Erziehungsgrundsätze...

Dieses Thema im Forum "Rund um die Erziehung" wurde erstellt von 321Mary, 21. Mai 2016.

  1. 321Mary

    321Mary Dauerschnullerer

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    Hallo zusammen!

    Zur Zeit geht mir öfter durch den Kopf, ob ich mit meiner Erziehung richtig liege. Ob unsere Regeln in Ordnung sind, ob ich zu streng oder zu lasch bin. Seit der Kleine auf der Welt ist, habe ich das Gefühl, dass viele Grundsätze irgendwie aufgeweicht werden. Manchmal ist Konsequenz einfach so furchtbar anstrengend! Vielleicht ist das aber auch ok?

    Drum interessiert mich jetzt mal, wie ihr das handhabt. Was sind eure wichtigsten Grundsätze? Zum Beispiel in Bezug auf Essen, Schlafen, Aufräumen, Fernsehen, Süßigkeiten, Mithilfe, usw. usw. usw.

    Ich fang mal mit ein paar bunt gemischten Beispielen an: Wir gehen z. B. immer in etwa zur selben Zeit hoch zum Bettgehen. Beim Radfahren wird ein Helm aufgesetzt. Der Kleine muss an der Hand gehen, außer wir sind weit weg von jeglichem Verkehr. Im Geschäft soll nichts angefasst werden. Wenn man etwas geschenkt bekommt, sagt man danke,... ... ...

    Das sind jetzt einfach Beispiele und ich fände es spannend, wenn wir mal vergleichen könnten. Also macht mit, Alter der Kinder ist egal!
     
  2. Mondkuss

    Mondkuss Königin des Kopfkinos

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    Konsequenz... mein Kryptonit! :nerdmama:
    Da muss ich auch an mir arbeiten, die fällt mir unheimlich schwer. Ich bin einfach viel zu weich und könnte immer gleich mitweinen, wenn mein Kind weint. Ganz allgemein handhaben wir Regeln aber eher flexibel.

    Bettzeit ist wenn er keinen Mittagsschlaf hatte immer gegen 19 Uhr. Wenn er aber da noch gar nicht müde ist, dann bleibt er halt noch ne halbe Stunde oder Stunde länger auf. Das ist uns lieber, als wenn er dann sowieso alle 5 Minuten wieder aus dem Bett kommt.
    Aufräumen muss er zumindest helfen, ganz alleine verlangen wir das noch nicht von ihm. Aber wir machen es zusammen, zB heben wir die Sachen aus und geben sie ihm, er legt sie dann in die Kiste. Oder wir sagen einer von uns stellt die Bücher wieder ins Regal, dafür muss er seine Autos einsammeln. Klappt meist auch ganz gut so.
    Dass er bitte und danke sagt, da achte ich allerdings auch sehr drauf. Danke sagt er allermeistens schon von alleine, nur mit dem bitte klappt es noch nicht so. Wenn er dann also sagt "Mama, komm her!" zB, dann sage ich immer "Und wie sagt man dann?" - und dann kommt auch das "bitte". Interessanterweise kann er es, wenn er etwas wirklich wirklich haben will :haha: "Mama, tubtub schauen, bitte bitte bitte" (tubtub ist natürlich youtube)
     
  3. Sunny

    Sunny Dauerschnullerer

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    Beim Laufrad oder Fahrradfahren Helm tragen,
    Bei viel Verkehr an die Hand,
    Unter der Woche meistens zur selben Zeit ins Bett, ausser am WE oder in den Ferien da darf sie auch schon mal länger wach bleiben,
    Beim einkaufen darf sie sich ein Teil aussuchen,
    Fernsehzeit, nun da muss ich zugeben haben wir verbockt, da bei uns immer der TV an ist auch wenn ich gar nicht wirklich schaue, aber sie fragt meist ob sie schauen darf und dann sagen wir ja oder nein, sie spielt trotzdem mit ihren Spielzeug
    Süsses nur wenn sie richtig gegessen hat,
    Wenn ich anfange aufzuräumen kommt sie meistens an und will helfen, dann räumt sie ihr Spielzeug weg oder bekommt einen Lappen und darf den Fernsehboard abstauben,

    So mal das gröbste, mir fallen bestimmt noch andere Sachen ein
     
  4. Sunny

    Sunny Dauerschnullerer

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    Ja so konsequent wie man eigentlich sein sollte sind wir jetzt auch nicht, hab gestern erst einen Artikel auf Facebook gelesen das man das auch gar nicht so sein soll.
    Bitte und Danke muss Celina hier auch sagen, da bin ich stur. Letzens hat sie bei mir auf Arbeit einen Lolli geschenkt bekommen, sich aber geweigert Danke zu sagen, da musste sie ihn dann wieder abgeben.
     
  5. 321Mary

    321Mary Dauerschnullerer

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    Klingt alles irgendwie ganz bekannt. Außer das mit Fernsehen, weil ich tagsüber nicht schaue. Aber unsere beiden schauen jetzt schon auch mal mehr als die Stunde täglich, vor allem wenn das Wetter schlecht ist.

    Zum Thema bitte und danke: Der Zeno sagte letztens in der Nacht "Mama Flassli bitte!" und als er die Flasche bekommen hat, sagte er "Danke!"!!!
     
  6. Monsy

    Monsy Agent Amour

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    Hm.... da bin ich auch manchmal mit mir am Hadern war/ist es richtig wie ich es mache. Hätte ich manchmal strenger sein. Aber ich bin da auch oft zu weich. Gewisse Regeln, gibt es bei uns auch.
    Aber meine Psychologin hat mal gemeint, wenn das Kind ausgeglichen und glücklich ist, dann ist es richtig, ob mit mehr oder weniger Konsequent sein. Und ich glaub sie hatte recht.
     
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  7. Blümchen

    Blümchen Mama Biber

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    Ich empfinde Strenge oft als gar nicht so hilfreich.
    Kinder lernen ja in erster Linie nicht durch das, was wir ihnen sagen, sondern durch das, was wir ihnen vorleben.
    Wenn meine Kinder vergessen sich zu bedanken, schlecht drauf sind oder, das kommt auch vor, irgendwie verlegen sind, dann danke ich einfach. Ohne großes Gewese. Entweder sie danken dann noch hinterher oder sie tun es nicht, aber es gab ja einen Dank von einem von uns, das reicht mir dann. Denn natürlich ist Höflichkeit wichtig. Kinder, die damit natürlich und selbstverständlich aufwachsen, werden das auch verinnerlichen, selbst, wenn wir es an Tagen, an denen sie stinkstiefelig sind, nicht glauben mögen.

    Regeln gibts hier aber auch. Alles, was die grundlegende Sicherheit betrifft, ist nicht diskutabel. Anschnallen im Auto, Straßenverkehrsregeln generell, Strom/ Steckdosen (da habe ich zwei sehr, ähm, sehr interessierte Exemplare abgegriffen :umfall::kugeln: ), das müssen sie verinnerlichen, weil es gefährlich werden kann und ich nicht auf Lernerfolge durch Vorleben warten kann, wenn vorher etwas schlimmes passieren könnte.

    Ansonsten bin ich für Entspannung, wann immer es geht. Sie dürfen anziehen, was sie wollen, essen, was sie wollen, spielen, womit sie wollen. Ich habe es ja in der Hand, da das Angebot zu stellen. Wobei sich das natürlich mit zunehmendem Alter relativiert, aber da sehe ich beim Großen schon, dass er da vieles gut entscheiden und regulieren kann.

    Meine Eltern waren sehr streng und im Grund hatte ich ständig Angst davor, etwas falsch zu machen oder nicht richtig genug, mir fehlte die Sicherheit da hinein, dass ich Situationen selber entscheiden kann und darf. Und das über die Frage hinaus, welche Unterhose ich heute trage.

    Wenn ich streng zu meinen Kindern bin, dann bin ich immer auch ratlos. Dann habe ich gerade keinen Plan B, der greifen könnte, meine aber, intervenieren zu müssen, weil ich selber unzufrieden bin in der Situation.
    Im Rückblick (meist haben sich dann ja Lösungen gefunden, die spontan so gar nicht parat waren) denke ich dann, eigentlich war das überflüssig, da jetzt so hartnäckig gewesen zu sein.
    Andererseits denke ich aber, es ist eben auch normal. Weil wir alle nur Menschen sind, die nie perfekt agieren können.
    Dennoch hinterfrage ich mich oft im Nachhinein und dann weiß ich meist auch, ob das nötig oder unnötig war und überlege gleichzeitig, wie ich beim nächsten Mal in ähnlicher Situation anders reagieren könnte.

    Ich unterstelle meinen Kindern aber auch nie böse Absichten, wie ich es oft in meinem Umfeld erlebe ('Der will jetzt seinen Dickkopf durchsetzen!'), sondern sehe es wie Juul (?), der sagte, dass Kinder immer das beste Verhalten zeigen, das sie gerade können. Mehr geht dann nicht. Ich weiß, dass es dazu unterschiedliche Ansichten gibt, aber das ist meine und die passt bei uns.
    Unerwünschtes Verhalten hat mMn immer einen Grund. Den kann ich nicht immer abstellen, aber es hilft mir, meine Kinder besser zu verstehen, wenn ich ihn erkennen kann. Und ihnen hilft es, wenn ich sie bestätigen kann, dass Situation xy auch wirklich Mist ist.
    Und oft hilft es hier, wenn ich das Bedürfnis, was hinter einem Verhalten steckt, anderweitig stillen kann. Also: Kind will nicht an der Hand laufen. Dann gehen wir viel in den Wald/ die Spielstraße/ den Park... wo er so will er will laufen kann. Lange, nicht nur 5 Minuten. Und dann holt er sich da, was er an Freihheit und Entscheidungsfindung braucht. Führt hier tatsächlich dazu, dass er dann, wenn wir in befahrenen Straßen unterwegs sind, an der Hand besser läuft.
    Also, so in vereinfacht- abekürzter Form beschrieben.
     
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  8. Mondkuss

    Mondkuss Königin des Kopfkinos

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    Das hast du so schön geschrieben Blümchen, da muss ich GsD jetzt nicht selbst noch ausholen. So in etwa hätte ich das nämlich auch gerne schreiben wollen, mit etwas Zeit um in mich zu gehen beim Tippen. Wobei es mir zugegeben häufig noch schwer fällt zu erkennen, welches Bedürfnis hinter dem steckt, was man Kind grad anders macht als es soll/ich es mir grad wünsche. Manchmal hab ich da irgendwie ein Brett vor dem Kopf und kann nicht unterscheiden, ob es jetzt grad einfach Trotz ist oder tatsächlich irgend etwas für ihn sehr logisches in seinem Kopf vorgeht, das ich als Erwachsener so halt gar nicht nachvollziehen kann. Und das sind auch meist die Momente, wo mir die Situation dann ein wenig entgleitet weil ich einfach nicht weiß, wie reagiere ich jetzt am besten, lasse ich ihn jetzt einfach machen oder nicht? Wenn ich ihn machen lasse, denkt er dann, er hat Narrenfreiheit und kann immer machen was er will, auch wenn ich was anderes sage, weil ich ihn am Ende ja doch immer lasse? Oder wenn ich ihn jetzt ausbremse, übertreibe ich dann einfach, weil ich jetzt zu sehr auf meinem Anspruch beharre, obwohl es vielleicht nicht absolut notwendig ist? Das ist so der Teil an der ganzen Erziehungsgeschichte, der mich oft zum Verzweifeln bringt und mich glauben lässt, ich bin eine unfähige Mutter.

    Aber ich hab gestern oder vorgestern zufällig nen Spruch gelesen, der passt auch auf die Erziehung ziemlich gut, denke ich: "Wenn die Antwort auf die Frage „Warum ist es mir so wichtig?“ nicht heißt „Weil es das Beste für mein Kind und mich ist“ ist es vielleicht nicht die richtige Antwort."
     
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