Erfahrungsbericht: Mit British Airways von Hamburg nach Kalifornien

Dieses Thema im Forum "Urlaub mit Kindern" wurde erstellt von McPom, 6. Juni 2007.

  1. McPom

    McPom Hafenarbeiter

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    So, nachdem der Jetlag so langsam ein bisschen abgeflaut ist, will ich ein bisschen ausführliche berichten, wie unser erster großer Urlaub mit unserem 10 Monate alten Sohn war.

    Wir hatten bereits im Januar einen günstigen Flug direkt auf der Website von British Airways gebucht. Es sollte zuerst von Hamburg nach London gehen und dort nach etwa anderthalb Stunden Aufenthalt weiter nach Los Angeles. Von dort hatten wir noch ca. 2 Stunden mit dem Mietwagen zu den Grosseltern meiner Frau, wo wir 2 Wochen bleiben wollten.

    Eingecheckt haben wir bereits online, so dass wir morgens am Flughafen nur noch das Gepäck abgeben mussten. Viel war am Schalter nicht los (vermutlich auch weil das Einchecken selbst wegfiel), der BA Mitarbeiter wies uns aber darauf hin, dass die Sicherheitskräfte in London evtl. Einwände bzgl. unseres Handgepäcks haben könnten - wir hatten 2 Rucksäcke sowie einen kleinen kabinentauglichen Koffer als Handgepäck dabei, sowie den Autokindersitz. Erlaubt sind ein Handgepäckstück pro Passagier - plus Buggy und Kindersitz, also eigentlich kein Problem.

    Einen Buggy hatten wir nicht mitgenommen - die Grosseltern meiner Frau hatten schon einen besorgt und er erschien uns allgemein zu umständlich. Stattdessen haben wir unseren Sohn während der Reise (also hauptsächlich am Flughafen) im Ergo Carrier getragen, was auch wirklich eine problemlose und bequeme Lösung war.

    Das erste wirkliche Problem war dann der Sicherheitscheck in Hamburg - der Kindersitz war zu gross für das Röntgengerät. Der Beamte wollte das aber nicht glauben, so dass sich der Sitz tatsächlich verhakte und wir schon die Befürchtung hatten, ihn nicht mehr heil herauszubekommen. Irgendwie schafften wir es dann schon und gingen in Ruhe zum Gate.

    Der gleiche BA Mitarbeiter, der unser Gepäck entgegen genommen hatte, sprach uns dann auch kurz vor dem Boarding am Gate an und liess uns als erste an Bord gehen. Den Kindersitz (übrigens ein gebrauchter Römer King Quickfix) hatten wir schnell montiert, der extra besorgte Gurtverkürzer war nicht nötig.

    Den Flug hat unser Torben gut überstanden, er war fröhlich, neugierig, vielleicht ein wenig irritiert am Anfang, aber er zeigte keine Probleme beim Druckausgleich o.ä. Die Stewardessen schienen eher skeptisch, wurden aber immer freundlicher, als sie merkten, dass der Kleine nicht jammerte ;-) Wir bekamen jeder ein Frühstücksbrötchen (der Flug ging um 7:20 Uhr...), Kaffee, Saft - und Torben durfte Brötchenstückchen probieren, was ihm auch sehr gut gefiel.

    In London angekommen ließen wir uns mit dem Ausstieg Zeit (wir hatten eh Plätze in der letzten Reihe). Der Flug Richtung L.A. ging vom gleichen Terminal, so dass wir keine langen Wege zu erwarten hatten. Trotzdem wurde das Herumtragen des Kindersitzes auf Dauer ein wenig unpraktisch, Gepäckkarren gab es nicht wirklich. Allerdings sind aktuelle Kindersitze ja auch um einiges leichter als der Quickfix...

    Auf dem Weg zum neuen Gate mussten wir wie angekündigt durch die Sicherheitskontrolle. Bereits vorher wurden die Gepäckstücke gezählt - während einige Passagiere Handtaschen in Rucksäcke verstauen mussten, wurden unsere Taschen und der Kindersitz ohne Probleme akzeptiert. Danach kamen wir ans Ende einer laaaaangen Schlange - wurden aber sofort von einem Mitarbeiter "ausgesondert" und durften an der Schlange vorbei direkt zur Kontrolle gehen. Ohne wirkliche Nachfragen nach Getränken o.ä. waren wir ruckzuck durch die Kontrolle. Meine Frau hatte Glück, dass sie einfache Schuhe trug, die sie allein mit den Füssen an- und ausziehen konnte, ohne den Kleinen aus dem Baby Carrier zu nehmen - denn ausgezogen werden mussten die Schuhe, genauso auch Gürtel.

    (Fortsetzung folgt)
     
  2. McPom

    McPom Hafenarbeiter

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    AW: Erfahrungsbericht: Mit British Airways von Hamburg nach Kalifornien

    Lange mussten wir nicht auf den Weiterflug warten - allerdings wurden wir hier beim Boarding nicht sofort bevorzugt. Merkwürdigerweise wurde das Boarding für alle gleichzeitig freigegeben - sehr ungewöhnlich bei grossen Fliegern wie der 747. Also hat sich Papa vorgedrängelt und gefragt, ob es denn kein Pre-Boarding für Passagiere mit Kleinkindern gäbe - woraufhin wir sofort an allen vorbei ins Flugzeug durften. Da natürlich schon die anderen Passagiere weiter einstiegen, hatten wir nicht mehr den ganzen Gang für uns, um das Gepäck zu verstaunen und den Sitz festzugurten, aber es ging trotzdem ohne größere Probleme. Wir hatten - wir versprochen - die erste Reihe direkt hinter der Bordküche bekommen. Der Abflug verzögerte sich zwar um gut eine Stunde, aber wir sassen bequem und Torben schlief recht schnell in seinem Sitz ein. Dabei verpasste er auch den Start komplett und war erst wieder wach, als wir unter uns bereits den Atlantik sahen.

    Wir bekamen ein schmackhaftes Mittagessen samt Wein angeboten (aus irgendwelchen Gründen wollte unser Kleiner auch unbedingt die Weinflasche haben...) und genossen dann den 11 Stunden langen Flug. Torben schlief immer mal wieder für 1-2 Stunden und wollte zwischendurch das Flugzeug erkunden. Wir haben ihn teilweise auf dem Fussboden spielen lassen - durch die Wand vor uns hatten wir eine wunderbare kleine Spielecke für ihn.

    Für sein Essen war auch gesorgt - für die Flaschenmahlzeiten hatten wir Milch und auch Breiflocken bereits zu Hause portioniert (und dabei einen "babylove" Portionierer von Budni/dm genutzt), den Brei bekamen wir von den Stewardessen. Die hatten eine Auswahl aus verschiedenen deftigen und auch Früchtebreis für unterschiedliche Altersstufen. Wir hatten allerdings auch schon bei der Buchung ein spezielles "Babymeal" geordert.

    Auf das reservierte Babybett (welches uns die erste Reihe ermöglicht hat) haben wir verzichten können - der Kindersitz reichte völlig aus. Von den Stewardessen wurde lediglich geprüft, ob er an den Flugzeugsitz fest angegurtet war und ob das Kind mit einem 5-Punkte-Gurt gesichert war.

    Bei der Landung in L.A. war unser Kleiner dann aber schon ziemlich geschafft - das Flugzeug ging ziemlich schnell runter, was ihm nicht behagte, so dass er ein wenig jammerte. Glücklicherweise mussten wir nicht lange im Flughafen warten (meine Frau und Torben haben einen amerikanischen Pass und auch ich durfte mit ihnen durch die Passkontrolle für US-Amerikaner gehen), ein Shuttlebus brachte uns dann zur Autovermietung. Die Hitze (es war ein sehr warmer Nachmittag in Kalifornien) und die Müdigkeit (nach deutscher Zeit wäre es bereits wieder vormittags gewesen - aber eben ohne durchgehenden langen Schlaf) machte unserem Sohn zu schaffen und es dauerte auch ein wenig, bis wir endlich das richtige Auto hatten und uns auf den weiteren Weg machen konnten. Leider kamen wir so noch die die tiefste Rush hour, nicht gerade empfehlenswert, wenn man selbst übermüdet ist. Pünktlich zum Abendessen kamen wir dann aber bei den Urgrosseltern an, wo wir Torben dann auch bald ins Bett brachten und auch selbst nicht mehr lange aufblieben.

    Die ersten Tage waren wir drei gegen 4 Uhr wach, aber auch während des gesamten Urlaubs standen wir nicht viel später als 6 Uhr auf. Ohne grosse Pläne genossen wir knapp 2 Wochen in Kalifornien, entspannten uns und liessen die Urgrosseltern und sonstige Verwandte mit dem Kleinen spielen, hatten so auch Zeit für uns, die wir hauptsächlich zum shoppen nutzen.

    Wegen der Hitze tranken nicht nur wir sondern auch Torben sehr viel Wasser, zudem wollte er immer häufiger mit uns zusammen die Mahlzeiten einnehmen (und auch von unseren Pancakes, Bacon, Grapefruits etc. was abhaben). Ab und an machten ihm die kommenden Zähne sehr zu schaffen (oder hatte er sich mit seinem einzigen Schneidezahn ab und an selbst gebissen?) und die Mütze, die ihn vor zuviel Sonne schützen sollte, mochte er auch überhaupt nicht. Dafür war er fasziniert von den Bäumen und Büschen, die am Rande der Terasse wuchsen und genoss es vor allem, wenn die Bewässerungsanlage an war und er sich so richtig nass und schmutzig machen konnte.

    (Fortsetzung folgt)
     
  3. McPom

    McPom Hafenarbeiter

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    AW: Erfahrungsbericht: Mit British Airways von Hamburg nach Kalifornien

    Der Rückflug war für ca. 21:30 Uhr angesetzt. Um der Rush Hour in L.A. auszuweichen, sind wir bereits am späten vormittag Richtung Venice Beach gefahren, wo der Kleine mit Händen und Füssen im Pazifik plantschen dürfte (mehr nicht, wir wollten ihn nicht nochmal am Flughafen komplett umziehen und waschen müssen...). Er hat es sichtlich genossen. Von dort war es nur noch ein Katzensprung zum Flughafen - wir haben in Ruhe den Mietwagen zurückgebracht und am Terminal die Koffer eingecheckt. Im Restaurant- und Wartebereich haben wir die restliche Zeit überbrückt, uns einen Abendsnack gegönnt, dem Kleinen seinen Brei bereitet und gefüttert - und unsere sommerlichen Shorts gegen flugzeugtaugliche lange Hosen getauscht.

    Rechtzeitig vor Abflug machten wir uns auf den Weg zum Gate. Beim Security Check herrschte wenig Andrang - aber wie üblich mussten wir Gürtel und Schuhe ausziehen. Zudem mussten wir die mit Wasser gefüllten Babyflaschen entleeren. Der Autositz passte wieder nicht durch das Röntgengerät und nach kurzer irritierter Besprechung machte sich eine Beamtin daran, mit einem kleinen Tuch an verschiedenen Stellen des Sitzes zu reiben und das Tuch dann anschliessend auf Spuren von explosivem Material zu testen.

    Die Flaschen haben wir dann an den Wasserspendern wieder aufgefüllt (und dem Kleinen auf dem WC die Windeln gewechselt - glücklicherweise gibt es auch auf dem Herren WC entsprechende Flächen). Bis zum Boarding verging dann aber noch einige Zeit. Irgendwann wurden die Rollstuhlfahrer durch die Absperrung gelassen und da ich das Szenario von London noch vor Augen hatte, fragte ich nach dem Preboarding für Familien mit Kleinkindern. Sicher, war die Antwort, wir sollten sofort nach vorne kommen. Was wir dann auch taten - und uns schlossen sich gleich die anderen Familien an.

    Wir mussten dann zwar immer noch ein bisschen warten, bis wir an Bord konnten, hatten dann aber erstmal ein bisschen Platz. Diesmal hiess es allerdings, dass wir Torben für Start und Landung auf den Schoss nehmen müssten, mit einem Extra-Gurt "gesichert" (was auch immer gesichert heisst). Der Kleine nutzte diese "Freiheit" natürlich, um soweit es auf mir herumzukrabbeln. Ein wenig konnten wir ihn mit einem Plüsch-BA-Flugzeug beruhigen, welches wir zusammen mit einem kleinen Malbuch von den Stewardessen bekamen (auch wenn es eigentlich eher für etwas ältere Kinder gedacht war).

    Als der Flieger dann endlich abhob, schlief er aber prompt in meinem Arm ein. Sobald wir nicht mehr angeschnallt bleiben mussten, konnte ich ihn schlafend in seinen Sitz packen, während wir Abendessen serviert bekamen und uns anschliessend bei ausgeschalteter Bordbeleuchtung selbst schlafen legten. Torben wurde ein- / zweimal leicht wach, was wir zum Windeln wechseln nutzen (ein wirklicher Akt auf den engen Flugzeug WCs), einmal musste meine Frau ihn im Arm halten, bis er wieder einschlief. Erst kurz vor Ankunft in London war er wieder richtig wach - da hatten wir sogar unser Frühstück bereits gegessen.

    In London dann wieder das bekannte Spiel - Security Check, wieder ohne Schlange stehen zu müssen. Diesmal wurden die Babyflaschen kontrolliert - ich musste jeweils einen Schluck draus trinken - aber das Wasser durfte drin bleiben. Bis zum Anschlussflug nach Hamburg hatten wir noch Zeit, zudem wurde das Gate für den Flug noch nicht angezeigt. Also liessen wir uns an zentraler Stelle nieder und liessen Torben herumkrabbeln. Das Gate wurde erst kurz vor Abflug veröffentlicht, wir waren schon ein wenig nervös. Natürlich hatte das Boarding bereits begonnen, als wir am Gate ankamen und die Schlage war entsprechend lang. Auf Nachfrage führte uns einer der Security Guards aber direkt zum Schalter, so dass wir auch gleich ins Flugzeug konnten.

    Diesmal - immer wieder was neues - mussten wir den Kindersitz auf dem Fensterplatz montieren, nicht in der Mitte, wie wir es bisher gehandhabt hatten. Grund: Man käme im Notfall vom Fensterplatz nicht am Kindersitz vorbei, was durchaus nachvollziehbar war. Dafür konnte der Kleine auch wieder während Start und Landung im Sitz bleiben und schlief auch prompt wieder komplett durch.

    Zurück in Hamburg hatten wir schnell unsere Koffer und auch ein Taxi und waren bald zu Hause. Während wir alle recht müde waren, war an Schlaf nicht wirklich zu denken. Gegen 2 Uhr nachts schliefen wir erst ein und bis heute (5 Tage später) sind wir noch nicht ganz wieder im alten Rhythmus, obwohl es sich langsam wieder normalisiert. Vor allem Torbens Mahlzeiten und sein Schlafrhythmus sind noch ein bisschen durcheinander.

    Alles in allem war es aber eine sehr entspannter Urlaub und eine unkomplizierte Reise.

    Ich hoffe, ich habe euch mit meinen langen Ausführungen nicht zu sehr gelangweilt und es ist für den einen oder anderen doch informativ :)

    Tobias
     
  4. Die Joey

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    AW: Erfahrungsbericht: Mit British Airways von Hamburg nach Kalifornien

    ich habs gespannt gelesen.danke für den schönen bericht :winke:
     
  5. Micky

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    AW: Erfahrungsbericht: Mit British Airways von Hamburg nach Kalifornien

    wir überlegen ständig, wann und ob zum ersten mal mit beiden nach AUS/NZ fliegen - aber das ist ja auch noch ne Ecke weiter........
    Mal sehen......

    Gehe jetzt weiterlesen - bin erst mit euch in London ;-)
     
  6. Mischa

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    AW: Erfahrungsbericht: Mit British Airways von Hamburg nach Kalifornien

    ne du langweilst uns nicht und ich bin überzeugt das Dank Google und Dir dem einen oder anderen der Bericht sicher auch nützt :winke:
     
  7. AW: Erfahrungsbericht: Mit British Airways von Hamburg nach Kalifornien

    Klasse, euer Sohn, dass er das alles so entspannt mitgemacht hat... dabei wäre bei unserem Wirbelwind nicht zu denken.

    Hört sich nach einem entspannten Urlaub an und British Airways scheint auch sehr serviceorientiert zu arbeiten (gut zu wissen, bei Air Berlin ist das nämlich ganz anders, die setzen Dreijährige in Reihe 17 und die Mama in Reihe 32 :), wenn sie es mit sich machen liesse...)

    Katja, die interessiert gelesen hat.
     

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