Fischstäbchen und Co

Dieses Thema im Forum "Ernährung ab dem 1. Geburtstag ins Kleinkindalter" wurde erstellt von Kiki, 2. Juli 2003.

  1. Hallo.

    Charlotte mag keinen Fisch, weder aus dem Gläschen noch Seelachsfilet o.ä.
    Ich dachte, jetzt probiere ich es mal mit Fischstäbchen, die Iglu und Aldi sind ja gut weggekommen.
    Aber irgendwie schwebt mir im Kopf rum, dass die Panade nicht so gut sein soll. Wie haltet ihr das?
    Und wenn ja, gilt das nur für Fischstäbchen oder grundsätzlich für Panade (es gibt z.B. so leckere Gemüsestäbchen ...)

    Danke für eure Hilfe
    Kiki
     
  2. Stef

    Stef Gehört zum Inventar

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    Hallo,

    das Thema gab es schon mal. Conny (Exilfriesin) hatte einen Text reingesetzt. Ich kopier den mal rüber:

    service: familie
    jeden Sonntag, 18.30 Uhr im hessen fernsehen

    Ökotest: Fischstäbchen

    Die meisten Kinder mögen Fischstäbchen, doch bei den Eltern ist das Fast-Food-Gericht nicht so beliebt, denn Fischstäbchen gelten gemeinhin als ungesund und tatsächlich: Zu viele Gräten, zu viel Panade, zu viele Zusatzstoffe - das ist das Ergebnis von Ökotest.



    Gesundheitsbewusste Eltern sind von der Vorliebe ihrer Sprösslinge nicht begeistert, denn Fischstäbchen gelten als zu fettig und von minderer Qualität. Außerdem hört man immer wieder, dass die Hersteller ihre Produkte mit Zusatzstoffen aufpeppen, die Kinder schon beizeiten auf einen einseitigen Geschmack programmieren.

    Erst vor kurzem zitierte der "Stern" eine EU-Studie, die besagt, dass Kinder täglich Unmengen von Zusatzstoffen in Puddings, Limos, Saucen, Suppen und sonstigen Lebensmitteln vertilgen - viel mehr, als ihr kleiner Körper vertragen kann. Mögliche Folgen: Verhaltensauffälligkeiten, Kopfschmerzen, ein angeschlagenes Immunsystem oder brüchige Knochen.
    Wie gefährlich welcher Stoff in welchen Mengen tatsächlich ist, darüber konnten sich die Experten noch nicht einigen. Denn noch ist die Datenlage dünn, die EU-Studie ist unvollständig, Angaben aus Deutschland gibt es nicht.

    "Ökotest" hat 17 Sorten in vier Labore geschickt und sie zahlreichen Tests unterzogen.
    Bei fünf Fischstäbchen haben die Labore nur einen Mangel entdeckt, sie bekommen von uns ein "Gut". Den "Alice Virmonds Atlantikdelikatessen, Kabeljau Fischstäbchen" müssen wir allerdings die Note "ungenügend" ausstellen - ausgerechnet dem mit Abstand teuersten Produkt im Test.

    In allen Fischstäbchen-Sorten stecken Phosphate, die nicht für den Verbraucher erkennbar deklariert sind. Ob sie dennoch zugesetzt sind oder aber auf natürliche Weise im Produkt stecken, ist ungeklärt. Da aber der Verdacht, auch natürliche Phosphate könnten sich auf die kindliche Psyche auswirken, noch nicht ausgeräumt ist, machen wir da keinen Unterschied.

    Nematoden, Ekel erregende Wurmlaven, die im Fisch leben, hat das Labor diesmal nicht entdeckt. Da hat die Fisch verarbeitende Industrie offensichtlich aufgeräumt, vor einigen Jahren fanden wir die Würmer noch in einem Drittel der Fischstäbchen.

    Mit zinnorganischen Verbindungen sind die Fischstäbchen nur in Spuren belastet. Das liegt vermutlich daran, dass die Fische sehr jung gefangen werden und kaum Zeit haben, die Schadstoffe aufzunehmen, die von Schiffen ins Meer gelangen.
    Transfettsäuren enthalten die vorgebratenen Stäbchen nur in geringen Mengen. Wenn Sie darauf achten, bei der Zubereitung nur wenig oder gar kein Fett zu verwenden, besteht dadurch keine Gesundheitsgefahr.
    In drei Fischstäbchen stecken für Kinder gefährliche Gräten. Die Kabeljau-Fischstäbchen von "Alice Virmond" sind der Spitzenreiter mit fünf festen Gräten in einem Stäbchen. Aber auch die "TIP"-Fischstäbchen von Goldhand liegen mit drei Gräten in den untersuchten Stäbchen über den nach den Leitsätzen für gefrorenen Fisch erlaubten zwei Gräten pro Kilogramm Fisch. Nicht ganz so dramatisch sieht es beim "Eismann"-Produkt aus, dort hatte das Labor eine Gräte zu beanstanden.

    Der Panade-Anteil ist in mehreren Produkten zu hoch: Er liegt in zwölf Marken über 37 Prozent und reicht bis 47 Prozent Panade in den Kabeljau-Fischstäbchen von "Alice Virmond". Zwar handelt es sich dabei um Panade aus Bio-Ware: Erlaubt sind nach den Leitsätzen für tiefgefrorenen Fisch lediglich aber 35 Prozent Panade.

    Auch wenn das für die Rohware gilt: Für den Verbraucher deklariert sind 65 Prozent Fisch - und der Verbraucher kauft das vorgebratene Produkt. Alle Fischstäbchen bestehen zu hundert Prozent aus Filet; Fischmus, wie es so oft unter der Panade vermutet wird, haben die Chemiker nicht gefunden. Der Wasseranteil der Fische ist in Ordnung, daher ist nicht zu vermuten, dass ihnen Wasser zugesetzt wurde, damit sie schwerer erscheinen.

    Zehn Sorten schmeckten den Sensorikern gut, vier Mal war ihnen der Fisch zu weich. Außerdem löste sich beim Braten manchmal die Panade. Mit der Deklaration war das Labor in zwei Fällen nicht zufrieden: Einmal fehlte die Veterinärkontrollnummer, einmal die Mengenangabe des Fischs. Das gehört aber auf die Verpackung.



    Das hat Ökotest untersucht:

    Phosphate zählen zu den Zusatzstoffen in Lebensmitteln, die dafür sorgen können, dass Kinder hyperaktiv oder unaufmerksam werden oder Migräne bekommen. Künstliche Phosphate werden Lebensmitteln etwa als Bindemittel zugesetzt. Aber auch bei natürlichen Phosphaten besteht weiterhin der Verdacht, dass sie sich negativ auf das Verhalten und die Gesundheit von Kindern auswirken.

    Nematoden: Wurmlarven, die lebend bei Menschen zu Entzündungen, Geschwüren, Fieber, Koliken und sogar zu Darmverschluss führen können. Tote Nematoden sind ungefährlich.

    Zinnorganische Verbindungen: Stoffe wie Dibutylzinn (DBT) und Tributylzinn (TBT) sind sehr giftig und in der Umwelt meist nur schwer abbaubar. Bereits sehr kleine Mengen dieser beiden Substanzen genügen, um das Immun- und Hormonsystem von Tieren und vermutlich auch des Menschen zu beeinträchtigen.
    DBT-Verbindungen, die lange Zeit als nicht so gefährlich galten, werden inzwischen vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) anders beurteilt: Bisherige Untersuchungen zeigten, dass sich eindeutig Parallelen zu den Wirkungen von TBT ergäben. Andere zinnorganische Verbindungen sind zwar nicht ganz so giftig, können sich in höheren Konzentrationen aber vermutlich ebenfalls nachteilig auswirken.Transfettsäuren können beim Härten von Fetten entstehen. Sie wirken sich ungünstig auf den Cholesterinspiegel aus und begünstigen Arterienverkalkung. Bis zu zwei Gräten dürfen nach den Leitsätzen für gefrorenen Fisch in einem Kilogramm Fischstäbchen stecken.

    Panade-Anteil: Die Leitsätze für gefrorenen Fisch schreiben für nicht vorgebratene Fischstäbchen vor, dass sie zu mindestens 65 Prozent aus Fisch und damit zu höchstens 35 Prozent aus Panade bestehen dürfen. Am Wassergehalt lässt sich ablesen, ob den Fischen vor dem Gefrieren zur Erhöhung des Gewichts Fremdwasser zugesetzt wurde.

    Eiweißanteil: Je mehr Eiweiß und Wasser im Muskelfleisch steckt, desto fettärmer ist das Produkt. Fischeiweiß ist sehr leicht verdaulich. Fischmus besteht aus Fischabfällen, darin können auch Gräten enthalten sein. Fischmus ist nach den Leitsätzen für gefrorenen Fisch in Fischstäbchen verboten.



    So reagierten die Hersteller

    Die Anbieter der "Alice Virmonds Atlantikdelikatessen, Kabeljau Fischstäbchen" haben eine Erklärung für den hohen Panade-Anteil: Auf der Packung sei ein Gewicht von 180 Gramm deklariert, tatsächlich seien aber runde 230 Gramm Fischstäbchen drin - die Differenz sei Panade, die der Produzent den Kunden schenke. Denn mit Bio-Panade sei es nicht möglich, die Vorgabe der Leitsätze einzuhalten, da sie sonst abblättere.



    Sind Fischstäbchen ungesünder als frischer Fisch?

    Fisch ist neben Jodsalz die wichtigste Jodquelle. Auch wichtige Vitamine stecken in der Mahlzeit, daher sollte schon bei den Kleinen mindestens einmal wöchentlich Fisch auf den Tisch kommen. Verweigern sich Kinder erkennbaren Fischen und lassen sich auch nicht mit Meeresgetier in der Nudelsauce locken, sind "gute" Fischstäbchen in Ordnung.

    Denn Vitamine und Jod liefern sie ebenfalls, wenn auch weniger als frischer Fisch. Mehr Fett enthalten sie wegen der Panade aber allemal, doch wenn Eltern darauf achten, die Fischstäbchen nicht triefend fettig zuzubereiten und es als Beilage zum Beispiel Kartoffeln und Spinat statt Pommes gibt, sind die Stäbchen eine akzeptable Variante.

    Wenn es Ihre Zeit erlaubt: Wälzen Sie mal grätenfreies Fischfilet selbst in Semmelbröseln, vielleicht können Sie Ihr Kind damit locken.

    LG Steffi
     
  3. Stef

    Stef Gehört zum Inventar

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    Ich habs nur noch mal überflogen. Ich hoffe, daß das Deine Frage beantwortet. Der Text ist schon megalang.

    LG Steffi
     
  4. RTA

    RTA Blumenfee

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    Hallo,

    ich habe für Tabea die Panade immer abgemacht.
    Sie hat sie so auch gerne gegessen.

    LG
    Regina
     
  5. Riccarda

    Riccarda hat ihre eigenen Regeln und Gesetze

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    Hallo Kiki,

    paniertes ist ungesund, da zu fett, egal was sich drunter versteckt.

    Liebe Gruesse
    Riccarda
     
  6. @ Steffi
    Frage beantwortet, vielen Dank für deine Mühe
    Werde es demnächst mal ohne Panade versuchen, ob Charlotte das akzeptiert? Wahrscheinlich nur, wenn wir unsere auch ohne essen. Bin gespannt, ob sie Fisch in dieser Form isst.

    Vielen Dank an euch alle
    Kiki
     

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Stichworte:

  1. wurm im fischstäbchen

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