Heikle "normale" Geburt (laang)

Dieses Thema im Forum "Geburtsberichte" wurde erstellt von MamaLeon, 28. Juni 2002.

  1. Hach, also, jetzt setze ich mich mal hier an den Computer und versuche Euch die Geburt meines Süßen aufzuschreiben. Man vergisst ja soooo schnell :)

    Es war mittwoch der 5te Dezember 2001, eine Woche und einen Tag vor dem errechneten Geburtstermin, und ich wachte um sieben Uhr auf, hatte regelmäßig (Blähungen) "Das sind doch keine Wehen, oder? Ich krieg sicher Durchfall oder so" und keiner war zuhause. Dazu muss ich sagen, dass ich zu diesem Zeitpunkt noch bei meinen Eltern wohnte (bin erst 21 Jahre alt) und beide berufstätig sind.

    An diesem Tag war nur meine Oma (ohne Führerschein) zum Putzen da (sie hat da so nen Fimmel :jaja: ) und ich habe also meine Hebamme angerufen: "Ja, Jasmin, das sind dann doch eindeutig Wehen, leg Dich mal schön in die Badewanne und guck ob se weggehen oder stärker werden". Sie wurden stärker!!

    Ich, ganz allein, Mann 100km weiter weg in der Arbeit, habe also vor Aufregung meinen Vater angerufen, der dann auch prompt da war und mich in die Klinik gefahren hat.

    Dort haben sie mich erstmal ans CTG gehängt (mittlerweile ist es schon 10 Uhr morgens) und den MuMu untersucht: 2cm. Super.
    Die Ärztin meinte dann, sie vermutet trübes Fruchtwasser, weil sies auf dem Ultraschall so gesehen hätte, und dann kam die Oberärztin (ich und Papa schon ganz aufgeregt, mein Mann mittlerweile auch da) und untersuchte mich mit einem seltsamen Gerät (weiss den Namen nicht mehr) und viel Licht im intimbereich. "Kein trübes Fruchtwasser, aber bleiben sie mal lieber noch da, lassen sie sich gleich ein Zimmer geben, wir sind schon bei 3 cm, das rentiert sich nicht mehr zum Heimfachren.

    Dann noch ein CTG (so gings den Nachmittag weiter) und dann sind mein Mann und ich erstmal gemütlich was essen gegangen. Wenn ich schon oft gehört habe, dass einem Wehen eigentlich den Appetit verschlagen, dann trifft das auf mich garantiert nicht zu! :)

    Mein Mann ist dann gegen 18Uhr gefahren, ich habe mich in mein Zimmer verzogen und gelesen und irgendwann versucht zu schlafen. Das aber war mir nicht gegönnt, weil Leon plötzlich die Wehen anzog.
    Um zwölf Uhr habe ich mich dann erneut in die Geburtenstation gehievt und die Hebamme meinte, der Mumu sei jetzt auf 5cm und ich könne meinen Mann anrufen, es ginge los. Ohje, der Arme, war total müde, aber dann doch innerhalb fünf Minuten da. Ich bekam noch einen tollen Einlauf :( und durfte noch baden, dann gings ab in den Kreissaal, der mir so gut gefallen hat, dass ich nciht wieder raus wollte.

    Markus war so müde und schlecht, dass er der Hebamme das Pausenbrot weggefuttert hat und mir mein Wasser weggetrunken hat. Trotz starker Wehen gings aber nicht vorran, dann beschloss die Gute mir die Blase zu sprengen. Oweh, war das komisch, soviel heisses Wasser zwioschen den Beinen, und ich frage mich bis heute, wo die das ganze Fruchtwasser eigentlich hin haben, denn der Boden war nicht nass! :???: Hää?

    Das war um 3 Uhr nachts. Und dann gings los. Eine Stunde Wehen ohne Pause, in einer Heftigkeit die ich mir nie gedacht hatte! Ich lag auf der Seite und die Hebamme meinte immer ich solle mich doch drehen, vielleicht wird der Schmerz dann leichter, aber ich hatte solche Angst dass es dann noch schlimmer wird, dass ich mich erst nach einer Stunde gewagt habe auf den Rücken zu drehen.

    Aber es ging leichter und die Stunde war schon fast wieder wie ein (Alb-) Traum. Nur der blöde Blasendruck. Ständig bin ich also vom Bett zur Toilette gewatschelt, immer mit dem CTG um und dem Tropf dran, aber immer kam nur ein Tröpfchen. Es ging nicht voran! :heul:

    Um sechs Uhr morgens war dann Hebammenwechsel und Lernschwester Katrin betreute mich ab da. Am Anfang konnte ich sie gar nicht ausstehen, ich dachte "O Gott, jetzt muss ich bei D E R mein Baby zur Welt bringen", aber als die Wehen wieder heftiger wurden war sie sooooo nett und einfühlsam, dass ich sie ab da richtig mochte und froh war, dass sie es sein sollte, die mein Baby zur Welt bringt!

    Und ab da weiss ich nur noch Bruchstücke: Dass man mit einem Katheder meine Blase entleehrte (sehr interessant, ich weiß :) ), dass ich ständig nur Durst hatte und keine Presswehen bekam. Und ständig riet man mir mich auf die Seite zu legen, das der Kopf tiefer rutscht, aber ich hatte noch so horror wegen diese einen Stunde heftige Wehen, das ich mich vehement weigerte.

    Irgendwann meinte Katrin dann, ich solle einfach bei der nächsten Wehe mal mitpressen. Ich tats. Aber ich hatte immerzu das Gefühl, dass ich einen Schritt vor gehe und zwei zurück. Ich weiss nicht, wie lange ich gepresst habe ohne Druck zu verspüren, eine Stunde, vielleicht zwei, aber dann kam der Kopf. Endlich!! Und ich sah die Ärztin, die eine Schere holte und wusste genau: Ich bekomme einen Dammschnitt :o

    Den spürte ich allerdings nicht, obwohl ich danach mit 18Stichen genäht werden musste, war also schon etwas größer.

    Und Leons Kopf war draussen, aber dann steckte eine Schulter. Und plötzlich gings zu wie im Bienenhaus, ein Kinderartzt kam, eine zweite Hebamme, zwei Ärzte, und ich lag da, mit dem Kind zwischen meinen Beinen und dachte wirklich nur noch "Holt ihn endlich raus, ich will nicht mehr!!!!"

    Jeder zerrte und riß an mir rum, Beine an den Bauch drücken, wieder lang machen . . .

    Und dann war er endlich da. Um 10.16 Uhr am 6.Dezember 2001. Mein kleines Wunder. Sie mussten ihn allerdings erst noch beatmen, Gott-sei-dank atmete er dann wieder, der Kinderartzt untersuichte ihn, dann wurde er gewaschen und alles und erst dann, nach einer Stunde etwa, bekam ich ihn zu mir. Aber da war ich noch so fertig, dass ich alles gar nicht realisierte.

    Mein Mann hat das so mitgenommen alles, dass er eine Woche Bauchschmerzen und Übelkeit hatte (er war n i c h t krank!!!). Aber er war da für mich, hat mir Händchengehalten und mich einfach still unterstützt. Und dafür danke!!

    Leon war dann noch eine Woche auf der Kinderstadtion, weil er noch eine Infektion hatte, aber dann durften wir endlich nach Hause und es geht ihm auch heute noch bestens!! Und dafür kann ich mich nicht oft genug bedanken, denn es war keinesfalls selbstverständlich bei dieser Situation, es hätte nur zwei Minuten gebraucht und es gäbe ihn heute nicht!!

    Ich bin froh, das ich dieses Kind habe, ich liebe ihn über alles.

    Dass war mein laaaaanger Bericht, aber es war für mich wichtig alles zu schreiben!! Danke fürs Lesen!
     
  2. wie schön...

    ... schmöker gerade in den Geburtsberichten...
    War gerade richtig berührt.. wie schön für Euch!!!
    Und nochmal herzöichen Glückwunsch!!
    Vielleicht nehem ich mir auch mal ein wenig Zeit und schreibe mein Erlebis
    auf... ist ein schöner Anstoss gewesen!

    Liebe Grüße
    Chrissi
     

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