Kein Selbstbewusstsein, schüchtern, introvertiert?!

Dieses Thema im Forum "Rund um die Erziehung" wurde erstellt von Che, 29. Oktober 2004.

  1. Che

    Che

    Hallo,
    zu später Stunde nochmal ein Thema, das mich schon länger beschäftigt. Es ist bei uns nämlich eher genau andersrum, als hier von den meisten von euch als Problem angesprochen wird, denn:
    Seit jeher ist Moses ein eher stilles, ruhiges Kind. Aber er wird immer introvertierter. Er hat so gut wie gar kein Selbstbewusstsein, ist nicht frech (zumindest seltenst :-? ), wehrt sich nicht und ist dadurch immer öfter das "Opfer", d.h. wird von anderen (zum Teil älteren) Kindern geärgert, etc.
    Das macht mich soo traurig und es tut mir sehr weh, das mit ansehen zu müssen...
    Aber ich habe so gar keine Ahnung, wie ich ihn irgendwie stärken kann?! Klar, Rückhalt versuche ich ihm soviel wie möglich zu geben. Aber je mehr ich das mache, hat dies zur Folge, dass Mo sich immer mehr an mich (bzw. Josh) hängt und gar nicht mehr auf andere Kinder zugeht.
    Langsam macht das mir ernsthaft Sorgen.. so kann/soll es ja nicht weitergehen. Er ist ja selber unglücklich mit der Situation.
    Klar, dass er schüchtern ist, ist eine Tatsache und an sich ja auch nichts Schlechtes, aber eben unter diesen Umständen eine große zusätzliche Hürde.
    Nun würde mich mal eure Meinung interessieren? Besteht ernster Handlungsbedarf, evtl. sogar vom Fachmann? Oder nehme ich es zu ernst und es wird sich eh mit der Zeit alles von alleine ändern?
    Hat hier jemand Erfahrungen mit unsicheren, eher introvertierten Kindern? Oder jemand Ideen/Anregungen, wie wir Mo helfen könnten?
    Das Problem ist ja auch, dass Moses ab nächstem Frühjahr in die KiTa gehen wird, da ich dann mein Studium beginne und uns somit keine andere Wahl bleibt.. da ist es dann ja schon sehr wichtig, dass er Anschluss findet.
    Ach, ich bin so unsicher, weil ich das eben von anderen Kindern gar nicht so kenne.. und Josh und ich ja nun auch nicht die schüchternsten, ruhigsten sind. :???: Meine SchwieMu sagt immer nur "Was ihn nicht kaputt macht, macht ihn härter".. finde ich aber absolut doof, den Spruch. Wer weiß, inwieweit es Mo kaputt macht bzw. wie sehr es ihn belastet? Und ich bin der Meinung, dass kleine Kinder noch nicht "härter werden" müssen.. oder?
    So, ich hoffe, das war jetzt nicht zu ungeordnet und mein Problem ist einigermaßen klar geworden.
    Und jetzt warte ich auf Antworten und gehe vorerst mal schlafen. :)
    Gute Nacht,
    Nicola
     
  2. Su

    Su Das Luder

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    Liebe Nicola,

    ich habe ja eher das Gegenteil an Kindern. Aber was mir spontan eingefallen ist, hat er eine/n in etwa gleichaltrigen Kameraden? Sprich das er nicht gleich immer mit einer Gruppe konfrontiert wird, sondern erst mal nur ein Kind zum gewöhnen hat. Ich würde ihn nicht ins kalte Wasser schmeissen, sondern ganz behutsam den Kontakt mit anderen Kindern fördern.

    Mehr im Moment nicht von mir, bin saumüde :schnarch:
     
  3. nici

    nici keiner Titel

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    Liebe Nicola,

    mach dich nicht verrückt. Moses fängt ja grad erst an sich mit anderen Kindern auseinanderzusetzen. Laß ihm Zeit, vor allem laß ihn sein Tempo selbst bestimmen. Gib ihm die Möglichkeit andere Kinder zu treffen, aber drängel ihn nicht.

    Ich hab hier so ein lustiges Exemplar. Luca kann mit größeren Kindern ziemlich gut (obwohl er auch ein Typ ist, der sich die Dinge erst mal genau anguckt und dann erst aus sich raus geht...). Sobald ihm aber Kinder in seiner Größe zu nahe kommen, ihn gar umarmen wollen, nimmt er hysterisch weinend Reissaus :-? . Luca hat sich je kaum mal um ein Spielzeug geklopt, oder gar irgendwas weggenommen. Kommt ein Kind und will ihm was weg nehmen, reicht er es gleich freiwillig her.

    Ich hab mir auch so meine Gedanken gemacht. Aber eigentlich finde ich es gar nicht soooo schlecht, es muß auch solche Typen geben. Ist mir fast lieber, als würd er auf die anderen Kids losgehen. Auf der anderen Seite hätte ich natürlich schon gern mal, daß er auch was verteidigt, das ihm gehört, sich mal durchsetzt...

    Aber ich sehe, es fängt jetzt langsam an. Er hat noch keine für ihn stimmige Methode gefunden, Sachen die ihm wichtig sind zu verteidigen, aber er hat finde ich zumindest mit dem Suchen mal angefangen. Dabei hat ganz eindeutig auch der Minikiga geholfen, in dem er ohne mich auskommen muß, alleine einen Weg finden muß.

    Wie gesagt, laß Moses noch ein bisserl Zeit und geniess solange du kannst, daß du seinetwegen keinen Ärger mit anderen Mamas kriegst. Ich fürchte unsere ruhigen Zeiten werden schneller als uns lieb ist vorbei sein.

    Liebe Grüße
    Nicole
     
  4. Liebe Nikola!

    Elias war auch einer von der schüchternen Sorte und ist immer noch manchmal ein ganz schönes Pflänzchen, wenn er auch immer besser gelernt hat, sich in einer Gruppe zu behaupten. Wie laufen denn solche Situationen mit Mo ab? Steht er eher daneben und beobachtet? Versucht er in irgendeiner Form Kontakt aufzunehmen? Fühlt er sich sichtlich unwohl und möchte der Situation entweichen oder freut er sich an den anderen Kindern, beobachtet aber lieber und bleibt selbst passiv?

    Ganz wichtig war für Elias die absolut fähige Erzieherin, die er hatte, als er in den Kiga kam. Sie war sehr einfühlsam und hat ihn sich in seinem Tempo in die Gruppe integrieren lassen, bzw. ihn dabei begleitet. Leider ist diese Erzieherin nun nicht mehr da, seit diesem Kiga-Jahr, aber Elias braucht sie auch nicht mehr so, er kommt nun gut auch alleine, zw. mit den anderen Erzieherinnen zurecht.
    Den Spruch mit der Abhärtung finde ich QUatsch. Dass sich Mo in einer fremden Situation mit fremden Kindern erst einmal unsicher fühlt oder beobachtet hat ja auch einen positiven Hintergrund, nämlich dass er vielleicht empfindsamer ist als andere Kinder und feiner wahrnimmt. Das abzustumpfen wäre ja schade!! Und würde ihn unglücklich machen und damit unsicherer bzw. evtl. zu auffälligem Verhalten führen.

    Wie ist das denn mit der Kita? Eine kleinere Gruppe fände ich wichtig für solche Kinder wie Mo und einen starken Betreuungsschlüssel mit einer festen Bezugsperson. Ich fände es wichtig, dass er ohne Druck in die Gruppe findet - wie ist das denn, musst Du das Studium unbedingt punktgenau anfangen? Evtl. kann ihm helfen, schon vorher zu einem Kind, das mit ihm in die Kitagruppe kommen wird, Kontakt aufzunehmen.

    Ich wünsche Euch alles Gute!
     
  5. Hallo Nikola

    Ich hab auch so ein Kind, habe gestern dazu im Ratgeber gepostet.

    Meine Noémi war ähnlich gestrickt, wenn nicht so extrem. Es gibt Kinder, die haben wenig Selbstwertgefühl von Grund auf, ohne dass in der Erziehung was falsch gelaufen sein muss :-?

    Leider habe ich auch keinen Tipp für Dich, wollte nur sagen dass Du nicht alleine bist.

    Liebe Grüsse

    Rachel
     
  6. Che

    Che

    Vielen Dank für eure Antworten!

    Hallo Rachel,
    ich habe mir dein Posting durchgelesen und erkenne in sehr vielem Moses wieder.
    Spielplatz ist für uns eine Tortour und ich habe es daher schon fast aufgegeben. Es macht wirklich einfach keinen Spaß! :(
    Du hast angesprochen, dass Noémi ähnlich gestrickt war.. hast du irgendwas besonderes unternommen, um sie zu bestärken? Wie konntest du ihr helfen bzw. konntest du ihr überhaupt helfen? Oder hat es sich irgendwie alleine quasi "eingespielt"?

    @Märilu: Also, nehmen wir jetzt mal die typische Spielplatzsituation. Am liebsten würde Moses auf meinem Schoß sitzen bleiben und gar nicht erst von Mama (bzw. Papa) weggehen. Er guckt lieber von weitem (!) zu.
    Ich bin noch nicht so ganz dahintergestiegen, ob er sich dabei unwohl/traurig fühlt oder ob es ihm nichts ausmacht, nur zuzugucken, weil er das auch so will... Das kommt nicht so klar zum Vorschein.
    Tatsache ist, dass er dann von irgendwelchen Raufbolzen mit Sand beschmissen wird (oder ähnliches) und dann natürlich bitterlich anfängt zu weinen - also doch unglücklich ist (klar :-?).
    An guten Tagen spielt er auch selber im Sandkasten, aber eben nie mit den anderen Kindern - sondern alleine. Er baut dann seine eigene Sandburg, aber auch immer möglichst nahe bei mir.
    Selbst wenn Josh dann mit ihm zusammen zu den anderen Kinder geht und mitbaut, hält sich Mo sehr im Hintergrund und nimmt nach höchstens 5 Minuten wieder reißaus.
    Zu der KiTa: Moses wird in eine Gruppe von 6 Kindern kommen, also doch eine ziemlich kleine. Das mit dem schon vorher Kontakt finde ich eine gute Idee.. ich denke, das werde ich versuchen. Müsste ich mich mal erkundigen.

    Huhu Nicole,
    klar, ich will Mo ja auch zu nichts drängen und ich lasse ihm natürlich auch seine Zeit.. es ist nur ein Problem, dass schon länger besteht und gerade jetzt ist es ja sehr wichtig, bzgl. der KiTa. Wenn Handlungsbedarf besteht, dann würde lieber schon jetzt anfangen, damit ihm halt dort (und später auch im KiGa) der Einstieg leichter fällt.
    Das stimmt wahrscheinlich.. - abwarten! :)

    @Su: Ja, hat er theoretisch. Der Sohn von Freunden von uns ist in etwa gleichalt und wir unternehmen auch sehr viel zusammen.. klappt an sich auch ganz gut - nur, dass Mo sich halt immer wieder unterbuttern lässt. :???:
    Aber gerade unter deinem Aspekt versuche ich, möglichst viel mit einzelnen anderen Kindern zu machen.. eben weil ich ihn nicht immer mit einer ganzen Horde konfrontieren will. Trotzdem klammert Mo wie ein Affe und hängt die ganze Zeit bei mir rum.. es ist mir manchmal schon fast peinlich, weil das andere Kind sich dann immer selbst beschäftigen muss. :-?

    Ich denke, ich werde nun viel auf die KiTa setzen und hoffen, dass er es da ein bisschen lernt, denn da ist er ja wirklich auf sich alleine gestellt.
    Ich darf nur nicht an das Drama denken, wenn die Eingewöhnungsphase losgeht. :-? Aber vielleicht klappt es ja mit Märilus Vorschlag, wenn er dort schon einen Freund hat, dass es ihm dann nicht so viel ausmacht...

    Liebe Grüße und danke für die Antworten,
    Nicola[/list]
     
  7. nici

    nici keiner Titel

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    Hi nochmal ich :-D

    Aber Moses ist doch noch nicht mal 2 Jahre alt. In dem Alter spielen doch die Kinder noch nicht wirklich miteinander. Jedes Kind spelt so ein bißchen für sich.

    Klar, Angst haben sollten sie nicht wirklich vor anderen Kids, aber Moses ist ja auch ein erstes Kind, kennt also den Umgang mit anderen Kids nicht von klein auf und ständig. Oder hab ich da was überlesen... :???:

    Das mit der Kita hilft bestimmt :jaja: Die Eingewöhnung... nun ja das ist tatsächlich manchmal :-( (gibts auch von mir Postings), aber da kann ich dir raten, setz dich vorher mit der kita in Verbindung und besprich die Eingewöhnung (das hab ich nämlich versäumt, allerdings nur im Minikiga, aber immerhin...). Sprich auch über deine Sorgen.

    Liebe Grüßle
    Nicole
     
  8. Liebe Nicola!


    Für mich klingt das auch nicht sehr ausßergewöhnlich für ein einjähriges Kind. Er braucht Dich noch als Rückendeckung und das ist doch okay so?!

    Wie reagierst Du denn wenn Mo "angegriffen" wird und wie wünschst Du Dir denn, dass Mo darauf reagiert?

    :)
     

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