@ Florence

Dieses Thema im Forum "Kinderkrankenpflege" wurde erstellt von Conny, 8. Dezember 2003.

  1. Conny

    Conny Mrs. Snape

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    Hallo!
    Ich hatte dir doch vor einigen Wochen wegen den komischen Flecken auf Christophs Haut einen Beitrag geschrieben, danke nochmal für die Antwort. Wir waren jetzt auch bei unserem Hautarzt. Er hat die Diagnose Mastozytose gestellt :( .
    Kannst du uns vielleicht drüber ein bisschen mehr als er erzählen? Er hat uns zwar gesagt, dass das eine Ansammlung von Mastzellen ist, die die Flecken dann verursachen und wir beim Baden aufpassen sollen (nicht zu heißes Wasser und an den Flecken nicht reiben), wegen der Histaminausschüttung und evtl. Allergie-Schock, aber das wars dann auch schon.
    Wäre lieb, wenn du noch ein bißerl drüber erzählen kannst,

    lieben Dank
    Gruß Conny
     
  2. Florence

    Florence Hautärztin

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    Hallo Conny,
    Die Mastozytose ist eine sehr seltene Krankheit. Wie hat er die denn festgestellt? Wurde dazu eine Hautprobe entnommen? Nur die würde die Diagnose nämlich sichern. Sind Blutproben entnommen worden?
    Bei der Mastozytose muß man zwischen zwei verschiedenen Formen unterscheiden. Die erste ist nur an der Haut lokalisiert (im Säuglingsalter die mit Abstand am häufigsten vorkommende), die zweite Form, betrifft den gesamten Körper, d.h. Magen-Darm-Trakt, Knochenmark, Atemwege, Lymphknoten, Leber, Milz, Nieren.
    Die Mastzellen sind Zellen, die im Blut und Gewebe vorkommen und eine spezielle Form von weißen Blutkörperchen darstellen. Ihre Funktion besteht darin, bei Entzündungen und allergischen Reaktionen Stoffe freizusetzen (z.B. Histamin), die das umliegende Gewebe anschwellen lassen, die Blutgefäße erweitern sich, Juckreiz entsteht. So lange das nur an einem Ort passiert, ist es lästig, aber nicht gefährlich. Gefährlich wird es bei der Mastozytose dann, wenn alle (vermehrt vorhandenen) Mastzellen gleichzeitig reagieren, z.B. auf Hitze oder Kälte, Reibung oder bei bestimmten Nahrungsmitteln (reifer Käse, Konserven). Dann führt die massive Ausschüttung von Histamin u.a. zum allergischen Schock. Deswegen laßt Christoph immer nur bei 37 °C baden, nur abtupfen, nicht reiben, auch sollte man mit Kleidung aus Wolle vorsichtig sein, die reizt viele Menschen zum großflächigen Kratzen. Weitere Situationen, die man meiden sollte oder wo es wichtig ist, auf die Erkrankung aufmerksam zu machen, sind Narkosen und Insektenstiche, Medikamente die nicht eingenommen werden sollten, sind Hustensäfte mit Codein, Aspirin, Heparin, Röntgenkontrastmittel.
    Eigentlich wäre es hilfreich für Euch, ein Notfallset mit Medikamenten zu Hause zu haben, die ihr ihm geben könntet, wenn wirklich mal ein Schock auftritt (ist aber recht selten).
    Bei den meisten Kindern heilt die Mastozytose von selbst wieder aus, der Rest muß damit leben lernen. Die Selbstheilung kann sich aber bis zur Pubertät hinziehen!
    Ich habe mir die Fotos vorhin nochmal angeschaut, das sieht schon sehr typisch aus. Aber wie das immer ist - man denkt erst an das häufige, dann an die seltenen Sachen.
    Seid lieb gegrüßt, wenn noch Fragen da sind, nur zu!
    Anke
     
  3. Conny

    Conny Mrs. Snape

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    Hallo!!

    Vielen Dank für deine ausführliche Antwort. Er hat noch keine Gewebsproben entnommen, hat mich aber auf die Möglichkeit drauf hingewiesen. Er meinte, ich könnte es machen lassen - muß aber nicht (mit der Hinsicht, dass er ja noch so klein ist und sich das wohl deshalb schwierig gestaltet). Er wäre sich ziemlich sicher, ich bin es mir eigentlich auch, habe schon ein bißchen im Netz gestöbert. Es ist so, dass er letzte Woche schon eine "Blase" am Hinterkopf hatte (er hat wohl beim Schlafen geschubbert), wo sich so ein Fleck befand, die dann irgendwann aufging und sich eine Kruste bildete. Jetzt ist es verheilt. Das spricht eben auch für eine Mastozytose. Ich hoffe, dass es "nur" die erste Form ist (ohne Organbeteiligung).

    Nochmals danke ich dir für die Antwort!

    LG Conny
     

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