Hilfsbereitschaft oder das Mithelfen der Kinder im Haushalt

Dieses Thema im Forum "Rund um die Erziehung" wurde erstellt von christine, 29. Mai 2006.

  1. christine

    christine Weltreisende

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    Hallo!

    Ich mache mir gerade Gedanken darüber, wie man als Familie funktionieren kann, und zwar auch, was das Helfen der Kinder im Haushalt bzw. Hilfsbereitschaft betrifft.

    Martin und ich haben zwei verschiedene Modelle erlebt als Kinder und man muß sich Gedanken machen, in welche Richtung man tendiert, und das fällt mir grad etwas schwer.

    Bei uns zu Hause war es so, daß jeder von uns bestimmte Aufgaben hatte, wo die Zeit vorgegeben war, Spülen, Bad putzen, etc. Aber es wurde auch immer erwartet ( und so ist es heute noch), daß man immer zur Stelle ist, wenn Mutter was benötigt. Wenn der Tisch gedeckt oder abgedeckt wurde, wurde irgendwer oder gleich alle gefragt, "runtergeklingelt", " zusammen gehts doch schneller".

    Man läuft sich im Weg rum, vergißt die Hälfte, es wird vergessen, rumgeschickt usw. Man wurde auch oft rausgerissen aus etwas, " jetzt gibts Essen, kommt runter", alle helfen mit. Und ansonsten " hilf mir doch mal schnell" und so. Wenn man gemurrt hat (das tut meine Schwester heute noch, sie wohnt zu Hause, es gibt Krach ohne Ende, zum Glück zieht sie jetzt aus), ist das unhöflich uns darf nicht sein. Man muß doch erwarten können, daß man gerne hilft, nicht meine Eltern alles alleine machen müssen.

    Bei mir und meinem Bruder hat das gut gefunzt, aber bei meiner Schwester ist das Katastrophe, bei meinem 14 jährigen Bruder fängt das alles erst an jetzt, der wurde irgendwie erst viel später in die Mangel genommen.

    Mein Mann reagiert total gereizt, wenn ich ihn zwischendurch was frage oder bitte, der maunzt rum, " knarzt", ich reagiere genau wie meine Mutter verletzt und will dann schon gar keine Hilfe, aber ich hab dazugelernt, er muß sich darauf vorbereiten können, dann klappt das. Und natürlich ist er hilfsbereit, nur will er anders gefragt werden. "jetzt gleich" bringt ihn auf die Palme, außer es ist lebensnotwendig für mich.

    Bei ihnen zu Hause hatte jedes Kind seine feste Einteilung, die anderen hatten wirklich frei. Einer hat Küchendienst, Tischdienst usw, auch wochenends war das so, man hat halt getauscht, wenns nicht anders ging.

    Bei meinen Eltern ist zusammen Essen heilig, nur wenns nich anders geht, ißt man getrennt. Auch morgens, wenn man als 17 jährige in der Disco war, um halb 10 wurde gefrühstückt und der Tag fing an.

    Martin kennt es nicht anders, daher ist er auch so geprägt und ich nehme an, er wird sich hier durchsetzen bei uns.

    Ich krieg Julia nicht dazu mitzuhelfen, da kann ich mich verbiegen, sie sieht die Notwendigkeit nicht. Sie ist ja erst viereinhalb, und es geht um Teller hinstellen oder so, Kleinigkeiten, wenn ich sie bitte. Ich hab keine Ahnung, wie ich meine Kinder wirklich zur Hilfsbereitschaft erziehen kann, jetzt versage ich ;-), vielleicht sind sie noch zu klein, Ben ist ja erst drei.

    Wie macht Ihr das? Auch Ihr, die Ihr schon ältere Kinder habt, regelt Ihr das richtig oder läuft das einfach so?

    Meine Mutter erwartet eigentlich meist, daß man (wie sie ja auch immer zu tun hat) daß abrufbereit ist. Das ist wie eine gute Eigenschaft. Aber wer sagt, daß ich das jetzt tun muß und nicht irgendwann, wenns mir in den Kram paßt? Es gab natürlich keine Störung, wenn man konzentriert war, lernen mußte, Klavier geübt hat oä, und wenn man draußen war, wurde man auch nicht einfach reingerufen. Aber die Tendenz war so, war man sichtbar, wurde man oft rangeholt. Und das hab ich umgesetzt bei Martin und hab eine auf die Nuß bekommen. Das ist echt streng verboten ;-)

    Wie seht Ihr das?

    christine
     
  2. jackie

    jackie buchstabenwirbelwind
    Moderatorin

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    AW: Hilfsbereitschaft oder das Mithelfen der Kinder im Haushalt

    ein schwieriges thema :jaja:

    da muss jede familie ihren eigenen umgang finden.

    bei uns ist es so, dass das gemeinsame abendessen einen wichtigen stellenwert hat, weil wir uns sonst selten am tag alle zusammen sehen (und wir sind nur drei :cool: )
    trotzdem kann auch das durchbrochenw erden, aber selten

    knatschen ist ok, ich kann verstehen, wenn zb jani keine lust hat, den tisch zu decken. trotzdem bin ich da konsequent. wer mitessen will muss auch mithelfen. :-> das macht er eigentlich seit er zwei ist mit wechselnder begeisterung. er muß auch nicht alleinedecken, das macht der erwachsene mit ihm, der nicht gekocht hat.

    eine neue regel hab ich auch eingeführt (ansich ist der küchenbereich puncto ordnung und sauberkeit mein bereich) - der/die der kocht, räumt nachher auf, die die nur gegessen haben, räumen ab. nach einigen anfänglichen murrereien meiner männer funkt das auch ganz gut. :-D

    mir kringeln sich eben die zehennägel, wenn ich das gefühl hab, alles bleibt an mir hängen (auch son muttertrauma :wink: )

    :winke:
    jackie
     
  3. christine

    christine Weltreisende

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    AW: Hilfsbereitschaft oder das Mithelfen der Kinder im Haushalt

    Ich will nicht, daß meine Kinder ein Muttertrauma kriegen ;-), ich hab da grad gestern eins hinter mir. Wir waren als Familie zusammen und haben Probleme durchgekaut und leider mußten wir meiner Ma ein paar unangenehme Dinge sagen, lieb aber ehrlich. Naja, war eigentlich sehr unangenehm und auch traurig.....aber manchmal muß es sein....und das ist eben ein Punkt gewesen, daß sie immer auf Bereitschaft pocht.

    christine
     
  4. Michi72

    Michi72 Gehört zum Inventar

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    AW: Hilfsbereitschaft oder das Mithelfen der Kinder im Haushalt

    Hallo,

    gegessen wird bei uns gemeinsam.Tisch decken und abräumen tun die Kids gerne.Seit dem sie 6 Jahre sind.Vorher ging zuviel geschirr zu bruch*lol*

    Ansonsten finde ich "feste" Regelungen im Haushalt bei uns schwachsinn.Meine 3 Grossen haben meist bis 16 Uhr Schule, danach HAs und da finde ich, das den Kids noch etwas freizeit bleiben sollte.

    Wenn sie mal früher Schule aus haben, gehen sie gern mal einkaufen, spülen auch mal usw.Aber das auch erst, seit dem sie 6 Jahre alt sind.Am Wochenende helfen alle mit aufräumen und putzen, weil sie wissen, das man dann auch das ganze Wochenende frei hat und machen kann was man will.

    Unter der Woche mache ich meist aber alles selbst.Ich gehe ja nur 3 mal die Woche für 4 Stunden arbeiten und danach habe ich ja Zeit alles andere zu machen.

    Fabienne hilft mir manchmal beim putzen oder kochen, aber meist ist sie nach der Spielgruppe zu müde und pennt lieber*ggg

    Lg,
    Michaela
     
  5. christine

    christine Weltreisende

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    AW: Hilfsbereitschaft oder das Mithelfen der Kinder im Haushalt

    Danke!

    Ich wollte übrigens noch sagen, daß ich das nicht auf das jetzige Alter meiner Kinder beziehe, dafür sind sie noch zu klein für Pläne, ist ja logisch. Aber wenn sie Schulkinder sind, Teenies....wenn man schon was verlangen kann und man mit ihnen reden.

    christine
     
  6. Silly

    Silly Moni, das Bodenseeungeheuer

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    AW: Hilfsbereitschaft oder das Mithelfen der Kinder im Haushalt

    :winke:

    bei uns ist das momentan fest geregelt und die erbrachte Leistung war eine Zeitlang auch an das Taschengeld gekoppelt. (festes Grundgehalt mit der Möglichkeit dazu zuverdienen *böseMamibin* )
    Wochenweise im Wechsel deckt der eine den Tisch und der andere räumt ab.
    Falls einer mal verhindert ist (weil eben noch in der Schule, räumen dann beide ab)

    Ich denke je früher man die Kinder in diesem Bereich fordert, umso selbstverständlicher ist später die Hilfe, weil eben der Kampf um das Erbringen des Helfens früher stattfand. Und zwar zu einem Zeitpunkt, da die Kinder noch nicht sooo extrem ihren eigenen Willen durchzusetzen versuchen.

    Allerdings, Christine, finde ich, daß Julia doch noch etwas klein ist für eine solche Regelung :)
    finde Dinge, die ihr Spaß machen. Jonathan putzt beispielsweise mit Inbrunst den Tisch nach dem Essen (Glastisch mit Glasreiniger) - wehe ich komme auf die Idee das zu machen :nix:

    LG Silly
     
  7. nici

    nici keiner Titel

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    AW: Hilfsbereitschaft oder das Mithelfen der Kinder im Haushalt

    Hi,

    in unserer Mini-Familie läuft es derzeit so ab: ich bitte Luca, mir zu helfen, beim Tischdecken z.B. oder beim Kochen. Meist mit den Worten: "magst du mir helfen beim..."

    Ich akzeptiere auch, wenn er keine Lust hat. Aber meistens ist er mit Feuereifer bei der Sache, holt alleine Teller, fragt welche, sucht die Becher dazu aus, das Besteck, etc. Mir ist das wurscht, welche Becher er dazu stellt, Hauptsache, er ist froh, daß er helfen durfte/konnte.

    Für mich war es immer das Furchtbarste, wenn ich gesagt bekam: "Hilf." Und hinterher konnt ich nix recht machen :(

    Luca liebt es mir zu helfen, egal ob Tisch decken, Wäsche aufhängen, Bad putzen, ...

    Wir machen die Dinge einfach gemeinsam, dann machen sie einen Haufen Spaß.

    Wahrscheinlich ist es einfacher, wenn man nur zu zweit ist, als wenn man zu viert oder zu noch mehr ist.
    Ich denke, wenn Luca ein bißchen älter ist, wird er vielleicht auch Aufgaben übernehmen wollen, für die er dann selbständig verantwortlich ist (wie Blumen giessen z.B.), das laß ich mal auf mich zu kommen.

    Grüßle
    Nici
     
  8. Brini2000

    Brini2000 Familienmitglied

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    AW: Hilfsbereitschaft oder das Mithelfen der Kinder im Haushalt

    Hallo,

    als ich noch zu Hause gewohnt hab gab es gewisse Dinge, für die ich verantwortlich war. Z.B. Tischdecken, Abwaschen, Abtrocknen, Saugen, Samstags die Bäder putzen und sowas. Das hat mich auf gut deutsch angek****t zumal auch nicht drauf R+ücksicht genommen wurde dass ich arbeiten oder auch mal länger weg war. So möchte ich es später nicht unbedingt mit Gina haben.

    Im Moment ist es so, dass Gina supergerne hilft bei Sachen wo sie kann, also Tisch decken/abräumen, Wäsche aufhängen, Staubwischen und sowas. Auch beim Abwaschen will sie dauernd mithelfen, ich muss sie her bremsen als anspornen weil die Hilfe häufig noch nach hinten losgeht:nix:

    Ich möchte für später, dass ich es vorher ankündige wenn ich Hilfe möchte, also z.B. in 10 Minuten möchte ich essen machen, hilfst du mir bitte dabei oder so in der Art. Also das Kind nicht aus dem Spiel reißen. Dauerparat stehen finde ich Käse, das gibt nur schlechte Laune auf beiden Seiten.

    Ich glaub eine große Hilfe war ich jetzt nicht....

    LG Brini
     

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