Eingeklemmt zwischen Geduld und Konsequenz

Dieses Thema im Forum "Rund um die Erziehung" wurde erstellt von La Bimme, 2. November 2006.

  1. La Bimme

    La Bimme Leseratte
    Moderatorin

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    Hallo!

    Ich brauch mal kurz ein feedback, ob ich mit meiner Strategie richtig liege.
    In der letzten Zeit passiert es immer häufiger, dass Frido etwas einfordert; wenn er es bekommt rigoros behauptet, das nciht gesagt zu haben, und wenn man es dann also schulterzuckend bleiben lässt, gibt es endlos Theater.

    Aktuelles Beispiel:
    Frido ist müde - Mittagsschlaf ansetzen. Ich lege mich dazu.
    "Mama ich will unter Deine Decke!"
    Ich heb die Decke an.
    Frido empört: "Mama, ich will nciht unter Deine Decke, wieso machst Du das denn?"
    Ich murmel kurze Erklärung (Spagat zwischen Reaktion zeigen, ohne drauf einzusteigen), nehm die Decke wieder runter und bleibe einfach liegen.
    "Aber Mama, ich will mit dir kuscheln!"
    "Dann krabbel selber drunter. Das kannst Du."
    *greinkreisch* "Nein, das kann ich nciht! Warum machst du das denn nicht, wenn ich das sage!?"
    Kurze Erklärung meinerseits (siehe oben), das Gekreisch geht weiter.
    Nach ca. 10min (oder länger? Ich weiß ja er ist müde und die beste Chance ist, bei ihm zu bleiben; zwischendurch streichel ich ihn etc.) kündige ich an, dass er sich beeilen muss, wenn er mit mir kuscheln will, weil ich irgendwann wieder aufstehe.
    Es geht weiter wie bisher.
    Etwas später mach ich es wahr und stehe auf.
    *Kreisch* "Aber Mama, ich will mit dir kuscheln!"
    Ich bleibe dabei und gehe nicht wieder zurück zum Bett.
    Dann klebt mir das heulende Kind am Rockzipfel und jammert, dass es mit mir kuscheln will.
    Das schafft er auch noch eine Weile, obwohl ich ihn weitgehend ignoriere, bis er neben mir auf dem Fußboden einschläft.

    Ehrlich, ich komm mir vor wie eine Rabenmutter, aber andererseits: Wieviel Geduld verträgt Konsequenz?

    Nun weiß ich, dass seine Müdigkeit das alles noch verschärft hat. Aber in abgemilderter Form erlebe ich so was auch sonst.

    Wie würdet Ihr das machen? Hat meine Strategie eine Chance?

    Liebe Grüße
     
  2. AW: Eingeklemmt zwischen Geduld und Konsequenz

    Jetzt mal ganz konkret am Beispiel Mittagsruhe würde ich mich schlapp ins Bett kuscheln, entspannen und Augen zu und immer, wenn das Kind etwas von mir möchte, nicht reagieren. Sollte es Theater geben, würde ich nach ca. dem 5. Mal "Einfordern" müde vor mich hinmurmeln: "Ich bin so müde, mach das bitte selbst!" So haben sich alle Erklärungen warum Du etwas getan oder nicht getan hast, erübrigt.

    Was er dann tut oder nicht tut, ist seine Sache. Und je entspannter und langweiliger ich da liege, desto schneller entspannen sich die Kinder (so meine Erfahrung)

    :winke:
     
  3. Su

    Su Das Luder

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    AW: Eingeklemmt zwischen Geduld und Konsequenz

    Hallo Katja,

    hui macht Frido echt noch Mittagsschlaf *neid*

    Ich weiß nicht ob das mit dem obigen Problem zusammenhängt, aber ich habe durch Deine Postings das Gefühl das sich alles um Frido dreht wenn ihr zu Hause seid. Du suchst Bastel- und Spielideen, Bücher. Es vermittelt mir das Gefühl das er viel "animiert" wird. Vielleicht fehlt ihn einfach mal Zeit sich zu finden.

    Keine Ahnung aber mir kommt es halt viel und eng vor was ihr miteinander macht.

    Kann aber auch sein das ich die Rabenmutter bin :zwinker: und zuwenig mit meinen Kindern mache:rolleyes:

    Keine Ahnung ob das was hilft oder überhaupt stimmt, ist ja selektiv was ich lese und Du schreibst....

    LG
    Su
     
  4. Birgit

    Birgit freches Huhn
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    AW: Eingeklemmt zwischen Geduld und Konsequenz

    Till macht auch noch einen Mittagsschlaf :jaja:

    Aaaaaber.......wenn ich mich zu ihm lege, dann schlafe ICH fest ein........und er macht nach 5 Minuten den Fernseher an :-D

    Wir haben die Abmachung das er im Bett eine Mittagsruhe oder ein Schläfchen macht, und ich die Küche aufräumen kann, damit wir nachher mehr Zeit zum Spielen haben.
    Das Arrangement klappt meistens sehr gut.

    :bussi: Birgit (die deine PN auch vor Nachher noch beantworten wird :-D )
     
  5. Su

    Su Das Luder

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    AW: Eingeklemmt zwischen Geduld und Konsequenz

    :bruddel:Bei uns macht nichtmal Lara einen Mittagsschlaf:bruddel:und das schon seid über einem Jahr:bruddel:

    :bruddel:
    Su
     
  6. nici

    nici keiner Titel

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    AW: Eingeklemmt zwischen Geduld und Konsequenz

    Katja, ich kenne ähnliche Situationen, zwar nicht mit Mittagsschlaf, aber ähnlich.

    Ich weiß nur: sobald ich es - von der Haltung her - auf einen Machtkampf raus laufen lasse, habe ich verloren.
    Wenn ich nicht weiter weiß, dann sag ich das: "Kind, ich hab dich lieb, ich will dich fest in den Arm nehmen, ich weiß nicht was ich tun muß, damit du zufrieden bist..." - so in etwa ... nach ein bißchen weinen - und das muß schliesslich jeder manchmal - kommt er in meine offenen Arme gekuschelt.

    WARUM das so ist, frag ich schon lange nicht mehr....
     
  7. AW: Eingeklemmt zwischen Geduld und Konsequenz

    Hallo Katja,

    so ähnliche Dinge vom Thema her hatten wir auch schon sehr oft und heftig. Nämlich, dass ich eine Aktion setzte auf eine Aussage von Manuel und ich lieber nicht gleich was hätte machen sollen.

    Wenn Manuel zum Beispiel sagt: Mama - ich will die Tasse mit den Blumen - heißt das nicht zugleich, dass ich sie ihm holen soll. Da habe ich in meiner Spontanität schon oft zuviel getan.

    Ich meine so, dass das, was Manuel sagt, nicht gleich bedeutet, dass ich da jetzt was machen soll.
    Es gibt bei Manuel wirklich diesen klaren Unterschied zwischen "Mama ich will das tun" und "Mama Du sollst das tun". Ich habe lange gebraucht, mir diesen Unterschied bewußt zu machen.

    Wir hatten auch eine Zeit, wo Manuel was sagte und ich machte genau das und dann meinte er, er hätte was anderes gemeint. Für mich war es dann einfacher ganz bestimmt zu sagen: "Ich streite jetzt nicht darüber, wer jetzt Recht hat - was willst Du JETZT."
    Ich sagte ihm auch einmal ganz klar, dass ich nicht bei jeder Tätigkeit überlegen will, ob sie jetzt Manuel machen will oder nicht. Dass ich die wichtigsten Sachen einhalte - aber nicht jeden Handgriff abchecke, ob er "Manuel genehm ist". Es war eine Abgrenzung nötig.
    Diese Phase ging dann bald wieder vorüber.

    Und manchmal war es wirklich oft so, dass Manuel was sagte - das Gesagte ich ganz anders "interpretierte" als er eigentlich vermitteln wollte.

    Wir hatten vor kurzem noch die Zeit (zum Glück läuft jetzt alles viel entspannter), wo Manuel sehr viel bestimmen wollte. Er meinte doch tatsächlich: "Mama, es ist Deine Pflicht, das zu tun, was ich sage!"

    Wir nehmen jetzt beide Australische Buschblüten und ich muss sagen, es hat sich viel verändert. Ich kann leichter über gewisse Dinge hinwegsehen (lege also gewisse "rethorische Anwandlungen" nicht mehr so arg auf die Waagschale und nehme sie als persönlichen Machtangriff) und Manuel ist viel kooperativer und nimmt leichter Dinge von mir an.

    Das mit dem "schulterzuckend bleiben lassen" - da habe ich die Erfahrung gemacht, dass das das die Situation nur noch mehr eskalieren läßt.
    Denn ich denke, dass dieses ganze Theater mit "ich habe das nicht gesagt" usw. trotzdem einer Zuwendung bedarf -und wenn es eine ganz klare und bestimmte Ansage ist: Ich kenne mich nicht aus - was willst Du jetzt.

    Ich habe mit Manuel dann auch mal Rollentausch gemacht - und ich habe dann jeden seiner Handgriffe mit der Aussage quittiert: Nein - das sollst Du nicht machen usw. Wir haben dann sehr gelacht darüber und es wirklich lustig gefunden - und er hat damit auch ein bißchen mehr verstanden, wie es mir dabei geht.

    Und bei der Frage: Wieviel Geduld verträgt Konsequenz
    Da fällt mir spontan ein: was passiert vor der Konsequenz und in welcher Dimension ist die Konsequenz. Ich meine, dass das Aufstehen eine Konsequenz ist - das Ignorieren nachher mit am Rockzipfel hängen meiner Meinung nach nicht zur Konsequenz der Decke zählt.
    Also, dass Du ihn einfach spontan in den Arm nimmst und fest drückst und ihm sagst, dass Du ihn lieb hast - weil er in dieser Situation anscheinend ein Nähebedürfnis hat.

    Wenn alles wieder "ausgestanden" ist für beide Seiten - sprichst Du mit ihm über diese Situation dann - um mit ihm was für das nächste Mal "Kuscheln wollen" auszumachen? Und wenn ihr das nächste Mal Mittagsschlaf macht - dass Du ihm dann knapp vorher sagst, dass ihr heute das macht, wie ihr es ausgemacht habt?
    Weißt was ich meine?

    Lieben gruß
    Christine
     
  8. lulu

    lulu Königin der Nacht
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    AW: Eingeklemmt zwischen Geduld und Konsequenz

    Liebe Katja,
    zwischen Geduld und Konsequenz liegt bei mir die Tagesform. Ich handhabe brenzelige Situationen nicht immer gleich. Ob das nun gut ist, weiss ich nicht, aber authentisch *kicher*.
    Kriegst Du ein bißchen viel kindfrei, wenn der Papa kommt?
    Lulu
     

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