Ehevertrag, nicht nötig bei Anschaffungen vor der Ehe?

Dieses Thema im Forum "Ratgeber" wurde erstellt von Brini, 18. Februar 2008.

  1. Brini

    Brini ohne Ende verliebt

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    Hallo zusammen,

    wir wollen ja im August diesen Jahres heiraten. Wir möchten uns aber nicht naiv in die Ehe stürzen und sind uns bewusst, dass es keine Garantie auf Lebzeiten gibt ;).

    Nun haben wir gestern das dafür und dagegen diskutiert zum Thema Ehevertrag. In erstes Linie gibt es EINEN Grund warum wir darauf kommen. Stephan hat vor gut 10 Jahren eine Eigentumswohnung gekauft, also lange bevor wir uns kennen gelernt habe.

    Wie ist es dann nach der Heirat? Ist es dann zur hälfte meine Wohung? Hätte ich Anspruch auf Auszahlung bzw. die halbe Wohnung bei einer Scheidung? Oder ist es so geregelt, dass Anschaffungen VOR der Ehe sowieso nicht plötzlich auch dem Ehepartner gehört?

    Stephan möchte diese Wohnung natürlich für sich behalten im Falle einer Scheidung, was ich auch sehr gut nachvollziehen kann und dementsprechend einen Ehevertrag unterschreiben würde. Das Haus haben wir sowieso beide Unterschrieben, da hängen wir also auch beide drin.

    Nun habe ich vorhin mit Freunden darüber gesprochen und der eine Freund meint, dass (aus diesem Grund) kein Ehevertrag sein muss, weil ich sowieso kein Anrecht auf Dinge habe, die vor der Ehe gekauft wurden. Stimmt das? Wäre natürlich in dieser Hinsicht praktisch, kämen wir um den Ehevertrag rum.

    Andererseits finde ich einen solchen Vertrag nicht unbedingt übel...aber WAS kommt überhaupt alles da rein? Möbiliar? Bücher, DVD's Geräte?! Ganz ehrlich hab ich nicht grad soo viel Ahnung davon :oops:

    Ich habe nur gesagt, WENN wir den Vertrag machen, dann möchte ich auch endlich das Testament machen von dem ich schon lange rede. Was mir auch sehr wichtig erscheint wenn ein Kind/ Kinder da sind.

    Gespannte und komplett unwissende Grüsse Sabrina
     
  2. Buchstabensalat

    Buchstabensalat Pinselohräffchen

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    AW: Ehevertrag, nicht nötig bei Anschaffungen vor der Ehe?

    Was dir vor der Hochzeit gehört, bleibt auch deins.
    ABER: das, was es während der Ehe an Wert gewonnen hat, nämlich den ZUGEWINN, den müßt ihr teilen. Soll heißen, damals für 10.000 gewertet bei Eintritt in die Ehe, bei Scheidung mit 15.000 gewertet, dann bekommen beide von den 5.000 Zugewinn die Hälfte: jeder 2.500.
    Und rein kommen eher große Dinge, die eine Ehe "überleben" können, also nicht jede DVD und jedes Kochbuch. Wichtig wäre auch, wenn ein Partner sich eher um die Erziehung der Kinder kümmert und der andere arbeitet, das festgelegt wird, wie damit umgegangen wird. Schließt ihr nämlich den Zugewinn aus, könnte es später vom verdienenden Partner heißen, sämtliche in der Ehe erworbenen "Großobjekte" gehörten ihm, da von seinem Einkommen finanziert. Da muß dann jeder per Beleg beweisen, was ihm gehört.

    Salat
     
  3. Buchstabensalat

    Buchstabensalat Pinselohräffchen

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    AW: Ehevertrag, nicht nötig bei Anschaffungen vor der Ehe?

    ...vielleicht investierst du ein paar Mark und kaufst dir dann einen entsprechenden Ratgeber?

    Salat
     
  4. Brini

    Brini ohne Ende verliebt

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    AW: Ehevertrag, nicht nötig bei Anschaffungen vor der Ehe?

    Hallo Salat,

    das ist ja mal sehr interessant und ich denke auch sehr wichtig zu wissen! Ich geh mal schauen nach einem Ratgeber, noch ist ja Zeit sich darum zu kümmern. Wenn ich auch das Gefühl habe, dass die Zeit wieder viel zu schnell davon läuft :umfall:

    Wenn ich das richtig verstehe, wäre der Ehevertrag doch sehr sinnvoll. Nicht nur wegen der Wohnung, wobei ich da seine Meinung sehr gut verstehe, sondern auch weil ich ja weniger verdiene :rolleyes:

    Muss der Notar das beglaubigen? Ich denke schon, oder?

    Grüssle Sabrina, noch eine Antwort schuldig :heilisch:
     
  5. Buchstabensalat

    Buchstabensalat Pinselohräffchen

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    AW: Ehevertrag, nicht nötig bei Anschaffungen vor der Ehe?

    Zumindest wurde unserer beim Notar beurkundet...

    Salat
     
  6. McPom

    McPom Hafenarbeiter

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    AW: Ehevertrag, nicht nötig bei Anschaffungen vor der Ehe?

    Ich würde es mir gut überlegen - ein Ehevertrag schützt in den meisten Fällen die wohlhabendere Seite, schliesslich geht es meistens um den Gewinn aus in die Ehe eingebrachtem.

    Dass dein Freund durch die Heirat nicht gleich die Hälfte des Anspruches auf seine Wohnung abtreten will, ist verständlich - und aus dem Grund gilt in Deutschland (wie schon dargelegt) der Zugewinn nur innerhalb der Ehe. Sein Anspruch auf seine Wohnung ist also trotz Heirat geschützt, eine Ehevertrag nicht notwendig.

    Alles, was ihr also in einem Ehevertrag regeln könnt, dürfte einen von euch beiden schlechter stellen. Das ist in den seltensten Fällen ein guter Start in eine harmonische Ehe - und was spricht auch dagegen, den Zugewinn zu teilen?

    Ich finde es gut, dass ihr euch Gedanken auch für den nicht zu wünschenden Fall macht, dass die Ehe auseinander geht. Aber ich würde nicht versuchen, Dinge zu regeln, die man nicht regeln muss.

    Sinnvoll ist ein Ehevertrag aus meiner Sicht am ehesten, wenn man z.B. als Selbständiger Verantwortung für ein Unternehmen hat und Geschäft und Ehe trennen möchte (was Mitbestimmung, aber auch Haftung betrifft).

    In eurem Fall würde ich mir also den ganzen Aufwand sparen. Konzentriert euch lieber auf euer Leben als Familie!

    Tobias
     
  7. Buchstabensalat

    Buchstabensalat Pinselohräffchen

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    AW: Ehevertrag, nicht nötig bei Anschaffungen vor der Ehe?

    Siehste, und ich würde es gerade anders sehen. Heutzutage ist es so, daß bei Zugewinn derjenige Partner bei einer Scheidung "dümmer" dasteht, der mehr in die Ehe gebracht hat, denn (nur) bei ihm findet ja überhaupt ein Zugewinn statt. Was spricht dagegen, das per Vertrag anders zu regeln?

    Salat
     
  8. McPom

    McPom Hafenarbeiter

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    AW: Ehevertrag, nicht nötig bei Anschaffungen vor der Ehe?

    Mein Persönliches Verständnis von einer Ehe: Man teilt das Leben und demzufolge auch den Gewinn (egal ob materiell, ideell, und ebenso auch die negativen Seiten). Warum sollte man, sollte die Ehe schief gehen, doch wieder dazu übergehen, genau aufzuschlüsseln, wer jetzt wofür gesorgt hat? Und noch besser: Es geht dabei ja immer nur um materielle Dinge - wieso sollte man die materiellen Dinge genau aufteilen, aber den Rest nicht? Wie ist das mit dem berühmten Beispiel der Mutter, die zu Hause bleibt, die auf eigenes Einkommen verzichtet, während der Mann verdient? Wieso sollte er dann von seinem Gehalt etwas zurücklegen und ansparen können, während sie anschliessend mittellos (und vermutlich mit Kindern) dasteht und lediglich auf den Unterhalt hoffen darf?

    Wer seine Ehe so versteht, der sollte in meinen Augen besser gar nicht heiraten.

    Tobias
     

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