Entbindung in der 37SSW nach drei Tagen Einleitung!

Dieses Thema im Forum "Geburtsberichte" wurde erstellt von angsthase, 11. Februar 2003.

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    Am 21 März um 6 Uhr morgens ging es ab ins Krankenhaus zur Einleitung der Geburt. Meine Nerven lagen nach knapp zwei Wochen Wehen und ständigen Krankenhausfahrten hin und her blank. Als ich dann am 20.März zum dritten mal innerhalb von vier Tagen dort war, mit Wehen die alle drei Minuten kamen, entschlossen sich der Oberarzt und die Hebamme zu einer Einleitung in der 37 SSW. Eigentlich sehr ungewöhnlich, aber nach dieser Schwangerschaft und nachdem der Schleimpfropf auch schon abgegangen, der Muttermund schon geraume Zeit 2cm offen war, die richtige Entscheidung.

    Tja, im Krankenhaus angekommen, wurde mir ein Zäpfchen verpasst, und es hieß warten. Ich hatte zwar Wehen, die sogar sichtbar waren, aber das CTG machte keinen Ausschlag. Ich spazierte mit Stefan den Gang auf und ab, wir machten Quatsch und haben uns ausgemalt wie es denn wäre, wenn wir heute Abend unseren Sohn im Arm halten würden. Aber nix da, die Natur macht uns einen Strich durch die Rechnung. Am Abend dann wurde dieses Zäpfchen entfernt und beschlossen bis zum nächsten Morgen zu warten. Tja, das bedeutete eine schlaflose Nacht mehr.

    Am Freitag früh kam dann Hebamme Martina wieder zu mir, und untersuchte mich, 2cm, CTG zeigte keine Wehen. Wieder wurde mit einem Gel eingeleitet. Es kamen dann zwar Wehen, aber die waren zu schwach und ich war anscheinend zu verkrampft um die Geburt in Gang zu bringen. Am Nachmittag war ich schon der Verzweiflung nahe. Es ging einfach nix weiter. Nach einem heißen Bad in der Wanne und einem eingehenden Gespräch mit Hebamme Martina, beschloss sie sich noch mal mit dem Doc zu unterhalten.

    Sie hat mir dann eine PDA vorgeschlagen und eine Einleitung per Wehentropf. Mir war mittlerweile alles Recht. Nach weiterem stundenlangen Kampf, hat mich der Arzt besucht, und gemeint, er wolle mal einen Ultraschall machen, damit er sehen kann, ob es dem Baby noch gut geht. Gesagt getan, wir wurden in die Ambulanz beordert um den US durchzuführen. Da wurde mir dieses PDA-Gerät abgeschlossen. Beim Ultraschall war der Arzt ganz zufrieden. Seine Aussage, dem Baby geht’s gut, also kein Kaiserschnitt, wir warten noch ab. Nach diesen Worten brach ich heulend zusammen. :shock: Kommentar vom Arzt, was regen sie sich auf, ihrem Kind geht es gut, also seien sie nicht so hysterisch. Na hat der eine Ahnung, was so eine Mutter mitmacht in dieser Zeit. Ich konnte nicht mehr, ich habe zum Stefan gesagt, wir packen die Sachen fahren in ein anderes Krankenhaus ich will einen Kaiserschnitt, ich kann nicht mehr.

    Aber nix da, Martina kam dann in mein Zimmer und beruhigte mich erstmal. :tröst: ( der Arzt hat noch von mir verlangt ein Beruhigungsmittel zu schlucken, was ich aber nicht getan habe ). Sie sagte das der Arzt immer noch die Hoffnung hat, das mein Sohn auf natürlichen Wege zur Welt kommt, und nachdem es ihm gut geht, sehe er keine Veranlassung für einen Kaiserschnitt. Der Arzt ist dann noch mal ins Zimmer gekommen, und hat mir versichert, dass er mir verspricht, wenn das Baby bis Sonntagmorgen nicht da ist, macht er einen Kaiserschnitt. ( heute bin ich froh das er diese Entscheidung getroffen hat ) In der Nacht dann untersuchte mich die Nachthebamme noch mal und versuchte den Arzt davon zu überzeugen, das ich doch keine Kraft mehr hätte für die Geburt!! Auf jeden Fall hatten wir wieder eine schlaflose Nacht. Ich war irre froh, dass Stefan die ganze Zeit bei mir war, er durfte sogar Nachts bei mir bleiben.

    Am nächsten Morgen um 8 Uhr wieder Untersuchung. Esther hat mir schon gesagt, ich solle mich auf den Kaiserschnitt vorbereiten, das wird nix mehr. Bei der nächsten Untersuchung dann plötzlich war der Muttermund schon 6cm auf.

    Dann ging es Schlag auf Schlag, die Wehen wurden immer heftiger. Nach zwei Einläufen, platzte die Fruchtblase nach einer Wehe, in der untersucht wurde. Dies alles geschah noch im Zimmer. Esther hat dann gemeint, es wäre an der Zeit ins Kreiszimmer zu gehen, aber ich habe mich geweigert, ich wollte nicht aufstehen. Letztendlich ging ich doch von Stefan unterstützt ins Kreiszimmer. Dort ging es dann richtig los. Es kam dann noch eine Ärztin, die mich vor der Geburt einige male akupunktiert hatte, die hat mich während der Geburt noch gestochen. Als dann die Presswehen kamen, kam dann auch Martina, die mit mir ja die letzten Tage mitgemacht hatte. Sie zwangen mich aus dem Bett und in die Hocke. Da ich aber nicht mehr stehen konnte, wurde mir der Gebärhocker gebracht. Stefan saß hinter mir, und ich konnte mich bei ihm anlehnen. Nach zwei weiteren Presswehen war der Kopf fast da, ich berührte den Kopf meines Babys und das machte mir Mut und gab mir Kraft weiter zu machen. Ich wusste jetzt habe ich es bald geschafft! Zwei Presswehen später war mein Sohn geboren, und das war das schönste Gefühl, das ich jemals erfahren durfte.

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    In diesem Moment, als ich mein Kind im Arm hatte, waren alle Strapazen und alle Sorgen vergessen. :uta: Stefan hat dann die Nabelschnur durchtrennt, und Yanick durfte ganz lange auf meiner Brust liegen. Irgendwann mal ist Martina mit Stefan den Kleinen Baden gegangen. Inzwischen waren schon zwei Stunden vergangen, und Esther eröffnete mir, dass die Geburt noch nicht vorbei sei, die Plazenta musst noch geboren werden. Ich bekam dann nur mehr mit das mir Esther irgendwas gespritzt hat, danach wurde mir ganz heiß am Körper. Martina und Esther drückten auf meinen Bauch, und ich musste noch mal ordentlich pressen. Und es war geschafft. Nach der Untersuchung der Plazenta und dem Satz: Sie ist vollständig und es ist alles okay! War ich dann beruhigt, und wollte am liebsten sofort aufstehen. Ich blieb dann aber doch noch ein wenig liegen und betrachtete mein Baby. Ich habe dann meine Eltern angerufen und ……keine Ahnung wen noch alles.

    Im nach hinein betrachtet muss ich sagen, diese Tage der Anstrengung und der Nervenzerreißprobe waren in dem Moment vergessen, als ich mein Kind im Arm hatte. Es hat sich wirklich gelohnt zu kämpfen.

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    Für mich ist es das schönste Gefühl Mutter zu sein. :blume:
     
  2. Das hast du aber wirklich toll geschrieben !!! :bravo: :bravo:

    Nach all dem Schmerzen und den "Tagen" der Wehen noch solch eine Kraft zu haben um ein Kind auf die Welt zu bringen. Das verdient meinen vollen :respekt:

    Liebe Grüsse von einer Kärntnerin !!

    Marion

    PS: Du bist ja auch aus Klagenfurt oder ??
     
  3. Super und total detailliert! :bravo: :jaja: :bravo:

    Liebe Grüße aus Wien Lisi
     
  4. Hi,

    Echt toll wie Du das doch noch gemeistert hast klasse :bravo: :bravo: :bravo: :bravo: :bravo: :bravo: :bravo: :bravo: :bravo: :bravo: :bravo: :bravo: :bravo: :bravo: :bravo: :bravo: :bravo: :bravo: :bravo: :bravo: :bravo: :bravo: :bravo: :bravo:


    LG

    Danny
     
  5. :bravo: :bravo: :bravo: Klasse, wie Du das druchgestanden hast :jaja: .
     
  6. Ich hab mich in einigen Punkten total wiedererkannt!
    Ich wollte auch das Krankenhaus wechseln, nachdem sich nichts tat, und die mich in ein Zimmer auf der normeln gyn mit einer alten Frau gesteckt haben!!! :shock: Die sollten vielleicht mal üben aus der Sicht der Frauen zu sehen!!! :jaja: :jaja: :jaja:
    Aber toll, wie dus geschafft hast! :bravo:
    Liebe Grüße :winke:
     
  7. Pucki

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    Den Bericht hast Du toll geschrieben!

    Super, wie Du das geschafft hast :jaja: :bravo:
     

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