"Kloppen"

Dieses Thema im Forum "Das Leben mit Schulkindern" wurde erstellt von maren, 7. Dezember 2007.

  1. maren

    maren Dauerschnullerer

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    Hallo!

    gelöscht
     
    #1 maren, 7. Dezember 2007
    Zuletzt bearbeitet: 12. Oktober 2009
  2. AW: "Kloppen"

    Ich finde es schon altersgemäß und Jungs solllen sich da auch ruhig austoben, aber alles innerhalb eines von allen akzeptierten, einigermaßen fairen Regelwerk.

    Bei Elias und Maria gibt es da auch öfters, aber das WIE regt mich stark auf. Mehrere auf einen, da wird an die Gurgel gegangen und in den Bauch getreten...und wer am Boden liegt und sich nicht wehren kann hat eh verloren - da setzen keine Hemmechanismen mehr ein. Erst neulich hab ich beobachtet, wie ein Junge auf einen anderen eingetreten hat, der schon am Boden lag, weil er sich beim Fußballspielen verletzt hatte. Aggression udn Testosteron schaukeln sich hoch. Ich hab dann eingegriffen und wollte die Pausenaufsicht holen (wollte ich vorher schon, weil der Junge offensichtlich verletzt war und nicht aufstehen konnte, hab dann aber doch lieber erst eingegriffen), habe aber weit und breit keine gefunden. Die umstehenden Kinder haben sich peinlich berührt verdrückt und in die Luft geschaut. Ein Gespräch mit der Direktorin steht an.

    In dieser Hinsicht trauere ich den Verhältnissen in den USA stark nach, Erziehung zu Sozialverhalten - was ist das? Deutschlands weit verbreitete Meinung: "Kinder sind halt so, da kann man nichts machen!" Bequemlichkeit und Unvermögen, ich krieg die Krise. Das ist das Thema Nr. 1 momentan, dass mich auf die Palme bringt.

    Willkommen im Schulalltag.

    :winke:
     
  3. Silly

    Silly Moni, das Bodenseeungeheuer

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    AW: "Kloppen"

    Hi Maren

    kleine Prügelleien waren bei unseren J. in der ersten Klasse gang und gebe. Des öfteren haben die Mädels mal eines drauf bekommen, aber nie ist es wirklich ernsthaft mit blutenden Lippen o.ä. abgegangen.
    Um dem Problem Herr zu werden, haben wir dann eine Jungens-Aktions-Gruppe gegründet. -> Die Jungen haben einmal im Monat nachmittags eine Spaßaktion gehabt (von Schwimmen über Wandern bis Kino war alles dabei).
    Das hat die Jungs echt zusammengeschweißt :) und die Prügeleien und Pöbeleien hatten ein Ende. Allerdings war das Ende vom Lied auch, dass die Lehrerin dann ein Problem hatte, weil die Zwerge natürlich felsenfest zusammen gehalten haben :)

    LG Silly
     
  4. lulu

    lulu Königin der Nacht
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    AW: "Kloppen"

    Bei uns gaebe es sofort Intervention vom Schulpsychologen, evtl. einige Tage Schulverbot :jaja:.

    Lulu
     
  5. AW: "Kloppen"

    *Wieso denn Schulpsychologe? Ist doch alles ganz normal, Kinder sind so, Kinder sind grausam!*

    :heul:
     
  6. Silly

    Silly Moni, das Bodenseeungeheuer

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    AW: "Kloppen"

    Schulpsychologen sind an Grundschulen leider Mangelware :( es sei denn, das Kind geht in eine Brennpunktschule.
     
  7. AW: "Kloppen"

    Vorausgesetzt, es würde mal bemerkt werden, aber sie schauen ja weg, bzw. sind gar nicht anwesend, die es bemerken könnten. Die Kinder sind alleingelassen.

    Gibt es kein Zwischending zwischen der straffen Aufsichtspflicht in den USA und diesem unsäglichen im Wald stehen lassen?
     
  8. Volleybap

    Volleybap Herzkönig

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    AW: "Kloppen"

    "Kloppen" ist sicherlich eine Art der nonverbalen Kommunikation und gehört irgendwie mit dazu. Wir haben uns früher "gekloppt" und es war irgendwie wichtig für einen selbst und für das Umfeld.
    Nur, hier geht es ja nicht um "Kloppen". Hier geht es oft um tieferliegende Probleme. Um ganz niedrige Hemmschwellen, um ganz niedrige Toleranzgrenzen.

    Ich kenne es jetzt nur aus Elternsicht aus der Schule, aber vor allem als Involvierter aus dem Sporttrainingsbetrieb. Es gibt Kinder, die so sozialisiert sind, dass sie praktisch nur! über körperlichen Einsatz kommunizieren können. Und sie sind der vollen Überzeugung, dass alle andere Art von Kommunikation und Problemlösung "Schwäche" ist. Beigebracht von Eltern und Geschwistern, vom Umfeld. Diese Kinder begegnen im Extremfall "lieben", "netten", "braven", "behüteten" Einzelkindern oder ältesten Geschwisterkindern. Die sind ihrem Gegenüber nicht selten verbal überlegen, was erstere zur Weißglut treibt. Es kommt zur Auseinandersetzung.

    Schwierig ist damit umzugehen. Die Verbalkünstler sind oft genauso Täter wie Opfer. Ein Wort ist im Orkus verschwunden, eine blutige Nase ist ein Beweismittel. (Dies nur am Rande) Was nicht mehr gelingt, ist die Auflösung des Problems. Die Kinder finden nicht mehr zusammen und versöhnen sich am nächsten Tag, sondern es entstehen richtige Hassgruppen. Wo einer die Chance hat, macht er den anderen nieder.
    Greifen Erwachsene ein, zeigen sich alle verständig. Akzeptieren ggfls. die (oft ungerecht, weil nicht richtig) verteilten Strafen. Der Pädagoge, die Eltern denken, alles sei in Butter. Doch genau diese Sache bricht später wieder auf. Manchmal Jahre später.

    Ich sehe da die deutsche Reaktion als nicht besser oder schlechter an als die in den USA. Die latente Gewaltbereitschaft ist in beiden Systemen vorhanden, wie wir in der Extremform seit Littleton und Erfurt wissen...

    Wer eingreift, scheitert an den unterschiedlichsten Erziehungsstilen der Lehrkräfte und der Eltern. Weil es keine einheitliche Linie gibt, erzieht jeder anders. Die gewieften Kids suchen sich entsprechend ihre Lücke...

    So, Volleybap hat genug geschwafelt und hält lieber die Finger jetzt ruhig... Genug diskussionswürdige Dinge gesagt...
     

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