Hilfeee

Dieses Thema im Forum "Rund um die Erziehung" wurde erstellt von mojo, 14. Januar 2005.

  1. Hallo erst einmal,

    jetzt lese ich schon seit einiger Zeit wild im Forum umher und habe mich jetzt entschlossen auch mal um Hilfe zu bitten.
    Zum Kennenlernen unserer kleinen Familie möchte ich aber ein wenig was vorrauschicken:
    Wir, das sind mein Mann Nobby, mein Sohn Dion (geb. 9/2001, adoptiert aus Haiti und seit Juli 2004 bei uns) und ich, Simone, die Mama.
    Dion hat sich gut bei uns eingelebt und auch die Sache mit der Bindung und dem Vertrauen haben wir gut hingekriegt.
    Er ist im großen und ganzen sehr lieb, hat nur leider verlernt auf Erwachsene zu hören. Er geht in den Kindergarten und bringt dementsprechend auch "Redewendungen" mit nach Hause.
    Unser großes Problem besteht nun darin, dass Dion jede nacht 2-4x aufsteht und zu uns ins Bett kommt. Erst mal wollten wir darin kein Problem sehen. Aber mittlerweile ist er so aufdringich, dass ich (ich liege dann in der Bettmitte) irgendwann keinen Platz mehr habe. Das geht soweit, dass wenn ich mich umdrehen möchte und meinen Oberkörper anhebe liegt er schon auf meinem Platz. Wieder hinlegen für mich somit unmöglich.....
    Wir haben ihn dann konsequent vier Wochen lang immerwieder in sein Bett gebracht, wie gesagt, bis zu 4x die Nacht. Ohne Erfolg. Gestern dann ein erneuter Versuch, der dann in 2 1/2 Stunden Gebrüll geendet hat.
    Von 12:00-2:30 hat im Haus kein Mensch geschlafen und die Nachbarn auch nicht. Wir haben es mit beruhigen versucht, mit Strafen wie Spielzeugentzug und Nichtbeachtung, wir haben ihn schreien lassen und uns letztendlich dann auch noch zu zweit um ihn gekümmert. Uns ist einfach die Luft ausgegangen und wir haben auch weiter keine Idee mehr, wie wir ihm sein Bett schmackhaft machen können. Er hat Kuscheltiere,ein Nachtlicht, die Tür bleibt offen, es gibt ein Einschlafritual und einer von uns bleibt immer bei ihm, bis er schläft.
    Wollen wir dann unseren Willen einmal durchsetzen, geht das nicht, weil er einfach nicht das tut was wir von ihm wollen. Selbst nach zwei Stunden geheule und Streit, kommt er wieder aus seinem Zimmer und will in unser Bett. Er scheint nichts dabei zu lernen. Und das beste, heute morgen meinte er, er habe doch ganz lange in seinem Bett geschlafen (es waren dann glatte 4 Stunden, nachdem er einfach vor Erschöpfung eingeschlafen ist).
    Fazit: Mama und Papa sind müde und Sohnemann nicht!

    Wenn irgendjemand einen guten Trick auf Lager hat, nur her damit. Unser Latein ist am Ende :-(

    Wünsche allen ein schönes Wochenende!
    mojo
     
  2. Miriam78

    Miriam78 Familienmitglied

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    AW: Hilfeee

    Hm, bin keine Fachfrau. Aber die zeit vor der Adoption und jetzt die Eingewöhnung sind bestimmt nicht leicht für ihn. Er scheint sehr viel Nähe zu brauchen. Es klingt auch so, als ob er bei anderen Gelegenheiten nicht hören würde. Dort würde ich beginnen. Und mit liebevoller Konsequenz einen vertrauten Rahmen von Regeln schaffen, der irgendwann aufs Bett ausgedehnt wird. Solange würde ich ihn gleich in die Mitte legen - und ihn auch wegschieben, daß Du Platz hast. Wenn er davon aufwacht - da kann man nichts machen.

    Ich glaube, das ist für alle erholsamer.
     
  3. Florence

    Florence Hautärztin

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    AW: Hilfeee

    Erstmal "Herzlich Willkommen!" hier in der Schnullerfamilie.
    Die Tipps von Miriam kann ich nur unterschreiben. Ich denke, er ist mittlerweile so vertraut mit Euch, daß er jetzt beginnt, Grenzen zu testen. Und das immer wieder. Und er erwartet gleichbleibende Reaktionen.
    Vielleicht hilft es, wenn Ihr erstmal sein Bett mit in Euer Schlafzimmer stellt, so daß er Euch hört, riecht, nur die Hand ausstrecken muß, um sich zu versichern, daß Ihr noch da seid. Wenn das mit dem Bett nicht geht, legt ihm eine Matratze vor Euer Bett, auf der er schlafen kann, wenn er Eure Nähe braucht.
    Du hast nichts zu seiner Vorgeschichte geschrieben, vielleicht wißt Ihr selbst auch nicht so viel. Mir scheint aber, daß er massive Verlustängste hat, vielleicht mußte er sich schon häufiger von Vertrauenspersonen trennen.
    Gebt ihm Halt und Regeln, so viel wie möglich Nähe und Wärme. Sprecht mit ihm, daß Ihr auch nachts immer da seid, daß Ihr ihn immer hört, wenn etwas ist, daß Ihr nicht einfach weggeht. Daß Ihr aber auch, um am nächsten Tag ausgeschlafen sein zu können, Euern ungestörten Schlaf braucht.
    Ihr habt Euch eine schöne, aber anstrengende Aufgabe gestellt. :prima:
    Melde Dich ruhig weiterhin, wenn Du Sorgen und Fragen hast, ein paar wertvolle Informationen findet man hier in den allermeisten Fällen.
    Liebe Grüße, Anke
     
  4. christine

    christine Weltreisende

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    AW: Hilfeee

    Hallo Mojo!

    Ich dachte auch sofort ähnlich, ich glaube er braucht sowohl Nähe als daß er auch seine Grenzen testen will. Dieses Nähebedürfnis würde ich ihm geben, was sagt Dein Gefühl eigentlich? Oft fahre ich gut, wenn ich einfach nach dem Gefühl gehe.

    Wir haben solche Phasen zur Genüge hinter uns, und unsere Kinder haben keine "Vorgeschichte", ich weiß ja nicht, wie seine aussieht. Wir haben drei Lösungen gefunden: Eine Extramatratze kam in Julias Zimmer und einer von uns hat nachts dort weitergeschlafen, schon war Ruhe. Ein Kinderreisebett steht in unserem Zimmer, da kommt immer ein Kind rein, wenn es rummuckt nachts und nciht wieder einschlafen kann. Wirkt Wunder. Oder halt ins eigene Bett mitnehmen und versuchen, Regeln aufzustellen, aber nicht in der Nacht, sondern tagsüber bzw. dann, wenn er aufnahmefähig ist.

    Ich muß sagen, ich hab keine Angst mehr , daß der Schuß nach hinten losgeht und meine Kinder sich das total angewöhnen. Als sie ganz klein waren, hatte ich den Grundsatz: Ich gebe ihnen soviel Nähe wie sie brauchen, daß sie ein ganz starkes Vertrauen zu mir bekommen, auch tagsüber, halte meine Versprechen, dann kann ich auch mal wegsein und das Kind WEISS innerlich, daß ich nicht weggehe von ihm und kann sich auch besser von mir lösen. Vielleicht muß er da was nachholen?

    Wie sieht es denn ansonsten mit seiner Anhänglichkeit aus?

    Ach ja, ich glaube auch, daß es überhaupt nichts bringt, mit Strafen da weiterzukommen....

    Christine
     
  5. AW: Hilfeee

    Also das mit der Matratze oder einem Elternreisebett in seinem Zimmer finde ich auch gut, das machen wir auch, wenn mal wieder so eine Phase kommt. Und das mit dem Kinderbett in eurem Zimmer ist auch eine gute Idee, allerdings weiß ich nicht, ob er dann dort schlafen wird.
    Was sagt er denn, warum er auf jeden Fall bei euch schlafen will? Hendrik erzählt mir dann ab und an was von Krokodilen und Geistern (wenn er Angst hatte) oder er meint dann, dass er schmusen will.... ich drück euch die Daumen, dass ihr wieder zum Schlafen kommt! Ach ja und viel Spaß hier!
     
  6. AW: Hilfeee

    Hallo zusammen,

    Danke erst einmal für die doch hilfreichen Antworten.

    Einige der Tipps haben wir auch schon probiert. Ein seperates Bett in unserem Zimmer akzeptiert er nicht, genauso wenig wie eine Matratze. Die Gründe für seine nächtlichen Wanderungen sind vielfältig, manchmal bekommt er es gar nicht mit, noch nicht einmal wenn wir ihn gleich wieder retour bringen, ein ander mal leben wildgewordene Affen in seinem Zimmer, die aber sein Kuschelaffe (sein Lieblingtier) dann in Schach halten kann. Und manchmal will er einfach nur kuscheln. Er ist insgesamt sehr verschmust und küsst und herzt am liebsten den ganzen Tag. Leider muss man auch da Grenzen setzten ( im Hintergrund höre ich die Schreie, das Kind braucht doch Liebe, die bekommt er auch aber nicht wenn ich auf dem Klo sitzte und auch nicht beim Essen, und so.)
    Aber seit drei - vier Tagen klappt unser überlegtes "Konzept" einigermaßen.
    Ich hatte ihn nochmal gefragt, warum er mich nachts immer weckt. Als Antwort kam das Bedürfnis nach kuscheln. Wir sind dann so verblieben, dass wenn er die Nacht brav in seinem Bett verbringt, kommt einer von uns morgens an sein Bett, weckt ihn dort und kuschelt dann. Somit hat er was, was er gerne macht und ihn dafür belohnt, dass er im Bett geblieben ist. Seit dem geht er einmal die Nacht zur Toilette, anstatt in unser Bett und ist morgens damit auch noch trocken. Ich hoffe jetzt, das wir somit einen Weg gefunden haben, die normale Nacht für alle drei erholsam zu gestalten, denn auch für einen dreijähringen ist ein zwei Stunden Rhytmus in der Nacht sicher nicht erholsam. Rund um, uns geht es zur Zeit gut, die Nächte sind erholsam und wir hoffen, dass das noch eine Zeit so geht.

    Nochmals danke
    Simone
     
  7. christine

    christine Weltreisende

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    AW: Hilfeee

    Hallo Simone!

    Ich freue mich, daß Ihr einen Weg gefunden habt, und ich wünsche Euch eine richtig gute Zeit zusammen und daß Ihr die Probleme an der Wurzel packen könnt!
    Liebe Grüße

    christine
     

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