Hemmungen

Dieses Thema im Forum "Erfahrungsaustausch" wurde erstellt von ximox04, 30. Mai 2004.

  1. Hallöchen erstmal.

    Also ich hab da ein kleines Problem. Vieleicht gehts ja jemandem genauso oder ihr wisst einen Rat.

    Ich fang einfach mal an.

    Ich hab meinem Sohn noch nie was vorgesungen. Ich weiß nicht, wie ich das beschreiben soll. Aber da ist so eine innere Sperre. Wenn ich mir vornehme, ihm was vorzusingen (was ihm sicher gefallen würde) kommt einfach kein Ton über meine Lippen. Wenn überhaupt, dann summe ich nur vor mich hin. Genauso ist es mit Spielchen. Ich spiele gerne mit Yannick. Aber eben nur mit seinem Spielzeug. Nicht wirklich mit IHM (Fingerspiele oder sowas).

    Wißt ihr, wie ich das meine. Es ist einfach eine Hemmschwelle da, die ich selbst nicht verstehe. Ich würde mich so gerne mehr mit ihm beschäftigen. Aber es ist auch so eine allgemeine Distanz zwischen uns da. Ich kann das wirklich schlecht erklären. Es ist mir wirklich peinlich. Und ich hab schon ein richtig schlechtes Gewissen. Aber ich weiß nicht, was ich dagegen tun soll.
     
  2. jackie

    jackie buchstabenwirbelwind
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    liebe mandy :D

    ich hoffe, du nimmst mir das nicht übel, aber ich würde an deiner stelle um professionelle hilfe ansuchen :jaja:
    besonders, weil du diesen zustand bemerkst und er dich schmerzt - sprich mal mit einer psychologin drüber


    alles liebe aus wien
    jackie
     
  3. Cornelia

    Cornelia Ex-Exilfriesin

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    Boah Jackie :o . Meinst Du nicht, dass das mit kanonen auf Spatzen schiessen ist?? Ohne das Ganze zu hinterfragen... :???:

    Liebe Mandy,

    was meinst Du, woran es liegt? Hast Du eine Scheu bzw. hat Du angst, was flasch zu machen? Denkst Du Dir, er ist so klein, er kapiert es eh noch nicht?

    Mir ging es ähnlich mit Annika. Allerdings weiß ich nicht, bis zu welchem Alter. Mein Gedanke war: sie kapierts eh noch nicht. Dann: es kommt erst mal nichts zurück, das kann demotivieren. :jaja: Dann wußte ich nicht, was ich mit diesem Wurm machen sollte. Ich habe ihr fast nur Schlaflieder vorgesungen. Heute ists so, dass sie mir "verbietet" zu singen - entweder will sie selber singen oder die Cd soll singen oder gar keiner soll singen. Fingerspiele sind jetzt erst richtig interessant :jaja:

    Was ich sagen will: man wächst an seinen Aufgaben - es ist klar, dass Du unsicher bist. Hör mal weiter in Dich rein und beobachte dich ein wenig im Umgang mit dem Kleinen, geh in eine Krabbelgruppe bzw. suche Kontakt zu anderen Müttern und schau, wie die sich mit ihren Kids beschäftigen. Wenn du Berührungsängste hast, geh mit Deinem Sohn schwimmen - dann musst du ihn anfassen und wenn er Dich anlacht, wird das Dein Mutterherz schon erweichen :D Wenn du meinst, Du und er brauchen Musik - geh in die Musikschule - da gibts oft Kurse für ganz kleine Mäuse (wobei ich der Auffassung bin, dass das eigentlich mehr für die Eltern ist - aber wenns hilft, warum nicht).

    Und wenn Du wirklich meinst, Du brauchst Hilfe, such Dir wirklich nen guten Therapeuten. Am besten eine, die auch Kids hat. Ein Infogespräch kann dann ja nicht schaden.

    :winke: und alles Gute

    Conny
     
  4. Liebe Mandy,

    es ist schön, dass du den Mut hast, das auszusprechen.

    Wenn du wirklich wirklich Hemmungen hast, zu singen, dann lass es doch einfach :D
    Besorg dir eine schöne CD mit Kinderliedern oder sonst irgendwas und dann summst du eben! Du musst dich dabei wohl fühlen und bevor du dich dazu zwingst, lass es lieber und gehe deinen eigenen Weg.

    Ich hatte große Hemmungen, vor Hannah zu singen, weil ich es einfach nicht kann. Aber als sie aus dem Krankenhaus nach Hause kam und wir große Einschlafschwierigkeiten hatte, habe ich auch das Singen ausprobiert und heute gehört es dazu. Auch falsch und auch mit meinem Mann zusammen, der sehr gut singen kann.

    Zu den Fingerspielen: Such dir was einfaches für den Anfang. Vielleicht das klassische: Das ist der Daumen... Dauert nicht lange, man muss nicht viel "Aktion" zeigen - das Richtige zum Hemmungen überwinden.

    Ein bisschen nachdenklich stimmt mich der Satz:

    Was meinst du damit? Versuch, es ein wenig genauer zu formulieren.

    Hast du denn Körperkontakt mit ihm? Oder bezieht sich das "Distanz zwischen uns" nur auf Singen und Spiele und solche Dinge?

    Kuschelt ihr, drückt ihr euch? Hast du eine körperlich/zärtliche Beziehung zu ihm, streichelst du ihn, redest du mit Yannick, vermittelst du ihm, dass du (für ihn) da bist?

    Grüße, Kati
     
  5. Jill A.L.

    Jill A.L. Dauerschnullerer

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    Hallo

    ich weiß was du meinst. Mir ging es am Anfang auch so. Und ich habe eigentlich sonst wenig Hemmungen. Singen viel mir schwer, weil ich schlecht singe und außerdem keine Texte kann. Besonders wenn mein Mann in der Nähe war, hab ich nur ganz leise gesummt. Bis ich eines Tages auch meinen Mann hab singen hören, der offensichtlich auch Hemmungen hatte vor mir zu singen *hihi*. Außerdem find ich auch heute noch die meisten Kinderlieder hochgradig albern. Aber den Kleinen gefällts wirklich. Die Hemmungen lassen aber immer mehr nach und ich albere mit unserem Sohn herum, weil er jetzt schon zeigen kann, dass es ihm gefällt. Für so ein Babylachen macht man sich gern zum Affen. Ich denk schon oft, bloß gut dass mich keiner hören oder sehen kann.
    LAß dir vielleicht einfach Zeit. Wichtig ist, dass du dich dabei wohl fühlst. Du mußt ja nicht irgendwelche Kinderlieder singen oder -spiele spielen. Du kannst ja auch Musik für "Erwachsene" summen, die dir gefällt.
    Zuerst hab ICH mit seinen Beinchen gespielt, weil ich die so knuddelig fand. Nicht extra für seine Unterhaltung, sondern weils mir Spaß gemacht hat diese weichen Beinchen hin- und herzubewegen. ICh denke sowieso es ist sehr wichtig, dass DU Spaß am Spielen hast, denn das merken die Kleinen sehr genau und lassen sich davon anstecken. Wenn du dich an deine Schulzeit erinnerst, waren doch die guten Lehrer auch die, die Spaß an ihrem Fach hatten, oder?

    Vielleicht hilft es auch, andere Eltern mit ihren Kindern singen und spielen zu sehen.
    Ein Spiel, dass bei mir nur wenig Hemmungen ausgelöst hat, war HoppeHoppeReiter. Das kann man auch mit ganz kleinen Babys spielen (mußt es ja nicht gerade fallenlassen beim "Plumps")

    Achja und Babymassage wäre für euch vielleicht auch eine gute Idee?

    viel Spaß beim Babyschaukeln
    Jill
     
  6. Das mit der Distanz ist ein schwieriges Thema.

    Yannick was ein Not-Kaiserschnitt. Und ich hab ihn erst 1 Tag danach gesehen. Ich musste die Schwestern im KH fast zwingen, mir beim Aufstehen zu helfen. Sonst wärs wahrscheinlich noch später geworden.
    Na jedenfalls bin ich ins "Kinderzimmer" gegangen und wollte nach ihm sehen. Aber da war so viel los, daß ich erstmal völlig überfordert war. An der Wand standen die ganzen rollbaren Bettchen mit den Namensschildchen dran und die Hälfte der Babys war nicht im Bettchen. So auch Yannick. Und da ich ihn in der Nacht nur 5 Minuten bei Dämmerlicht gesehen hatte, musste ich sogar nachfragen, welches mein Kind ist :-( Das war mir so peinlich. Die hätten mir jedes Kind in den Arm drücken können. Woher sollte ich wissen, daß es mein Sohn ist???

    Diese Erfahrung nagt heute noch an mir. Mir fehlen die ersten Minuten mit dem Kleinen total und wenn ich darüber nachdenke, könnte ich jedesmal wieder losheulen. Ich hatte im Krankenhaus auch unheimliche Heulkrämpfe. Die Schwestern meinten schon, daß ich mir was verschreiben lassen soll, damit es nicht schlimmer wird. Aber ich war mir sicher, daß es besser wird, wenn ich nach Hause gehen darf. Und so war es dann auch.

    Seit dem geht es uns eigentlich ganz gut. Ich kuschel mit ihm, ich knuddel und knutsche ihn so oft es geht (ich wunder mich manchmal schon, daß er noch keine blauen Flecken auf den backen hat, vom küssen :-D ).

    Aber irgendwie spüre ich immernoch eine gewisse Distanz. Ich kann das schlecht erklären. Bei einigen Sachen halte ich einfach Abstand. Ganz unbewusst. Ich merke es nur dann, wenn er anfängt zu weinen. Und selbst das ist mir dann zuviel.

    Ich liebe ihn wirklich sehr. Und ich könnte ihn nie wieder hergeben. Aber ich glaube, ich bin in einigen Dingen einfach überfordert. Ich bin fast den ganzen Tag allein mit ihm. Und die Nächte sowieso, weil mein Mann Nachtschicht hat. Ich kann mich also mit niemandem austauschen. Ich war auch schon in einer Krabbelgruppe mit ihm. Aber da ich nicht von hier bin, und die anderen sich alle schon kannten, kam ich mir einfach nur überflüssig vor.

    Ich glaube auch, daß ich es einfach nicht ertragen kann, wenn der Kleine weint und sich nicht beruhigen läßt. Ich denke dann immer gleich, daß es an mir liegt. Und dann lege ich ihn hin und laß ihn ein paar Minuten schreien.

    Ach das gehört alles garnicht zum Thema. aber ich wollts loswerden. Ich weiß langsam nicht mehr, was ich machen soll.

    Sorry wenn ich vom Thema abgekommen bin. Das mit dem Singen hat eigentlich nichts damit zu tun, daß ich es nicht kann. Ich komm mir einfach blöd dabei vor. Genau wie bei allem anderen.


    Ich hör jetzt lieber auf. Sonst fällt mir noch mehr ein.
     
  7. jackie

    jackie buchstabenwirbelwind
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    conny, ich bin echt befremdet über dein entsetzen? was ist denn schlecht daran, zu einem psychologen zu gehen? das ist doch heutzutage keine "schande" mehr .. :eek:

    ich habe aus mandys sätzen einen großen kummer und eine tiefe verzweiflung herausgelesen, was nach einem unverarbeiteten trauma klingt.

    mit einer neutralen, professionellen person über diese gefühle reden, kann echte wunder bewirken.

    liebe mandy, ich hoffe, ich bin dir nicht zu nahe getreten. aber ich habe das gefühl, dass du dich schon lange damit quälst, daher mein rat, dich um professionelle hilfe umzuschaun. (nicht um singen zu lernen :-D :wink: sondern um deine seele wieder singen zu lassen)

    ganz liebe grüße
    jackie
     
  8. Cornelia

    Cornelia Ex-Exilfriesin

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    @ jackie: so ganz normal ist das (gsd) noch nicht. In manchen Kreisen mag das sogar in sein, aber manchmal wird m.E. auch zu schnell mit dem Psychologen "gedroht". Ich hoffe, dass es nicht "modern" wird, wie z.B. in den USA, wo sogar die Katze dort hin geschickt wird. Wenn man wirklich Hilfe braucht, ists ok.Und nicht jedem kann man einfach sagen "geh zum Psychiater/Psychologen" - nicht bei jedem ist es "normal". Das kann verletzen.

    @ mandy: Dass Du ein Problem hast, dadurch dass Du ihn nicht sofort gesehen hast, kann ich nachvollziehen. Ich konnte meinen Sohn direkt nach dem KS sehen und war aber auch froh, dass mein Männe die Schwestern mit Nicolas "verfolgen" konnte. So kann ich sicher sein, dass es meiner ist. Obwohl mir mein Bauchgefühl auch nie was anderes gesagt hat. Vielleicht würde in Deinem Fall ein Gespräch mit nem Therapeuten helfen oder vielleicht sogar ein Gentest, so dass Dein letzter kleiner Zweifel auch ausgeräumt werden kann?

    Und das mit dem "Blödvorkommen" vergeht auch wieder :jaja:
    Sonst lass wirklich einfach ne CD singen. Machen wir auch. Da kann man dann gemeinsam zuhören.

    :winke:
     

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