2 mal in der Schule beim Lehrer, ich finde schon, daß Eltern sich einmischen sollten. Es geht ja nicht um ewige Freundschaft und Liebe, man kann auch nix erzwingen, aber man sollte dann wenigstens in Ruhe gelassen werden, das ist schon schwer genug zu ertragen...

    Ganz liebe Grüße,

    Conny
     

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