Ich weiß nicht weiter...

Dieses Thema im Forum "Das Leben mit Schulkindern" wurde erstellt von Wölfin, 9. September 2008.

  1. Wölfin

    Wölfin Gehört zum Inventar

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    ...mit Felix.

    Er ist jetzt in der 4. Klasse. Er hat schon immer langsamer gearbeitet als andere, leider macht er aber auch Unmengen von Fehlern. Er schafft es nicht, einen Satz ohne 2-3 Fehler zu schreiben.
    Mathe war bisher immer ganz gut, aber z.Z. scheint er dort "rückwärts" zu gehen, er kann selbst das kleine 1x1 kaum noch.
    Eben habe ich ihn beim Hausaufgaben machen beobachtet. Er schaut auf das Blatt, er schaut in der Gegend rum, dreht sich mit seinem Stuhl!

    An seiner Schule ist es so, dass die Kinder einen Wochenplan bekommen und diesen selbständig abarbeiten incl. Hausaufgaben. Nun war bei uns ja letzte Woche die 1. Schulwoche nach den Ferien. Er hat erst am Mittwoch die HA mit nach Hause gebracht - das schiebe ich allerdings auf die Anfangsschwierigkeiten jetzt nach den Ferien, da es vor den Ferien gut geklappt hat, sehe ich das erstmal nicht als Problem.

    Aber eben saß er wirklich an einer sehr einfachen Aufgabe, er konnte sie nicht alleine lösen. Wenn ich ihm Hilfe anbiete, möchte er diese nicht, also lasse ich ihn in Ruhe. Wenn er eine Aufgabe nicht versteht, fragt er mich, aber dann hört er trotzdem nicht zu, er kann sich einfach nicht konzentrieren.

    Nun ist es so, dass ich letzte Woche einen Artikel über das Kiss-Syndrom gelesen habe. Alle Symptome, die ältere Kinder haben, treffen auf Felix zu (kann kein Radfahren, Höhenangst, Konzentrationsschwierigkeiten,...). Auch als Säugling hatte er (nicht alle) Symptome, aber ich selber habe erst vor einigen Monaten das erste Mal davon gehört und die Ärzte haben nie etwas gesagt, obwohl sie die Konzentrationsschwäche ja immer mitbekommen haben.

    Nun suche ich einen Osteopathen hier in der Gegend, habe eventuell auch schon einen in Ratzeburg.

    Und dann? Ich kann mir vorstellen, dass er danach erst langsam seine Defizite aufholen kann und hart daran arbeiten muss.

    Die Lehrerin macht leider sehr viel Druck, dann legt Felix (bildlich gesehen) den Stift sofort zur Seite. Aber wie ihn motivieren? Ich denke ja, dass er sich nur selber motivieren kann, aber er ist selber so hoffnungslos, meint, er müsse in die 3. Klasse zurück (wäre ja auch nicht soooo schlimm, war im letzten Schuljahr auch schon ein Gedanke der Lehrerin).

    So, das ist jetzt schon sehr lang.
    Vielleicht hat ja jemand Tipps für mich, was wir tun können, wie wir ihm helfen können?

    Die Lehrerin werde ich um ein Gespräch bitten.

    Danke fürs Zulesen!
     
  2. Michi72

    Michi72 Gehört zum Inventar

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    AW: Ich weiß nicht weiter...

    Hallo,

    wenn es die möglichkeit des zurückstufen gibt, dann nehmt die Chance war.Die 4.Klasse ist hart, die 5.Klasse ist nochmal eine riesen Umstellung!
    Sei froh, wenn die Lehrerin das zurückstufen akzeptiert und befürwortet, ich bin bei Michelle 5 Jahre lang der Schule hinterher gerannt, weil Michelle massive Probleme hatte, die immer wieder "abgetan" wurden.Jetzt fängt Michelle das 3. Jahr lerntherapie an, weil sie die ganze Grundschulzeit aufholen muss.... :(

    Erkundige dich beim Kia nach Anlaufstellen für einen LRS-test und für eine Lerntherapie, denn dort wird auch was gegen die Konzentrationsschwäche getan.
     
  3. Lucie

    Lucie Lohnt sich! Wehmiowehmioweh

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    AW: Ich weiß nicht weiter...

    :winke:
    habt Ihr ja mehrere Baustellen :troest:... und die zu beheben dauert bestimmt eine Weile. Ich würde ihn auch zurückstufen lassen wenn es geht. Da nehmt ihr Euch und ihm den Druck raus, man kann nicht an allen Fronten kämpfen. Wenn er sich jetzt schon so plagt, wie soll es dann erst gehen, wenn ihr auch noch irgendwelche Therapien miteinplanen müßt.
    Ich würde auch recht bald das Gespräch mit der Lehrerin suchen und sie bitten, jetzt erst mal den Druck wegzulassen, weil es ja offenkundig nichts bringt und eher schadet, er macht ja sofort ganz dicht. Ihr könnt ja sagen, dass ihr am Thema dran seid, medizinische Abklärung initiiert und auch nach Lösungen aktiv sucht, ihr Part sei es dann, den Sohn soweit zu stützen wie ihr möglich ist, um ihm seinen letzten Funken Mut nicht auch noch zu nehmen...

    Falls Du Verdacht auf KiDD (so heißt das KiSS-Syndrom bei älteren Kindern, weil sich die Symptome verändert haben...) so würde ich nicht zum osteopathen sondern gleich zu einem der KiSS-Spezialisten gehen.
    Zu dem ganzen Themenkomplex kannst Du Dich hier http://www.kiss-kid.de/ gut belesen, da werde auch erprobte Ärzte genannt, die sich mit der Thematik auskennen.
    Übrigens hat selten ein KiSS-Kind ALLE Symptome, das ist kein Kriterium. Aber wenn Du sowohl in der Baby- als auch in der Kinderzeit jetzt solche Parallelen findest, dann lass es unbedingt abklären.
    Das Problem mit den Osteopathen ist, dass sie nicht röntgen können, aber für eine saubere fundierte Diagnostik braucht man die Röntgenaufnahme. Warum also nicht gleich "Butter an die Fische"... zumal man Euch - so Euer Verdacht zutrifft auch therapeutische Weiterempfehlungen geben kann.
    Mit dem Einrenken ist es nämlich nicht getan, es ist eher die Basis dafür dass weitere Therapien überhaupt helfen können, weil dann wenigstens mal an der Ursache gedreht wurde. Da aber - immer falls es ein KiDD ist - durch die jahrelange Blockierung sich der Bewegungsapparat auch anders ausgebildet hat, müssen erst mal wieder die organischen Strukturen als auch die Bewegungsmuster sich neu anpassen. Mein Sohn z.B. fiel nach dem Einrenken erst mal kräftig auf die Nase, weil er einen Hüftschwenker hinbekam wie nie zuvor in seinem Leben :umfall:

    Was ich anstreben würde des weiteren:
    Der Kinderarzt soll Ergotherapie verordnen. Ein gescheiter Ergotherapeut wird ihn erst mal in verschiedenen Bereichen testen, um seine Therapie sinnvoll durchzuführen, das wird Euch dann auch in manchem mehr Klarheit bringen und ihr könnt auch zu hause zielgerichtet Angebote machen.
    Euer Sohn braucht auch ein Schrägpult zum Schreiben, dass ist für die Halswirbelsäule die günstigste Position. Auch in der Schule muß ggf. sein Sitzplatz angepasst werden, damit es trotz vielleicht eingeschränkter Beweglichkeit in der Wirbelsäule gut zur Tafel schauen kann und dabei keine Schmerzen hat.

    ggf. würde ich ihn in einem sozialpädiatrischen Zentrum mal testen lassen, mit einem altersgemäßen Entwicklungstest. In einem solchen Test kann man sehr gut die Stärken und Schwächen und auch ungleich entwickelte Bereiche abgrenzen. Manche KiDD-Kinder haben Wahrnehmungsstörungen in verschiedenen Bereichen, die auch erhebliche Schulprobs mit sich bringen können, da wär es nicht schlecht, wenn mal ein Sozialpädiater ihn sich anschauen würde. Kann nur hilfreich sein, da könnte man nämlich was machen....

    Beim meinem Sohn (er wird fünf) haben sich die Symptome (auch Gleichgewicht, Koordination, Höhenangst usw usf...:ochne:) in den ersten Ergotherapiestunden nicht die Bohne verändert, erst nach dem Einrenken machte er dann nach ca. 5 Wochen einen richtigen Satz nach vorn.
    Dann wurde die Ergo nicht mehr bezahlt und wir mußten uns neu orientieren. Was weitere Ergo gebracht hätte, nun wir können nur orakeln. Er bekam dann Krankengymnastik nach Bobath und seit April macht er heilpädagogisches Reiten. Und das kann ich nur bedingungslos weiterempfehlen. Ich weiß nicht, was hier so hilft, vielleicht die Kombi von beidem. Aber das Reiten ist der Bringer schlechthin, seitdem hat er riesige Fortschritte im Gleichgewicht und auch der Höhenangstbewältigung gemacht. Seine Rumpfmuskulatur ist stärker geworden, früher wie ein Mehlsack auf dem Gaul gehangen, jetzt trabt er schon. Und steht auf dem Pferd (!), macht Liegestützen drauf, rutscht über die Kuppe runter. Und ist stolz wie Oskar. :bravo:.... und das ist ganz was wichtiges: die Kinder haben Erfolgserlebnisse und sie werden selbstbewußter. Die anderen Kids sind auch bissi neidisch, weil er zum Reiten geht... das hebt seinen "Makel" auf, dass er eben nicht mit ihnen klettern oder radeln kann...
    wenn ihr irgendwie die Möglichkeit habt, dann probiert es aus. Der Therapiefaktor Pferd hat so einen hohen Aufforderungs- und auch Tröstecharakter, für den Gaul machen die Kinder alles, was sie beim menschlichen Therapeuten noch verweigern. Und die Kinder müssen sich auf eine Art konzentrieren, die sie nicht als Therapie und Arbeit empfinden, das läuft eher so nebenher.


    alles Gute für Euch Beide:winke:
     
  4. Wölfin

    Wölfin Gehört zum Inventar

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    AW: Ich weiß nicht weiter...

    Vielen Dank für eure Antworten, sie sind sehr hilfreich für mich.

    Ich glaube auch, dass ein Rückstufung viel Druck nehmen kann und er hat so einfach noch ein Jahr mehr Zeit (wobei diese Schule bis zur 6. Klasse geht).

    An Lucie: Ergotherapie hatte er schon in der Kiga-Zeit mehrere Rezepte (es wurde eine Raumwahrnehmungsstörung festgestellt), aber nie wurde etwas über das KiDD-Syndrom gesagt. Es wurde zwar besser, mehr aber auch nicht.
    Ich habe eine Adresse von einer Ärztin in Hamburg, die KiSS-Kinder behandelt, dort werde ich nachfragen, ob sie auch ältere Kinder behandelt.

    Da in der Schule kaum Frontalunterricht ist (es gibt dort gar keine Tafel) denke ich, dass es mit dem schrägen Schreibpult schon so o.k. ist. Aber für hier zu Hause werden wir uns trotzdem noch etwas überlegen.

    Vor Pferden hat Felix leider Angst und hier in der Umgebung gibt es vor allem solche Angebote nicht. Mal sehen, wo die nächste Möglichkeit wäre....die Fahrt würde ich gerne machen, wenn es hilft. Vermutlich muss ich erstmal hinfahren damit Felix es sich anschauen kann - darüber nachgedacht habe ich schon vor Jahren, aber Felix wollte auf keinen Fall in die Nähe einen Pferdes.
    Vielleicht erzähle ich mal von deinem Sohn und seinem Erfolg und Spaß :)

    Ach ja, LRS haben alle bisherigen Lehrer ausgeschlossen, da seine Lieblingsbeschäftigung Lesen ist, schließe ich es auch aus!

    Nun geht es weiter!

    Grüße von
     
  5. Lucie

    Lucie Lohnt sich! Wehmiowehmioweh

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    AW: Ich weiß nicht weiter...

    :winke:
    leider kennen sich nicht so viele Leute mit dem KiSSsyndrom aus, bei meinem Älteren wurde es auch erst mit vier Jahren festgestellt und da war er schon bei unzähligen Therapeuten jeglicher Fachrichtung, selbst die erfahrenen Therapeuten der Frühförderung haben nichts festgestellt und nichts geahnt. Obwohl sein Verlauf lehrbuchmäßig war.
    Er bekam seit dem 2,5 LJ Therapie, aber erst nach dem Einrenken wurden die Maßnahmen auch wirksam, zuvor fragte ich mich oft, ob die kleinen Fortschritte wirklich den Aufwand rechtfertigen und ob sie nicht auch ohne die Therapie gekommen wären...:ochne:
    wegen Angst vor Pferden: das ist nicht normales Reiten. Die Therapeuten dort sind Pädagogen (Lehrer) oder Krankengymnasten mit Zusatzausbildung. Die Kinder dürfen ihr eigenes Tempo bestimmen und werden nie zu etwas gezwungen. Bei uns war ein Kind, das lief sechs Monate neben dem Pferd her... war auch o.k.
    In den Gruppen kann ein ängstliches Kind z.b. auch ers mal das Pferd führen bevor es sich selbst draufsetzt. Oder den anderen zuschauen...

    Das Reiten kann man z.B. auch aufschieben, es ist davon auszugehen dass er - immer annahme es ist ein KiDD - nach dem Einrenken irgendwann automatisch eine Besserung seiner Wahrnehmungsstörungen und Höhenangst erfahren wird, da hätts dann immer noch zeit.
    Jetzt für den Anfang fänd ich SI = Sensorische Integrationstherapie als sehr sinnvoll, das ist auch eine der Therapien, die die KiSS-ärzte empfehlen und die die Kasse zahlt... und die auch bestimmt hilfreich ist, auch wenn es kein KiDD ist sondern eine andere Ursache hat...

    alles gute
     
  6. Wölfin

    Wölfin Gehört zum Inventar

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    AW: Ich weiß nicht weiter...

    Hallo Lucie,

    genauso geht/ging es mir auch!
    Die jetzige ganz neue Ergotherapeutin ist die erste, die diese Vermutung ausgesprochen hat!

    Mit dem therapeutischen Reiten - ja, ich hoffe ja, dass wir bald umziehen werden und es dann in der Nähe so etwas gibt. Das hört sich sehr gut an und Felix mag Tiere sonst sehr gerne, vielleicht überwindet er so sogar seine Angst vor Pferden. Das fände ich sehr schön.

    Ja, warum die Ärzte das oft noch nicht wahr haben wollen, verstehe ich auch nicht.
    Das stand auch in dem Zeitungsartikel! In Crivitz gibt es aber ein Krankenhaus, wo den Müttern eine Behandlung angeboten wird (die Osteopatin kommt einmal die Woche ins Krankenhaus). Die Hebammen sagen, dass die Kinder seit dem ruhiger sind und dass sie weniger Mittel gegen Blähungen brauchen :)!

    Das finde ich doch mal einen Fortschritt!

    Grüße von
     
  7. Elchen

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    AW: Ich weiß nicht weiter...

    Die müssen wir selber zahlen!
     
  8. Lucie

    Lucie Lohnt sich! Wehmiowehmioweh

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    AW: Ich weiß nicht weiter...

    Elchen.... pfffffffffffffff.... ehrlich??? da hatten wir ja noch Glück... unsere PKV machte zwar Ärger wegen der Kostenübernahme, letztendlich haben sie 30 Sitzungen übernommen, die aber dann anstandslos.
    Wobei - wir hatten ein Rezept für "Ergotherapie" - mit Diagnose blablabla... der Ergotherapeut hat dann ganz viel SI gemacht und Graphomotorik...
    ich denke, es bleibt dem Therapeuten, so er SI beherrscht, doch offen, WIE er mit den Kindern arbeitet... SI ist nicht anstrengender oder aufwändiger wie andere Techniken...

    @ Binebille: da ist viel Ideologie dahinter und vielleicht auch Ängste um die berühmte Butter auf dem Brot. KiSS ist leider auch zur Modediagnose "verkommen", das können langjährige gestandene Schulmediziner nicht so gut haben. Zumal es zuviele Erfolgsgeschichten von diesen "Quacksalbern" gibt...
    Das Buch von Biedermann ist auch - find ich - auf weiten Strecken vor allem ein Heischen und Werben um Verständnis und Anerkennung bei seinen beruflichen Kollegen, er geht sehr auf Schmusekurs. Es tut bestimmt weh, von Teilen der Fachkollegen als Scharlatan diffamiert zu werden...
    im Ausland (Schweiz, England z.B.) ist das gar nicht so eine große Sache, da ist KiSS eine Diagnose wie andere auch. Hier sagt man am besten gar nicth KiSS sondern Wirbelsäulenblockade oder sowas, dann fährt man schon mal besser...

    mir wär diese ganze Ideologie sowas von wurscht, wenn nicht die Kinder und Familien so immens drunter leiden müßten und die Folgekosten eines unbehandelten KiSS so unglaublich hoch sind im Vergleich zu den ein bis zwei oder drei Terminen beim Spezialisten. Aber je älter die Kids werden mit ihren Blockaden um so aufwändiger ist es, die Folgeschäden zu reparieren und umso schlimmer leiden die Kinder drunter und müssen unglaubliche Kompensationsleistungen bringen, um nicht bei ihren Freunden chronisch hinterherzuhinken.
    Mein Sohn spielt ganz oft mit wesentlich jüngeren Kindern, obwohl er kognitiv eher zwei bis drei Jahre voraus ist - weil er nicht mit der Motorik der Gleichaltrigen, Radeln, Inliner, Klettern usw. mithalten kann. Er hat deswegen Probs im Kiga und auch bei der Einschulung wird uns das Thema wieder mit voller Wucht treffen. :( . Er hat alles im Köpfchen, kann es aber wegen der Motorik nicht aufs Papier bringen.
    Er hatte schlimme Infekte und Stürze, weil er den Mund chronisch offen hatte und den Mororeflex nicht loswurde.
    Er hat nach mir getreten beim Wickeln, hat seltsames Essverhalten und Vorlieben gezeigt weil er taktil übersensibel ist und z.B. Krümel oder Säure im Mund nicht haben kann. Hat auch keiner diagnostiziert. War immer alles entweder normal, wächst sich aus oder aber die Mutter hat ein pädagogisches Problem...

    je länger ich mich mit dem Thema befasse umso unglaublicher finde ich es. Man darf nicht jeden Pups auf KiSS schieben, aber es gibt Symptomenkomplexe die schreien nach Abklärung.
    Und deshalb rate ich auch allen Eltern mit Schrei- oder Blähungs- Reflux-, Trinkschwäche-kindern, Eltern von Kindern mit Wahrnehmungs- und neuropädiatrischen Störungen für die keine organische Ursache zu finden ist, immer dazu, auch KiDD abklären zu lassen.
     

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