ein sehr interessanter Artikel zur Rechenschwäche...

Dieses Thema im Forum "Das Leben mit Schulkindern" wurde erstellt von Lucie, 11. Oktober 2013.

  1. Lucie

    Lucie Lohnt sich! Wehmiowehmioweh

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  2. ConnyP

    ConnyP Die Harmlose

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    AW: ein sehr interessanter Artikel zur Rechenschwäche...

    Hm, das heißt, wir bilden uns nur ein, dass die Kinder Probleme in mathe haben? Oder die Lehrer sind tatsächlich zu schlecht gewesen? :???:
     
  3. Susala

    Susala Prinzessin auf der Palme

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    AW: ein sehr interessanter Artikel zur Rechenschwäche...

    Nein, ich lese es so, dass es falsch unterrichtet wird. So unterrichtet, dass ein Teil der Kinder Probleme bekommt.

    Lucie, was meinst Du mit Freispruch?
     
  4. Lucie

    Lucie Lohnt sich! Wehmiowehmioweh

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    AW: ein sehr interessanter Artikel zur Rechenschwäche...

    Freispruch für die Kinder :) ... Freispruch deshalb weil es eine Richtung trifft die ich inzwischen so oft erlebe... da trifft der Autor genau meinen Nerv...

    sobald die Kinder nicht in das System, die Art des Lernens, dem was unsere Leistungsgesellschaft inzwischen an schmalem Korridor für die Kinder als "normal" und wünschenswert bestimmt, wird der Fehler am Kind gemarkert. Es wird nicht überlegt ob vielleicht das System - in diesem Falle die Art der Wissensvermittlung - einfach nur nicht passt, fehlerhaft ist, nein, das Kind wird pathologisiert.
    Es gibt z.B. schon lange ausreichend Erkenntnisse dass Kinder unterschiedlich lernen, die einen mehr visuell, die anderen mehr akustisch. Das findet meiner Erfahrung nach wenig Eingang in die Wissensvermittlung am Individuum geschweige denn in die Benotung, wie denn auch, es wurde ja nie hinterfragt... und so wird z.B. ein visuelles Kind welches überwiegend akustisch unterrichtet wird einfach seine Chance nicht so bekommen, wird vielleicht Verständnisschwierigkeiten haben weil es die Dinge sehen muß um sie zu begreifen usw.


    wenn dem so ist wie im Artikel beschrieben dann ist die Rechenschwäche das Ergebnis einer fehlenden Passung zwischen Kind und dem Vermittlungsstil... dann ist es aber keine "Rechen"schwäche sondern eine "Lehr"schwäche, eine Vermittlungsschwäche oder wie immer man es nennen möchte.

    Was ich an dem Artikel so sehr interessant finde, spiegelt sich ja hier teils in den Berichten über die Kinder wieder... da bekommen die Kinder "Therapie" sprich eine andere Didaktik, die Mathematik und vor allem das Begreifen des Zahlenraumes etc. wird ihnen so vermittelt dass sie es mit ihrer Art des Denkens verstehen können und dann scheint es ja besser zu werden...

    und dann frag ich mich - wo lag jetzt die Schwäche?
    Sind diese Kinder tatsächlich nur diejenigen bei denen die Passung so extrem schlecht war dass sie so früh den Anschluß verloren haben?

    Das ist ja jetzt nicht bewiesen, behaupten kann jeder täglich irgendwas, aber der Autor ist ja nicht "irgendwer" ... das was er schreibt klingt für mich sehr logisch, nachvollziehbar und es deckt sich mit der Tatsache dass diese "Krankheit" (wenn es einen Diagnoseschlüssel hat dann isses auch ne Krankheit) seltsamerweise mit anderer Didaktik scheints gut behandelbar ist...

    ich bin mal gespannt, ob und was man zu seinen Theorien noch zu hören bekommt.
     
  5. ConnyP

    ConnyP Die Harmlose

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    :bussi: Danke für die Erläuterung.

    Ich hatte bei Michelle von Anfang an das Gefühl, dass falsch bzw. nicht für sie passend vermittelt wurde, dazu noch häufiger Lehrerwechsel und *peng*, das wars. :ochne:
    Interessant war auch, dass ein hoher Anteil der Mädchen aus Michelles Klasse Probleme in Mathe hatte und "Therapie" bzw. Nachhilfe auf die unterschiedlichsten Weisen bekommen musste. 3 oder 4 sind zu Kumon gegangen, das hat auch gut geholfen. Ist im Prinzip ja auch Heranführung und Übung mit unterschiedlichen Methoden.

    Ich bin ganz froh, dass Michelle bei einem Lerntherapeuten gelandet ist, der jetzt deutlich von Mathe zu "allgemeinen Themen" wie Selbstvertrauen, Lernmethoden etc. umschwenkt, weil es in Mathe kein richtiges Problem mehr gibt.
     
  6. ConnyP

    ConnyP Die Harmlose

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    Noch was: solange unser System so ist, wie es ist, also so wenig Rücksicht auf die Neigungen des Einzelnen nimmt, bin ich ganz froh, dass es die "Krankheit" Dyskalkulie gibt. Dann bekommen die Kinder nämlich wenigstens geholfen und kriegen ihre Chance :winke:
     
  7. Lucie

    Lucie Lohnt sich! Wehmiowehmioweh

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    schlimm genug oder? :( ... dass man in unserem reichen Land ne Diagnose braucht damit das Kind die Hilfe bekommt die es braucht weil die Institution die ihm das Wissen und Können vermitteln soll nicht dazu in der Lage ist...

    wir haben ja mit anderen Problemen zu kämpfen (nachdem das große Kind jetzt auf dem Gym glücklich ist fängt das gleiche Theater mit der Prinzessin an) aber letztendlich ist das Problem dasselbe auch wenn der Ursprung ein anderer ist: das Kind passt nicht in die Norm und es wird nicht etwa an der Norm gearbeitet, sondern die Forderung ist die Anpassung an die Norm.
    Und wenn das Kind das nur mit Reibungsverlusten hinbekommt wird dem Kind ein Fehler attestiert, nicht dem System... :ochne:
     
  8. Röschen

    Röschen Gehört zum Inventar

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    Hm, ich stehe diesem Artikel etwas gespalten gegenüber.

    Zum einen sehe ich es ja regelmäßig in der Dyskalkulie-Therapie, dass die Kinder nicht krank sind sondern einfach nur eine entsprechend andere Erklärung des Stoffes brauchen.

    Andererseits finde ich die Aussage über ADHS einfach nur einen Schlag ins Gesicht ganz vieler Eltern. Die ganzen wissenschaftlichen Erkenntnisse (wie ja auch ein Kommentator schon schrieb) werden von ihm nicht nur nicht beachtet sondern als nicht vorhanden vorausgesetzt. Ist ja angeblich nur eine Erfindung der Pharmaindustrie.

    Die Dyskalkulie ist noch viel zu wenig erforscht und ja, es ist zwar traurig, dass wir zuerst eine Diagnose brauchen, bevor Kindern geholfen werden kann, aber immerhin gibt es da dann auch die Möglichkeiten.

    Es ist sicher nicht perfekt, aber doch besser, als dass einfach verleugnet wird, dass es diese Schwierigkeiten bei einem Teil der Kinder gibt.

    Grübelgrüße

    Rosi
     

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