Freundschaft gegen "Bestechungsgeld"

Dieses Thema im Forum "Ratgeber" wurde erstellt von GiselaM, 2. Juli 2013.

  1. GiselaM

    GiselaM Dauerschnullerer

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    Hallo,

    verzeiht mir den plakativen Titel, aber ich wußte nicht, wie ich es anders ausdrücken soll.

    Folgendes: Bei Jakob im Kindergarten gibt es eine "Bande" - praktisch die unvermeidliche "In-Clique", die es in den verschiedenen Formen immer gibt. Jakob hat zu seinem Leidwesen nicht das Glück dazuzugehören - wie auch einige andere auch. Freunde hat er trotzdem, also soweit alles ok.

    Nun kam Jakob kürzlich ohne seinen derzeit kostbarsten Besitz, seine "Piratengoldduplone" nach Hause und mit einigen Recherchen kam zum Vorschein, dass Sohnemann die Duplone beim Rädelsführer der Bande gegen eine (temporäre) Mitgliedschaft eingetauscht hatte.
    Da musste ich doch erstmal gewaltig schlucken.

    Die Sache ließ sich dann leicht klären - wir kennen die Eltern des Jungen gut und es ist auch eine sehr nette Famile. Jakob hat seine Duplone ungefragt wiederbekommen, nachdem wir Eltern gesprochen hatten (wir haben das nicht verlangt, aber wäre es mein Sohn gewesen, hätte ich auch darauf bestanden, dass er dieses "Geschenk" zurückgibt).
    Es geht mir jedenfalls nicht um den anderen Jungen. Ich denke, der hat das nicht böse gemeint.

    Es geht mir um meinen Sohn. Wie kann ich ihm vermitteln, dass sich Freundschaft - oder vielleicht geht es hier eher um das "Dabei sein" und "Akzeptiert werden" nicht über materielle Gegenleistungen erreichen lässt?

    Kennt Ihr vielleicht ein gutes Buch, was ich mit ihm zusammen lesen kann? Ich habe versucht mit ihm darüber zu sprechen, aber er versteht nicht, was der Unterschied zwischen "schenken" und "bezahlen" ist. Er sagt zwar, dass er sich ganz schlecht gefühlt hat, als er die Duplone "verscheneken" "musste", aber das fällt ihm bei anderen Gelegenheiten auch schwer, z.B. wenn er Teilen muss obwohl er eigentlich nicht möchte.

    Danke für Eure Hilfe!

    vlg, Gisela
     
  2. Tigerentchen2110

    Tigerentchen2110 Rollige Erbse

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  3. Irrlicht

    Irrlicht Lichtlein

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    AW: Freundschaft gegen "Bestechungsgeld"

    ...das war auch mein erster Gedanke :umfall:
    Hoffentlich kommt Ihr aus der Gruppe bald raus und in eine neue, hoffnungsvollere Schulklasse.
    Mir ist sowas ja auch bekannt, aber aus dem Kindergarten?! 8O Das ist schon echt heftig.

    :troest:
     
  4. GiselaM

    GiselaM Dauerschnullerer

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    AW: Freundschaft gegen "Bestechungsgeld"

    Vielen Dank, Ihr beiden.

    Leider hat er ja noch ein Jahr, bis er in die Schule kommt ...

    Ich war im ersten Moment auch echt erschrocken. Inzwischen denke ich, ich muss mein Kind eben stärken, früher oder später, wäre er wohl ohnehin mit so einer Situation konfrontiert worden.

    Danke für die Bücher, Julia. Ich werde morgen mal unsere beiden Bibliotheken filzen - ich glaube, das habe ich dort schon mal gesehen.

    vlg, Gisela
     
  5. Su

    Su Das Luder

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    AW: Freundschaft gegen "Bestechungsgeld"

    Mich schockiert ja immer noch, obwohl schon vor Tagen gelesen, der Ausdruck diese In-Clique die es wohl überall gibt, NEIN, ich kenne das nicht das es in KiGärten In-Chliquen schon gibt *entsetzt guck*

    Lg
    Su
     
  6. GiselaM

    GiselaM Dauerschnullerer

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    AW: Freundschaft gegen "Bestechungsgeld"

    ach Su, dass war in Frankfurt noch viel Schlimmer. Dort gab es NUR Clicken und jedes Kind, dem es nicht gelang, dazuzugehören, war automatisch allein.

    Und ich kann mich gut an meine eigene Kindheit erinnern, wo es gewisse Leute gab, mit denen man gerne befreundet gewesen wäre, die aber eben kein Interesse an einem selbst hatten.

    Ich bin sehr froh, dass meine beiden "Großen" beide einen kleinen, aber "echten" Freundeskreis haben.
    Ich denke, wahrscheinlich ist es nicht unbedingt ein Wunder, dass sie in den "angesagten" Kreisen nicht punkten können, denn wir als Familie sind eben auch nicht so. Wir sind keine Aussteiger oder so, aber vieles von dem, was hier in der Neubausiedlung "Standard" ist, ist uns halt einfach nicht wichtig und so haben wir es nicht. Das will ich auch gar nicht anders haben - und langfristig werden meine Kinder wohl mehr davon haben, wenn ich ihnen vorm Schlafengehen "Narnia" vorlese, als wenn sie die Filme beim Start im Kino hätten sehen dürfen.

    Aber dennoch kann ich ihre Gefühle gut verstehen, wenn sie das Gefühl haben, jemanden anderen nicht gut genug zu sein. Und das tut wohl nicht nur ihnen weh, sondern auch mir. :)

    Ich würde am liebsten über meinen kleinen Jakob einen großen Eimer Selbstvertrauen auskippen. Ein Bewußtsein darüber, dass er so wie er ist unglaublich wertvoll ist - ganz egal ob das egal wer erkennen kann oder nicht.

    vlg, Gisela
     
  7. Su

    Su Das Luder

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    AW: Freundschaft gegen "Bestechungsgeld"

    Und das geht echt schon im Kindergartenalter los, das auf solche Dinge Wert gelegt wird, da haben wir ja hier echt Glück gehabt bei den Großen und Felix kommt ja jetzt in den Waldkindergarten, da kann ich mir auch nicht vorstellen, dass es da so Cliquen geben wird, die verbringen ja ganz anders die Zeit und sind in der Kleingruppe sehr intensiv betreut.

    Ich kenne das auch aus meiner Kindheit nicht und Larissa findet die "Mädelgang" in ihrer Klasse GsD eh total zickig und doof .

    Und sonst gebe ich Dir absolut recht, vom vorlesen haben sie bestimmt mehr :bussi:

    Wegen Jakob, vielleicht versuchen zu erklären, dass man nicht durch Geschenke geliebt wird sondern durch die Art die man hat. Wirklich schwierig.

    Lg
    Su
     
  8. Su

    Su Das Luder

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    AW: Freundschaft gegen "Bestechungsgeld"

    Was sagt den eigentlich die Erzieher im Kindergarten, das sollte dort unbedingt auch Thema werden!
     

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