Konditionierung für eine Welt der Wirtschaft

Dieses Thema im Forum "Rund um die Erziehung" wurde erstellt von Boudisa, 4. Juni 2005.

  1. hallo,

    immer wichtiger (so scheint es, liesst man die Zeitungen) wird es, seine Kinder ausschliesslich für das spätere Berufsleben zu trainieren. Hierbei muss wohl jeder beachten, das es kein Mittelmaß mehr geben darf, weil Mittelmaß wird in Zukunft nur noch der soziale Abstieg bedeuten. Immer mehr wird darauf hingewiesen, das z.B. ein Hauptschul- oder Realschulabschluß nur noch für das Sozialamt reichen wird. (ich frag mich wozu wir da noch eine Hauptschule dann brauchen werden).
    Nachvollziehen lässt sich das durchaus, weil der Konkurenzdruck durch immer weniger Arbeitsplätze enorm gestiegen ist. (ein paar millionen "verlierer" wird es automatisch geben)
    Wie soll man eigentlich mit diesem Thema umgehen. Leistungsdruck ect.
     
  2. Ich glaube nicht, daß man Ehrgeiz anerziehen kann...

    Sheena
     
  3. Keine Angst antrainieren!
    Und auch nicht mit Angst erziehen.
    Beides halte ich für schädlich. Die Zukunft kennt keiner von uns, wir können sie heite ganz schwarz sehen und dann kommt doch alles anders.

    Sorgen sind ein mißbrauch der Phantasie!
    Ich erzähl dazu mal ein Beispiel auch wenn es aus einer anderen Ecke kommt.
    Als mein Sohn geboren wurde war noch finsterste DDR Zeit. Ich als (damals) Christin hatte es ziemlich schwer. Kein Pionier, kein FDJ-ler, keine Jugendweihe hieß für mich agitation das ganze Schulalter über, natürlich kein Platz in der EOS, kein Abi.
    Und ich hab überlegnt, ob ich mein Kind das alle mitmachen lasse, gegen mein eigenes Denken, weil er es nicht so schwer haben sollte. Ich hatte auch so Bammel vor der NVA.
    Und als Bausoldat war wieder an Studium nicht zu denken....

    Als Julian fast vier Jahre alt war, fiel die Mauer!
    Den Zivildienst muß er als werdender Vater nicht antreten, weil sie ein gemeinsames Sorgerecht haben fällt dad Thema Armee für ihn völlig unter den Tisch.
    ICh hab mich völlig umsonst gesorgt. Schade um die Zeit. In dieser Zeit hätte ich spielen können mit ihm und toben und unbelastet sein können.

    Wir denken das der Arbeitsmarkt morgen so oder so oder so aussehen wird, aber wissen tun wir das nicht.
    Wir sollten uns nicht beeinflussen lassen von der Sorge um die Milch die vielleicht morgen verchüttet sein könnte.
    Starke, selbstbewußte Menschen dürfen wir erziehen, Menschen die sich für Wert halten geliebt zu werden, die schaffen dann auch alles was wichtig ist für sie, ob als Verkäufer oder als Anwalt.

    Silke
     
  4. Wunderschön geschrieben, Silke :jaja:

    Kati
     
  5. La Bimme

    La Bimme Leseratte
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    Ich sehe das haargernau wie Silke! :jaja:
    Und hab auch ähnliche Erfahrungen. Als ich nach dem Abi erstmal nicht studieren wollte, redeten alle auf mich ein, dass das das später für die Rente aber ungünstiger wäre. Muss ich DAZU angesichts der aktuellen Entwicklungen noch was sagen? Ich hätte mich nur für eine WAHRSCHEINLICHKEIT unglücklich gemacht, und die ist noch nicht mal eingetreten.

    Als ich später an der Uni meine Fächer wählte, sagte der Berater zu uns, dass man sowieso nicht wisse, wie sich welcher Arbeitsmarkt entwickeln würde und dass es daher am besten sei, einfach das zu machen, was einem liegt und Spaß macht, denn dann wird man auch gut darin und hat somit die besten Chancen.

    Gerhard Schöne erzählte manchmal in seinen Konzerten die Geschichte:
    "Als mein Vater mich fragte, was ich mal werden will, da sagte ich `ich möchte mal glücklich werden` "
    Ein gut bezahlter Job ist dafür wirklich nur eine Voraussetzung unter vielen.


    Klar ist diese Tendenz da, von der Boudisa schreibt. Aber nichts zwingt uns, unsere Kinder da mit aller Gewalt reinzupressen.

    Liebe Grße
     
  6. Laney

    Laney Strandluder

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    Das Einzige was man im Hinblick auf die Zukunft tun kann, ist seinen Kindern das Bestmögliche mitzugeben. Dazu gehört wie die anderen schon sagten, Liebe (zu sich selbst und zu anderern), Mut und Charakterstärke - gleichfalls aber die Chance zu lernen, zu erfahren, zu leben.

    Kinder, die sich ausprobieren dürfen, die sich gefördert fühlen (von der Familie und Freunden), werden keine Angst vor der Zukunft haben, weil sie auch in Unbekanntem Möglichkeiten sehen.

    Unsere Eltern haben auch nicht gewusst, was in der Zukunft passiert und unsere Zeit jetzt unterscheidet sich schon allein durch die Welt der Computer völlig von der Zeit der Eltern. Was Ihnen blieb ist, Ihren Kinder verständlich zu machen, dass Lesen was Schönes, Mathematik was Wichtiges ist, Religion einem Kraft geben kann, Musik und Sport für Freude sorgen.

    Ich denke, das ist heute nicht anders. Wissen und Werte der Zeit und der Traditionen vermitteln und Liebe geben - der Rest ergibt sich dem "Schicksal".

    LG
     

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