Fabienne Isabel - Geburt im Bergmann Klinikum, Potsdam

Dieses Thema im Forum "Geburtsberichte" wurde erstellt von Schäfchen, 24. November 2003.

  1. Schäfchen

    Schäfchen Copilotin

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    Meine Hebamme sagte mir einmal: Jede Schwangerschaft ist anders, jede Geburt ist anders und jedes Kind. Und sie hat recht! Ich habe es am eigenen Leib erfahren.

    Die zweite Schwangerschaft konnte ich weitaus mehr genießen als die erste: kein Arbeitsstress, keine frühen Wehen. Ich konnte mich problemlos bis zum letzten Tag frei bewegen ohne Bettruhe einhalten zu müssen. Die Kindsbewegungen waren intensiver, aber auch die Ungeduld auf das Baby schien dieses Mal wesentlich größer zu sein. Beim ET war man sich nicht so ganz einig. Meine Frauenärztin tendierte zum 26.11. und der Ultraschall beim zweiten Frauenarzt (ich wechselte aufgrund der Entfernung) zeigte den 18.11. - mir wars schnuppe. Das Baby würde schon wissen, wann der richtige Zeitpunkt gekommen war, sagte ich mir.

    Der 18.11. kam und ging. Das CTG zeigte leichte Wehenübungen, aber ansonsten tat sich nix. Auch am nächsten Tag blieb alles ruhig. Ein bißchen wunderte ich mich schon, immerhin nahm ich die 10 kg meiner Großen nicht selten auf den Arm. Den Bauch beeindruckte das wenig. Nachdem ich in den vergangenen Tagen wahre Putzorgien hatte, trieb mich meine Rastlosigkeit zum Kekse backen. Als die Keksdose voll war, hatte ich mir ein Bad verdient. Noch mal ausgiebig im angenehm heißen Wasser mit viel Schaum entspannen – nach der Geburt ist damit ja erstmal Essig. Angenehm müde krabbelte ich ins Bett, Ingo wollte lesen. Er war noch auf, als ich um halb vier ins Bad tapste. Na ja, und weil ein erotischer Gesellschaftsroman halt anregend sein kann ... Ob das allerdings der Grund dafür war, dass ich kurz danach leichtes Bauchziepen bekam, sei dahingestellt.

    Ich konnte nicht mehr schlafen, tat das Ziehen im Bauch aber als falschen Alarm und Einbildung ab. Da wir ohnehin um sechs aufstehen wollten, ging ich wieder ins Bad, zum Haare waschen. Das mach ich lieber morgens als abends in der Wanne, da ich sonst ausseh wie ein Besen. Blutspuren im Urin machten mich stutzig, unerwartet wurden die Unterleibsschmerzen stärker. Als Ingo durch die Tür lugte, meinte ich nur zu ihm: „Ich hoffe, du bist fit. Deine Tochter ist es jedenfalls!“ Dann ging es Schlag auf Schlag: SMS an meine Mama wegen Ariane mit anschließendem Telefonat, SMS an Nadine weil sie mit in den Kreissaal wollte, Frühstück machen, Anruf bei meiner Hebamme ... Die Wehen kamen nun schon im Drei-Minuten-Takt und hatten es in sich. Meine Hebi merkte das auch am Telefon und schickte uns sofort in die Klinik. Also: schnell mit dem Hund raus, Ariane wecken, anziehen und ab ins Auto. Ariane zügig in die Kita, da wird sie gut versorgt und dann ab nach Potsdam. Aufnahme im KH kurz nach acht Uhr morgens: Muttermund 2 cm offen, Wehen „naja“ (ich empfand das aber anders), ich ließ mich auf einen Einlauf ein (war ganz gut so) ...

    Richtig gemütlich wars im Vorwehenzimmer diesmal nicht. Die Abstände waren kurz, die Wehen heftig – und irgendwann kam das Frühstück wieder hoch. Dann ab in den Kreissaal: nochmal CTG, dann kam ich an den Tropf mit Antibiotika wegen der B-Streptokokken. Danach sollte ich viel laufen, Zugang blieb gelegt und das CTG konnte ich mit mir rumtragen. Dass ich eine alternative Geburt möchte, hab ich klar rausgestellt. Auf keinen Fall sollte es die unbequeme Bettposition wie bei Ariane sein.

    Ich merkte, wie ich bei den Wehen verkrampfte. Nicht gut für die Atmung! Der „Schnullerfamilie“-Frustsack mußte ganz schön was einstecken, aber das Draufhauen half ein wenig, so dass ich genug Sauerstoff fürs Baby tanken konnte. Ich ließ mir was krampflösendes geben, dachte ernsthaft über PDA nach. Dann riet mir die Hebamme zur warmen Dusche mit anschließender Bauchmassage von Ingo. Danach konnte ich nicht mehr, hatte ein echtes Tief: hundemüde und völlig ausgelaugt. Die Lernschwester trieb mich fast in den Wahnsinn, immer während einer Wehe wollte sie das CTG anlegen, meckerte weil ich nicht ins Bett ging und verstand gar nichts mehr, als Ingo vehement gegen die Fußhalterungen protestierte, die sie in Griffweite legen wollte. Als endlich wieder meine Hebamme da war, bat ich um eine PDA. Mein Ersuchen wurde abgelehnt: „Tut mir wirklich leid, aber dafür ist es zu spät. Sie schaffen das, Frau Schäfer! Ich hab schon Mittag für sie bestellt, lange dauerts nicht mehr, bis das Baby da ist.“ Und dann sollte ich doch wieder aufs Bett: Muttermundkontrolle, Fruchtblase sprengen ... Noch während die Hebamme arbeitete, wurde es etwas hektischer um mich. „Frau Schäfer, Luft anhalten“, hörte ich. Gleichzeitig rief mein Instinkt „pressen“. Ingos Stimme sagte mir: „Der Kopf ist schon da, du schaffst das.“ Prompt wiedersprach der Oberarzt: „Noch nicht ganz.“ Nach zwei Preßwehen war Fabienne geboren. Dann tönte ihr zartes Stimmchen, ich sah den schwarzen Haarschopf während das Fruchtwasser abgesaugt wurde. Die Hebamme guckte mich entschuldigend an und erklärte mir, dass Fabiennes Herztöne abgesackt waren und sie daher keine Chance hatte, mir eine alternative Geburtsposition zu lassen. Fabienne hatte sich die Nabelschnur um den Hals gewickelt, sah entsprechend blau aus. Und was den ET betraf: Die Hebamme im Kreissaal war der Meinung, dass unsere Tochter weit mehr als zwei Tage überfällig war, sie sehe aus wie übertragen.

    Mit ihrem Gewicht von 3545 g, einer Länge von 50 cm und einem KU von 34 cm wiederlegte Fabienne alle Befürchtungen meines Frauenarztes, das Kind könne unterversorgt sein. Ich hatte in der gesamten SS nur 6 kg zugenommen und die sehr langsam.

    Abschließend kann ich sagen:

    Ich hab zwar wieder im Bett entbunden, aber diesmal war es angenehmer. Die Position war anders und dank Ingo gab es keine Fußstützen. Das vordere Ende wurde nicht ganz so abgesenkt, dementsprechend hatten meine Füße Halt. Ich hab quasi gesessen, was ich im Nachhinein als sehr angenehm betrachte.

    Geschnitten wurde diesmal nicht. Ich bin ein ganz klein wenig gerissen, zwei Stiche brachten das in Ordnung.

    Was Nadines Teilnahme an der Geburt betrifft: Sie durfte leider nicht mit rein. Das sei angeblich nicht üblich. Immer nur eine Begleitperson sei erlaubt. Na ja, wir haben da auch andere Dinge gehört, die aber als Gerüchte und Unwahrheiten abgetan wurden.
     
  2. Kathi

    Kathi Dino

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    :bravo: Ein schöner Bericht. Hat mir sehr gut gefallen. Und auch hier nochmal: herzlichen Glücvkwunsch zur Eurer Süßen. Die habt Ihr prima hinbekommen.
     
  3. :laola: Ganz herzliche Glückwünsche! Die Kleine sieht ja sooo süss aus auf den Fotos!

    Liebe Grüsse
     
  4. Hallo Andrea,

    herzlichen Glückwunsch!! Ich musste immer wieder an Euch denken, und bin froh für euch, dass ihr eure Kleine jetzt im Arm halten könnt!

    Alles Liebe und Gute, auch von Magnus, der ja in den Genuss (oder eben auch nicht) eurer Avent-Pumpe kam!

    LG Nele
     
  5. Heh Andrea! Toll gemacht! Und es kommt doch immer anders als man denkt. :-D
    Ich finde es so toll, das Ingo diesmal mehr Einspruchsrecht hatte und Du scheinst auch trotz größerer Schmerzen weniger hilflos gewesen zu sein! ist doch Klasse! Und nur ein winzges Stückchen Naht!

    Und , sie ist sooooo süß Deinen neue Tochter! Mit so vielen Haaren!
    Ich finde sie ganz zauberhaft und freu mich riesig das sie da ist und dass es Euch allen gut geht!

    :bussi:

    Silke
     
  6. Brini

    Brini ohne Ende verliebt

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    Das ging ja flott mit deinem Bericht!

    Ein schöner Bericht, und ich freue mich, dass diese Geburt schöner war. Auch dass Ingo zu deiner unterstützung getan hat, dass hätt ich von Massimo auch gehofft.

    Nochmals: Herzlichen Glückwunsch zu eurer super süssen Tochter!

    Liebe Grüsse Sabrina
     
  7. Herzlichen Glückwunsch!
    Da könnt ihr ja mit zum Berliner Schnullertreffen am Sonnabend kommen! :-D :)
     
  8. Nessie

    Nessie Gehört zum Inventar

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    Hey Andrea. Ich freu mich so für dich. Ein schöner Bericht. Die Kleine ist zuckersüß! :jaja:
     

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