Experten für Mietrecht aufgepasst! Dringende Frage!

Dieses Thema im Forum "Kaffeeklatsch" wurde erstellt von Brini, 7. August 2005.

  1. Brini

    Brini ohne Ende verliebt

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    Hallo ihr lieben,

    heute muss ich für Freunde etwas fragen. Es ist so, dass sie im Frühling ein Haus gebaut haben und nun Pobleme haben, ihre Wohnung abzugeben.

    Folgendes:

    Fristgerechte Kündigung.
    Von der Vermieterin wurde ihnen folgende Arbeiten auferlegt:

    - Streichen der Wände und Decken
    - Streichen und abschleifen der Türen
    - Reinigen der Heizkörper und streichen
    - Ölen der Fenster
    - neuer Klopapierhalter / Handtuchhalter WC- Sitz
    - Defekte Türen und Zargen ersetzen
    - die Glaseinfassung der Küchentür erneuern


    So, gewohnt haben sie in der Wohung seit 12 Jahren. Die Vermieterin möchte die Kaution in höhe von rund 1500 Euro behalten um die Schäden zu beheben. Allerdings haben die Mieter alles renoviert, was sie konnten.
    Zudem kriegen sie wohl bald einen Stapel Rechnungen um auch diese zu begleichen, sofern die Kaution nicht reicht.

    eine weitere Frage, kann die Vermieterin das Geld von der Betriebskosten Abrechnung einbehalten?


    Vielen Dank im vorraus!

    Grüssle Sabrina
     
  2. Hallo Sabrina,
    Dein Anliegen ist ja gut gemeint, aber man kann nicht eben mal so per Ferndiagnose ohne Kenntnis des genauen Falls einen Rat geben. Man muß in jedem FAll den Mietvertrag lesen und sich alle Details anhören. Eine Antwort auf Dein Posting zu geben, wäre aus meiner Sicht höchst unseriös. Wenn Deine Freunde jetzt hier einen Rat bekämen, hätten sie keine Gewißheit, daß dieser richtig ist und nicht möglichweise einen Rechtsstreit auslöst. An wen wollen Sie sich denn dann wenden????

    Deine Freunde sollten sich im Zweifel von einem Anwalt oder dem Mieterschutz beraten lassen.
     
  3. Brini

    Brini ohne Ende verliebt

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    Hallo Ina,

    danke für deine Antwort. Natürlich haben unsere Freunde nicht vor, zur Vermieterin zu rennen mit dem Auszug aus diesem Posting! Was wir wissen möchte ist, ob das ganze überhaupt rechtlich ok ist, was die Vermieterin da verlangt.

    Vielleicht weiss jemand, ob nach 12 Jahren tatsächlich die Mieter neue Türen bezahlen müssen! :verdutz:

    Was darf die Vermieterin alles verlangen, nachdem die Wohung 12 Jahre "gebraucht" wurde, sprich natürliche Abnützung einfach da ist!

    Grüssle Sabrina
     
  4. sandra1602

    sandra1602 Dauerschnullerer

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    Hallo Brini, also wir hatten mit dem letzten Vermieter ähnliche Probleme.

    - Streichen der Wände und Decken => ist ok kamen wir auch nich drumrum

    - Streichen und abschleifen der Türen => kommt drauf an, was es für
    Rahmen und Türen sind. Wenn im Holz arge Dellen und Schrammen sind
    muss das wohl sein. Bei Metall entweder schrubben oder streichen. Sollten
    sie allerdings nach so langer Mietzeit normal abgewohnt aussehen ist das
    Vermieter Sache.

    - Reinigen der Heizkörper und streichen => säubern ja aber streichen?
    - Ölen der Fenster => meines Wissens Sache des Vermieters

    - neuer Klopapierhalter / Handtuchhalter WC- Sitz => wenns nicht im
    Mietvertrag steht nicht. Gehört nicht zur Pflichtausstattung wie ein
    Waschbecken z.B.

    - Defekte Türen und Zargen ersetzen
    - die Glaseinfassung der Küchentür erneuern => beides nach so langer Zeit
    Vermieter Sache, solange es normale Verschleißerscheinungen sind und
    nicht mutwillig "zerstört" wurde.

    Das Geld der in voraus gezahlten Betriebskosten darf sie nicht einbehalten.

    So das mal so ohne die genauen Umstände zu kennen. Garantieren kann ich dir nix aber so wurde es von unserer Anwältin gehandhabt. Zunächst sollten deine Bekannten auf jeden Fall einen Anwalt der sich im Mietrecht auskennt suchen. Der wird wissen was zu tun ist und die Vermieterin wird sicherlich nachgeben. Wenn auch nur in einigen Punkten. Mal ehrlich als Vermieter würde ich mir auch das Geld sparen wollen und versuchen alles vom Mieter erledigen zu lassen.

    Mfg Sandra
     
  5. ilselottikulle

    ilselottikulle Dauerschnullerer

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    Ich kann in diesem Fall nur raten, sich umgehend an den örtlichen Mieterverein zu wenden. Da wird man auf alle Fälle kompetent beraten!

    www.dmb.de

    Ich spreche aus eigener Erfahrung, ich hatte bisher fast immer Ärger mit meinen bisherigen Vermietern, und dort habe ich die Hilfe bekommen, die ich brauchte.

    In dem beschriebenen Fall stellt die Vermieterin auf jeden Fall unangemessene Forderungen, und nicht alles, was im Mietvertrag festgelegt ist, ist bindend, soviel weiss ich.

    Viel Erfolg!
     
  6. Im Grunde ist so, daß der Vermieter das Recht hat, die Wohnung so zu übernehmen, wie er sie übergeben hat.

    Ursula :V:
     
  7. schnurzel

    schnurzel Dauerschnullerer

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    nicht alles, was im Mietvertrag festgelegt ist, ist bindend

    das vielleicht nicht... aber als wir z. B. den Mietvertrag unterschrieben haben, haben wir uns auch damit einverstanden erklärt, dass wir - wenn wir wieder ausziehen, die Tapeten abreissen müssen. Wir würden das auch machen, im Falle eines Auszuges, ob wir müssten oder nicht. Denn die Rennerei zum Mieterbund und Anwalt möchten wir uns ersparen.

    Ich glaube, unsere Vermieter waren bisher mit fast jedem Mieter in diesem Haus schon vor Gericht :nix: - da haben wir einfach kein Bock drauf.
    Wir haben damals, als wir einzogen. Ein Protokoll gemacht, was hier alles nicht ordentlich hinterlassen wurde (und das auf Wunsch der Vermieter, die dieses Protokol dann nachher vor Gericht gelegt haben) - somit können die uns nicht für Schäden, die vorher entstanden sind, haften lassen.

    Ich weiß z. B. von ehem. Bekannten (die haben eine Wohnung von einer Wohnungsgenossenschaft gemietet) - die mussten beim Auszug alle Türrahmen und Fußleisten streichen und auch die Heizung streichen. Und die Tapeten mussten auch ab. Ob jetzt auch die Decke gestrichen werden musste weiß ich nicht mehr.

    Eine Arbeitskollegin von mir musste in der Wohnung alle Wände weiß streichen (Rauhfaser) und den Parket reinigen u. polieren.
     
  8. ilselottikulle

    ilselottikulle Dauerschnullerer

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    Denn die Rennerei zum Mieterbund und Anwalt möchten wir uns ersparen.

    Ja, so dachte ich viel zu lange. Aber dann habe ich mal eine Nebenkostenabrechnung bekommen, wo ich 760 Euro nachzahlen sollte, und damit bin ich dann doch zum Mieterschutzbund gegangen. Nach der Prüfung waren es dann nur noch knapp 200 Euro... Und das für einen - im Verhältnis dazu stehenden - günstigen Jahresbeitrag.

    Gerade wenn es auch um solche Fragen geht wie "wozu bin ich beim Auszug verpflichtet" helfen sie einem sehr. Die meisten Mieter lassen sich durch erfundene Klauseln schrecken und machen viel mehr, als sie müssten.

    Sollte es tatsächlich zum Rechtsstreit kommen, kriegt man den Anwalt vom Verein gestellt.

    Man muss halt abwägen, um wieviel Geld/ Aufwand es geht und ob es sich lohnt, meistens tut es das jedoch in diesen Fällen.
     

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