Kündigen in der Elternzeit?

Dieses Thema im Forum "Ratgeber" wurde erstellt von Frau Mami, 23. Juli 2011.

  1. Frau Mami

    Frau Mami Siedler

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    :winke:

    Ich trage mich schon länger mit dem Gedanken, zu kündigen. Eigentlich schon seit ich mit der Lehre fertig bin, und das sind jetzt runde drei Jahre.

    Ich werde in meiner Praxis nicht mehr glücklich. Ich werde dort nicht nur nicht mehr glücklich - sie wird mich kaputt machen.

    Selbst jetzt, während ich noch in Elternzeit bin und noch über ein Jahr in Elternzeit sein werde, stresst mich der Gedanke an einen eventuellen Arbeitsbeginn DORT dermaßen, dass ich mit Krämpfen, Durchfall und Erbrechen reagiere. Beim letzten Mal als es so schlimm war wie jetzt, war das kurz bevor sich das Burn-Out-Syndrom offenbarte.

    Ich werde dort nicht wieder arbeiten. Ich bin mir sicher.

    Aber nun meine Frage: Darf ich jetzt kündigen? Muss ich warten, bis die Elternzeit rum ist? Oder wie ist das? Geht mir dabei was durch die Lappen? Elterngeld, meine ich - ich hab weder Resturlaub noch sonstige Ansprüche auf jedwede Leistungen durch meinen AG.

    Kann mir das einer sagen?
     
  2. Idefix

    Idefix Gehört zum Inventar

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    AW: Kündigen in der Elternzeit?

    Oh weia.

    Ich kann aus rechtlicher Sicht leider nicht helfen, möchte Dich aber mal drücken, wenn ich darf.
    (((((Frau Mami)))))

    Ich kenne diese Situation selber und weiß zu 100%, wie Du Dich jetzt fühlst.

    Ich wünsche Dir alles Gute und das Du schnell eine Lösung findest.

    :bussi:
     
  3. Alvae

    Alvae Pieps

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    AW: Kündigen in der Elternzeit?

    Ich hab mal ins BEEG geguckt, da steht:

    Quelle: http://www.gesetze-im-internet.de/beeg/BJNR274810006.html
    § 19 Kündigung zum Ende der Elternzeit
    Der Arbeitnehmer oder die Arbeitnehmerin kann das Arbeitsverhältnis zum Ende der Elternzeit nur unter Einhaltung einer Kündigungsfrist von drei Monaten kündigen.

    Ich bin kein Anwalt. Für mich hört sich das so an, dass Du durchaus zum Ende der Elternzeit kündigen kannst.

    Und wenn Du 12 Monate vorher kündigst weiss ich tatsächlich auch nicht was mit dem Elterngeld passiert.

    Auf jeden Fall kannst Du Dir sicher sein dass Du nie wieder hin musst wenn Du die Kündigung pünktlich aussprichst. Vielleicht reicht Dir das ja schon für Dein Gefühl.
     
  4. Frau Mami

    Frau Mami Siedler

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    AW: Kündigen in der Elternzeit?

    Danke Idefix :bussi: Was hast du getan? Bist du wieder hingegangen?

    Alvae, danke für den Link! Ich bin selber noch gar nicht zum Googeln gekommen - ich habe die Entscheidung erst gestern gefällt und meiner Familie unterbreitet um zu sehen, wie die reagiert... Aber da werf ich mich gleich mal ran!

    Ich habe auf jeden Fall jetzt noch Elterngeld bis Oktober. Das ist sicher, und das nimmt mir auch keiner. Die Frage ist: Was dann? Ich habe Landeserziehungsgeld beantragt, aber das ist noch nicht so lange her, es ist noch kein Bescheid gekommen.

    Und ehrlich gesagt, ich frage mich, warum ich mir darüber überhaupt Gedanken mache. Wir kämen auch ohne Elterngeld über die Runden, und zwar nicht mal schlecht :rolleyes:

    Ich glaube, die Entscheidung ist wirklich gefallen.

    Und ja, du hast Recht: Es wird mir alleine damit tausendmal besser gehen, dass ich weiß: Da bin ich fertig, ich werde diese Praxis nicht wieder betreten. Ich sehe schon, wie es mir bereits gestern abend ging: Das erste Mal seit über zwei Wochen ohne Übelkeit, ohne Krämpfe, ohne migräneartige Kopfschmerzen. Einfach gut. Und zwar einfach so.

    Ich danke euch beiden schon mal für die Antworten, aber wenn einer noch was besteuern kann dazu, dann immer her damit!

    :winke:
     
  5. Lucie

    Lucie Lohnt sich! Wehmiowehmioweh

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    AW: Kündigen in der Elternzeit?

    Du mußt noch abklären wie und wo du versichert bist, wenn du kündigst. Vom Amt wird man bei eig. Kündigung erst mal gesperrt.
    Ggf. Familienversicherung?
    Ich mußte mich selbst versichern als freiwilliges Mitglied.


    lg
     
  6. Idefix

    Idefix Gehört zum Inventar

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    AW: Kündigen in der Elternzeit?

    Nö. Hatte sich dann von selber erledigt. Ich bin mit einem Burn-Out zusammengebrochen (ne, ist nicht übertrieben, war wirklich so), daraufhin meinte dann meine Cheffin, sie brauche niemanden, der so gernig belastbar ist, und als ich aus dem Krankenhaus kam, hatte ich auch schon die Kündigung im Briefkasten.

    Ich war nur noch erleichtert. Aber ich hätte danach auch selber gekündigt.

    Deswegen rate ich jedem, der mit seinem Job nicht zufrieden ist, einen Absprung zu finden. (ich weiß, das es manchmal aus finanziellen Gründen leider nicht geht).

    Alles liebe :bussi:
     
  7. Frau Mami

    Frau Mami Siedler

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    AW: Kündigen in der Elternzeit?

    Lucie, danke für die Antwort! Daran hatte ich bisher noch nicht gedacht (und das als Arzthelferin :umfall:). Das werde ich heute mal telefonisch versuchen zu klären. Eigentlich müsst ich mich ja über meinen Mann versichern lassen können, oder? Aber das weiß ich gar nicht so genau; seit ich in Ausbildung war, war ich immer selber versichert, auch während aller Schwangerschaften und Erziehungszeiten. Ich ruf da einfach mal an heute

    Idefix, dein Problem hatte sich ja wirklich gut gelöst für dich. Da könnte ich aber lange drauf warten... Meiner Chefin laufen die Arbeiter weg (aus dem gleichen Grund, aus dem ich auch weg will), und sie würde mir selbst dann nicht kündigen, wenn ich jetzt arbeiten und nur Mist bauen würde. Lieber schlechte Leute als gar keine. Aber absichtlich Mist bauen geht ja auch nicht, dann leiden ja die Patienten drunter. Außerdem arbeite ich ja sowieso nicht.

    Auch wenn ich es jetzt mal ziemlich fies von deinem AG finde, dir die Kündigung zu schicken, während du im Krankenhaus liegst. Da kann man nur sagen: Besser so.:ochne:

    Ich glaube, ich hätte nie gekündigt. Wäre ich jetzt nicht "zu Hause", hätte ich vielleicht drüber nachgedacht und drüber geredet - aber trotz allem hätt ich es wohl nicht gemacht. Erstens muss ja das Geld irgendwo herkommen (und nur mit dem Lohn von Männe und Kindergeld täts bei uns auch nicht reichen). Und zweitens kündigt durchschnittlich alle zwei bis drei Monate jemand dort. Die Stellen werden sehr lange nicht neu besetzt und die Arbeit wird nicht weniger. Als ich dort anfing, waren wir dreißig Angestellte. Jetzt sind es noch knapp die Hälfte (weil unnötigerweise rationiert wird), die Arbeit ist die gleiche geblieben. Und von der Ursprungsbesatzung sind mit mir noch drei Leute geblieben seit früher. Das Arbeitsklima untereinander ist gespannt, weil ja alle nur gestresst sind und nebenbei auch noch die Neuen anlernen müssen, der alte Zusammenhalt schon lange nicht mehr zu spüren.

    Außerdem hätte ich Angst vor der Zeit vom Kündigen bis zum letzten Arbeitstag. Meine Chefin versteht sich darauf, diesen Angestellten die Zeit zur Hölle zu machen. Habs ja oft genug schon miterlebt :ochne:
     
  8. Frau Mami

    Frau Mami Siedler

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    AW: Kündigen in der Elternzeit?

    Ich habe heute gleich mit der Krankenkasse telefoniert. Der Berater war sehr nett (trotz Montagmorgen) und hat mir schnell geholfen.

    Ich kann ohne Weiteres in die Familienversicherung, auch wenn ich selber kündige. Bei unserer Rechtslage hätte es mich ja auch nicht gewundert, wenn ich mich dann für eine bestimmte Zeit selber hätt versichern müssen, aber das ist nicht so.

    Er hat gesagt, wir könnten das zwar auch sofort machen, es mache aber nur wenig Sinn. Ich solle mich melden, wenn ich gekündigt habe, und dann können wir das auch gleich machen.

    Jetzt hoff ich halt mal, dass es kein neuer Angestellter war, der noch keine Ahnung hat. Aber er hat seine Kollegin zu Hilfe gerufen und es mit ihr besprochen - also müsst es ja eigentlich hinhauen...

    Und nun steht nur noch die Frage: Was passiert mit dem Elterngeld? Ich mag da ehrlich gesagt gar nicht anrufen und fragen, nicht dass die mir gleich mal provisorisch die Zahlungen streichen :???:
     

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