einmischen ins Nichteinmischen?

Dieses Thema im Forum "Rund um die Erziehung" wurde erstellt von Leonie, 10. Oktober 2002.

  1. Leonie

    Leonie Familienmitglied

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    Hallo,
    ich hatte heute ein äußerst unangenehmes Erlebnis, um es genau zu sagen, Maya hatte es, ein zweieinhalbjähriges Mädchen hat ihr in der Krabbelgruppe ohne daß ich es verhindern konnte (ich sitze noch gerade und schmiede Selbstvorwürfe) heute ziemlich heftig in die Nase gebissen. :-( Die arme Maya hat jetzt zwei rote Striemen an den Nasenseiten, hat sich aber zum Glück recht schnell erholt.
    Da die Mutter mich weder darauf angesprochen hat noch in irgendeiner Weise darauf reagiert hat (ist mal locker beim Kaffee sitzen geblieben) :shock: frage ich mich jetzt: Wie weit kann man andere Kinder "zurechtstutzen" (heisst verbal deutlich machen für mich), wenn die Mütter nicht so ganz auf der Höhe sind? Ich habe leider schon oft erlebt, daß einige Mütter recht tatenlos zusehen, finde aber , daß man dem attackierenden Kind keinen Gefallen damit tut. Und Erklärungen wie :"Die beisst halt schon mal" finde ich auch nicht zu sinnvoll.
    Ich war natürlich recht intensiv mit Maya beschäftigt, deshalb konnte ich auch nicht großartig auf das Mädchen eingehen (fühlte mich in dem Moment damit auch überfordert), aber was macht ihr so, wenn Euer Kind auf dem Spielplatz angerempelt wird und die Eltern tun nix? Nur sagen, "Nein, daß tut man nicht!", oder auch mal am Ärmchen beiseite nehmen oder genau erklären oder nur Zähne zusammenbeissen?
    Man möchte ja auch ungern ins Erziehen dazwischenpfuschen.
    Ich hoffe ihr habt ein paar gute Ideen für mich!
    Liebe grüsse Leonie
     
  2. Taliana

    Taliana Miss Rehauge

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    Hallo

    Arme Maya :tröst: , was für ein gemeines Kind :o

    Also ich kenne da nix und lege mich auch unter Umständen auch mit einer anderen Mutter an, aber da bricht bei mir echt ne Löwin durch .

    Neulich hat auch ein älteres Mädchen unseren Sohn dauernd geschubst und umgeschmissen. Ich habe mir das ne Weile angekuggt und als es dann gefährlich für unseren Sohn aussah (war so ne kleine Bühne auf der Kirmes, nicht hoch, aber zum Kopfaufschlagen beim runterfallen hat es gereicht) hab ich die kleine am Arm geschnappt und ihr gesagt, das wenn sie jetzt meinen Sohn nicht in Ruhe ließe, sie es mit mir zu tun bekäme ! Wohlgemerkt, Robin hatte sich nicht gewehrt, er wollte nur mit ihr spielen. Die Mutter kam dann auch gleich angerannt und ich habe ihr das kurz geschildert und sie ist dann einfach mit ihrer Tochter abgezischt (wie unhöflich :shock: ). Hätte ich die Mutter gleich ausmachen können, hätte ich sie auf jeden Fall zuerst angesprochen und ihr gesagt, was ihre Tochter mit meinem Sohn tut und das ich das nicht gut finde, weil gefährlich.

    Ich glaube du solltest in so einem Fall auf jeden Fall dein Kind retten und die Mutter darauf ansprechen. Ich denke, man kann auch mal das andere Kind zurechtweisen (man muss es ja nicht schlagen oder so, sondern sagen, das es das lassen soll). Robin ist mittlerweile auch sehr rabiat geworden, aber ich greife immer ein und entschuldige mich bei den andern Müttern, wenn er einem andern Kind wehtut und ich habe auch kein Problem, wenn mal ne Mutti zu ihm geht und sagt, er möge das bitte lassen.

    Bussi für deine kleine Maus

    Liebe Grüße

    Taliana

    PS: Mach dir keine Vorwürfe, du kannst dein Kind nicht in Watte packen und dafür sorgen, das ihm nie nie nimmer was passiert. Du würdest euch beiden keinen Gefallen tun. Solche Erfahrungen mehr oder minder schwer gehören leider Gottes auch zur harten Schule Leben.
     
  3. lulu

    lulu Königin der Nacht
    Moderatorin

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    @Taliana: Das finde ich schon ein bisschen rabiat. Ich als Mutter waere da auch abgezischt.... Am Arm schnappen, "mit mir zu tun bekommen" *drohdroh*, das klingt schon nach etwas aelteren Erziehungsmethoden.

    @Leonie: Es ist schwer, da Du ja v.a. Dein Maeuschen troesten willst und musst. Bei kleinerem Handgemangel wuerde ich nichts weiter machen. DAS WERDEN EURE KINDER ALLE AUCH NOCH ZU ANDREN KINDERN MACHEN!!! Beim Beissen, Haareziehen, Schlagen, dolle Schubsen wuerde ich, wenn Du es schaffst, das Kind zurechtweisen. Altersgemaess und freundlich-bestimmt natuerlich (wie Du halt willst, dass eine andere Mami mit Maya umgeht, wenn sie mal die Uebeltaeterin ist). Kleinkinder muessen erst lernen, dass man das nicht macht und vergessen die Lektion auch immer, immer wieder. Ich wuerde zu einem Kleinkind etwa das sagen: "Nein. Hier beissen wir nicht. Das tut Maya weh. Du darfst nicht beissen." Und es damit belassen. Wenn die Mami immer noch nicht reagiert, hat das Kind gelernt, dass es damit bei anderen nicht cool ankommt und vielleicht wird die Mami durch Dein "Geschimpfe" ja auch animiert, Ihrer Tochter eine Auszeit o.ae. zu geben.

    Die meisten Kleinkinder entwickeln irgendwann eine rabiate Umgangsweise, machmal nur bei bestimmten Personen. Klaas war ein Haarezieher, seine Kumpanin ein Hauerin. Super: Sie haut ihn, er zieht Ihr an den Haaren. Sie bruellt, er bruellt. Holland in Not. Das ganze 1000 mal hintereinander. Im KiGa war auch eine Beisserin, die ein paar mal Kinder ganz schoen doll gebissen hat (Klaas hat's auch 1x abbekommen). Mittlerweile ist sie 6 und es hat sich schon lange erledigt.

    Lulu
     
  4. Hallo Leonie,

    in dem kleinen Alter ist es natürlich schwieriger mit dem "hauenden" Kind zu reden. Um so älter sie werden um so leichter.
    Ich versuche das allerdings immer mit den Kindern zu machen und die dazugehörige Mutter oder Vater rauszulassen.
    Das verletzte Kind sollte sich ja auch wehren können. Das lernte es allerdings nie, wenn man das immer mit dem anderen Kind selbst macht.

    Ich packe da das andere Kind und manchmal mein eigenes am Arm (so hören beide besser zu) und versuche zu vermitteln.
    Rennt das hauende Kind zur Mutter, möchte ich hinterhergehen und das trotzdem klären (mit dem Kind). Klappt halt nicht immer. Aber wichtig finde ich es schon.

    Also, alles Gute für Maya
    Kerstin :D
     
  5. hallo,

    ich hatte noch nicht ein hauendes kind, das kann aber noch werden :-D allerdings wäre ich ganz böse, wenn jemand meint, mein kind anpacken zu müssen, aus welchen grund auch immer! ich mag nicht mal wenn jemand fremdes meint mein kind auf den kopf streicheln zu müssen, vielleicht nur um es zu trösten wenn ich nicht in greifbarer nähe bin, aber anpacken - nein! allerdings lasse ich mein kleines kind nicht aus den augen, so dass ICH angreifen kann, wenn meiner meint hauen zu müssen, bzw wenn es ganz dolle wird. sonst müssen die kleinsten schon unter sich ausmachen müssen, gehört zum "babyjob" :)

    bei kleinen babys die meins hauen, versuche ich mit gut zureden und nehme mein kind aus der schusslinie, wenn nötig. auf jeden fall, suche ich das gespräch mit der mutter - so weit es geht, verständnisvoll. es ist mir aber schon passiert dass die mama des "täters" mich angepöbelt hat, dann schiesse ich mit harter munition zurück - richtung mutter, nicht richtung kind! kein kind kommt "böse" auf die welt und es ist eine erziehungsache, wie kleinen rabauken mit dem hauen&co umzugehen lernen. nicht das hauen an sich, sondern wie man ihnen (nicht) beibringt damit umzugehen, nervt mich bei manchen kleinen. immer mit der mutter kontakt suchen und das fremde kind nicht anfassen oder abschrecken, das ist MEIN rat. bei älteren kindern (6-7 jahre) habe ich schon mal böse wörtlich geschossen, aber nur weil sie auch MICH blöd angeredet haben und keine mama in sicht war.

    liebe grüsse,
    gabriela

    p.s. wenn die andere mama mitmacht, kann man getröst den kleinen bis zu einem gewissen punkt zuschauen - wie beim hahnenkampf :-D und natürlich ihnen gemeinsam erklären warum das nicht gut ist :jaja:
     
  6. Ute

    Ute mit Engeln unterwegs ....
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    Hallo Leonie,

    so ein Erlebnis hatte ich auch schon. Mit Stefan in der Krabbelgruppe gewesen, Julian saß im "sicheren" Kindersitz als er von einem Mädchen attackiert wurde. Zwei tiefe blutende Schrammen im Gesicht :( :-( und die Mutter bewegte ihren Hintern keinen Milimeter um ihre Tochter zu reklementieren.

    Nach meiner Tröstaktion und dem legen des ersten Entsetzens habe ich mir Madame Mini zur Brust genommen. Meine Kinder fasst du nicht mehr an Sie war allerdings auch Wiederholungstäterin ... wobei ich bei Gleichaltrigen im Handgemenge immer auf der abwartenden Seite stehe. Das soll sich schließlich "von alleine" regeln (lernen). Während Babys und kleinere Kinder müssen für die Großen "tabu" sein. Die Mutter fand es natürlich nicht toll dass ich ihre "Kleine" in den Senkel gestellt habe (freundlich aber mit ernstem Ton). Das war mir aber egal.

    Wenn meine Kindern anderen bewusst weh tun müssen sie auch die Konsequenz tragen dass da noch ein Größerer kommt und ihnen die Meinung sagt. Lernen besteht daraus Erfahrungen zu sammeln - auch Unangenehme. Wenn ich "nur" gute Sachen lobe und die "bösen" Dinge nicht kommentiere .... kann das fürs Leben auch nicht in Ordnung sein.

    Kinder brauchen Rückmeldung - um ihre Grenzen erkennen zu können. Von mir bekommen auch andere Kinder klar die Grenzen gesteckt, wenn sie meine Kinder oder mein Hab und Gut gefährden. Bei den Kindern nur noch, wenn diese mit der Situation überfordert sind und sich bei mir melden bzw. wenn ich dabei bin und es sehe.
    Ich mische mich auch auf der Straße ein wenn Kinder raufen und Tränen fließen - vor allem wenn für mich deutlich zu erkennen ist, dass auf einem Kind "herum gehackt" wird oder dieses von mehreren attackiert wird - körperlich. Hinsehen - und gegebenenfalls eingreifen.

    (Hab auch auf der Autobahn schon zwei Männer vom prügeln abgehalten ... während die anderen Autofahrer - Männer - nur ihre Knöpfchen runter gedrückt haben ...... :-D aber wo ist der Unterschied zwischen Gassenjungs und kleinen Pseudorennfahreren - ich seh keinen. Ich seh euch schon lachen - aber das ist wirklich wahr. Was glaubt ihr wie die geguckt haben als ne Frau aus dem Auto steigt und sie fragt ob sie eigentlich noch alle Tassen im Schrank haben ...... Überholspur links ... daneben floss der Verkehr bereits wieder) Aber das gehört jetzt nicht hier her ..... :-D

    Am besten man spielt solche Situationen im Kopf mal durch, dann kann man in tatsächlichen Situationen gelasssener Reagieren und das Zepter in die Hand nehmen. Man wird von der Realität nicht ganz so überrascht.#

    Knuddelgrüße an Maja

    :winke: Ute
     
  7. La Bimme

    La Bimme Leseratte
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    Hallo zusammen,
    hatte vor kurzem eine ähnliche Situation, kann mich aber auch an Zeiten vor meiner Schwangerschaft erinnern, wo ich es oft genug einfach doof fand, wenn erwartet wird, alles müsse über die Mutter eines warum auch immer auffälligen Kindes geregelt werden. Kinder sind Menschen und man kann und sollte mit ihnen kommunizieren, nach Regeln, wie sie für andere auch gelten.
    Wenn jemandem etwas an meinem Kind nicht paßt, was ich nicht des Eingreifens wert finde, dann soll er ihm das selber sagen, und so handhabe ich es selber auch, ehe ich mich womöglich in lange Diskussionen mit irgendeiner Mutter verwickeln lasse ("Ach wieso denn..."), wenn definitiv Dinge passieren, die mich oder mein Kind betreffen und die ich nicht will. Zumal die Mütter ja nicht unbedingt greifbar sind. Wer weiß auf einem Spielplatz schon, wer zu wem gehört.
    Vor kurzem hat Fridolin auf dem Spielplatz eine Kopfnuß kassiert und sein kleine Kumpeline einen groben Schubs von einem älteren Kind, weil beide nicht schnell genug aus dem Weg in Richtung Rutsche kamen (Babyrutsche wohlgemerkt). In dem Augenblick pädagogisch nett zu bleiben ist sehr schwer - schon aus Zeitgründen. Eine kurze, aber klare Botschaft finde ich da angemessener. Wenn danach noch Gelegenheit zu was anderem ist, umso besser.
    P.S. Habe außerdem die Erfahrung gemacht (z.B. mit Schulklassen in öffentlichen Verkehrsmitteln), daß Hinweise/Bitten/Aufforderungen von Fremden manchmal eher akzeptiert werden: Aha, es stört also wirklich jemanden und es sind jetzt nicht nur Eltern/Lehrer, die schon wieder rumnerven.
    Liebe Grüße
     
  8. Taliana

    Taliana Miss Rehauge

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    Hallo

    Vielleicht ist das mit dem am Arm schnappen doof rübergekommen, aber die Situation verlangte das von mir, denn nur dieser Griff rettete meinen Sohn vor dem Absturz. Und naja der Spruch war doof, aber etwas pädagogisch wertvolles ist mir in dem Moment nicht eingefallen :) . Die Mutter hätte ja trotzdem mit mir reden können, ich bin immer für Kritik offen und ausserdem, was spricht gegen alte Erziehungsmethoden ?
    Wir können nicht alles verteufeln was früher mal als gut galt und wir sind hier auch nicht alles Pädagogen. Irgendwann wird auch die Generation kommen, die A.S. Neil, Hans Grothe, Remo Largo und was weiss ich nicht noch wen ans Kreuz nageln. Ich suche mir einfach was raus, was die Situation ergibt und lerne dazu. War schliesslich der erste Angriff gegen meinen Sohn.

    Liebe Grüße

    Taliana
     

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