der kleine "pruda" und die zeit ohne mama

Dieses Thema im Forum "Rund um die Erziehung" wurde erstellt von Hedwig, 28. August 2005.

  1. Hedwig

    Hedwig Sternenfee

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    hallo ihr lieben,

    hört ihrs? wie laut ich "hilfe" schreie?
    ich bin den zweiten tag zuhause, am ende meiner kräfte und hab keinen plan, wie ich ab mittwoch meine beiden hier alleine händeln soll.

    meine hauptangst gilt emil.
    er hat ne menge mitgemacht die letzte zeit. erst mama im kh und das "bebi" ist bei ihr. dann mama zuhause, aber doch nicht richtig, weil krank. und plötzlich: mama ganz weg, fünf tage. dann besuche im kh, mama nicht mehr die alte.

    ich weiß also, dass er eine menge verarbeiten muss. weiß, dass ich auch seine wut mir gegenüber verstehen muss. aber seine hass-liebe verletzt mich so und ich bin völlig überfordert damit umzugehen.
    heute mittag hat er, weil er dem papa aus den füßen sollte, der in der küche mit heißen sachen hantierte, einen schreianfall bekommen der zwischen wut und blanker verzweiflung hin und her schwankte.
    er rastet aus. von jetzt auf gleich und ich kann nichts mehr tun.

    dann die situationen, in denen ich denke, er kommt mir wieder näher: erst kuschelt er und dann schlägt er zu, tritt, reißt mir haare aus.... seinem bruder gegenüber genauso. aus zärtlichkeit wird agression und ich bin komplett überfordert, damit umzugehen.

    vielleicht kann mir jemand helfen, wie ichs angehen kann. oder ein buch empfehlen?

    überforderte grüße
    kim
     
  2. Hallo Kim, :tröst:

    der arme Emil!
    ich kann leider nur ganz kurz antworten im moment,
    ein vorschlag wäre ganz viel genau definierte "Emilzeiten" einzuführen.
    "jetzt ist Emil zeit" und wenn es nur fünf minuten sind,
    (vielleicht immer nach dem wickeln vom bruder,....)
    aber er muß wissen das er dich jetzt für einen gewissen zeitraum ganz exklusiv für sich alleine hat!

    später vielleicht mehr.
    liebe grüße
    gigi
     
  3. nici

    nici keiner Titel

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    Liebe Kim,

    eine bescheidene Situation, in der ihr da alle steckt. Kein Wunder, daß Emil aus der Spur ist, es hat euch ja alle aus der Bahn geworfen.

    Was mir so ganz spontan einfällt: Vertrauen! Emil hat sicher ein unsichere Zeit erlebt, Angst, wo noch dazu kommt das im Alter von 2 vermehrt Ängste auftreten (auch bei Kids, bei denen alles Friede Freude Eierkuchen verläuft). Aber Emil schafft das! Er kann es bewältigen, er wird lernen damit umzugehen. Und du auch. Du schaffst das. Du bist die beste Mama, die Emil haben kann. Du kennst deinen Sohn. Du weißt, was er durchmacht, weil du es ja auch tust.
    Und Geduld. Ihr braucht jetzt alle Zeit.
    Ich würde zu Luca sagen: "Ich weiß, daß du verunsichert bist, traurig, wütend, daß du Angst hast." Ich hab auch Angst, ich bin auch traurig und wütend. Und ich bin immer für dich da, ich laß dich nicht allein. Wir beiden schaffen das zusammen." - Na jedenfalls sowas in der Art.
    Ich kenne natürlich Emil nicht, ich weiß aber bei Luca würde es "wirken". Es würde vielleicht nicht direkt die "Anfälle" abstellen (die sicher auch mit eine "Phase" sind), aber es würde uns beiden das Vertrauen zurück geben.

    Hm, ich hoffe, du kannst das ein oder andere für dich rausziehen. Oder vielleicht sprichst du mal mit einer Erziehungsberatung, die haben manchmal recht greifbare, umsetzbare Tips. Oder du sprichst es bei deiner Psychologin/Psychologen an.

    Alles Gute für euch!
    Nici
     
  4. La Bimme

    La Bimme Leseratte
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    Hallo Kim,

    Vielleicht hilft es Dir ja, damit umzugehen, wenn Du Dir vor Augen hältst, dass seine Reaktionen so stark sind, eben weil Du die wichtigste und geliebteste Person in seinem Leben bist (neben dem Papa, nehm ich mal an).

    Ich weiß, wie besch.... frau sich fühlt, wenn das Kind einem gegenüber auf eine Art und Weise reagiert, als wäre Mama die fürchterlichste Person in seinem Leben.
    Aber vielleicht würde er es gar nicht so offen zeigen können, wie es ihm geht, wenn er sich bei Dir im Grunde nicht sicher und geliebt fühlen würde. Das heißt, Du hast einen verdammt guten Job gemacht! Und Du hast die Umstände der letzten Zeit nicht verschuldet.

    Das Durchatmen und Liebevoll-Grenzenzeigen, wenn er Dir oder dem Baby wehtut (und welcher Mutter gelingt das schon immer und ständig - ich kenne keine), vielleicht gelingt es Dir besser, wenn Du mehr versuchst, es so zu sehen? Denn dass es das berühmte Durchatmen und so weiter braucht, weißt Du ja wahrscheinlich. Nur eben: Wie kommt man dahin, wenn man sich selber schlecht und überfordert fühlt?

    Und ganz wichtig: Streicheleinheiten für Dich, so viel es geht!!!! Wenn es Dir wieder besser geht, wird das auch Emil gut tun!

    Liebe Grüße
     
  5. Michi72

    Michi72 Gehört zum Inventar

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    Hallo,

    wenn der Papa genug Zeit hat, würde ich es mal so probieren:

    Emil, soweit wie möglich in alles was den kleinen "pruda"(göttlich :bravo: ) betrifft, mit einbeziehen.Also, beim füttern bei euch sitzen lassen.Du gibst Fläschen?Dann gib ihm "Utensilien" womit er auch ein Fläschen machen kann(gibt zwar panscherei, aber egal und logischer bekommt er nur kaltes Wasser ;-) )Dann darf er auch mal beim Füttern kurz das Fläschen halten(da sollte Papa besser daneben sitzen, falls Emil sich doch an seinem brüderchen "vergreifen" sollte, dann ist einer da der im Notfall eingreifen kann).
    Beim Wickeln darf er feuchttücher reichen und vielleicht den Popo eincremen.
    Sobald der Kleine schläft, würde ich Emil erstmal zum spielen animieren.Zum Beispiel mit Duplosteinen bauen oder mit Bauklötzchen.Und wenn er was baut, den Turm umschmeisst oder so, immer kräftig loben.Papa sollte ruhig dazu kommen, so sieht Emil, das ihr beide für ihn da seit.Wenn Emil nicht schmusen möchte, laß ihn.Setzt ihn auf den Boden und lass ihn brüllen.Das klingt hart, anders gehts aber immoment nicht.
    Emil wird auf jedenfall wieder zu dir schmusen kommen, lass ihn aber zur zeit bestimmen wann die zeit für ihn ist.

    Es ist schwer und Emil wird lange Zeit brauchen, bis er wieder "normal" ist.Es war alles viel zu viel für ihn.Ich kann ihn verstehen.

    Kannst du schon gut laufen?So das du raus könntest?Dann laß den kleinen eine kurze Zeit beim Papa und gehe mit Emil alleine raus.Zum Beispiel Enten füttern oder so.Nur du und Emil.Das macht ihm bestimmt viel Spass mit Mama ganz allein.

    Liebe Grüsse
    Michaela
     
  6. Corinna

    Corinna Forenomi

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    Auch an dieser Stelle nochmal:


    ((((((((((((((((((((((((((((((((Kim))))))))))))))))))))))))))))))))))))




    Ich schätze das Problem an der ganzen Sache ist, daß du noch immer total mitgenommen bist!
    Und das wirkt sich natürlich auch auf Emil aus! Außerdem könnte ich mir vorstellen, daß Emils Wortschatz noch nicht "ausgereift" genug ist, um sich dir mitzuteilen, was ebenfalls zu Frust seinerseits kommen dürfte!

    Laß mich mal aus der Sicht eines Zweijährigen schauen:

    Ich liebe meine Mami über Alles.
    Plötzlich ist sie weg, dann kommt sie mit "Konkurrenz" wieder.
    Dann ist sie wieder weg.
    Anschließend ist sie komplett anders, "schwächelt", kann nicht mehr so mit mir spielen wie vorher und da ist dieses "komische andere Kind", das ebenfalls ständig die Aufmerksamkeit MEINER Mami braucht und bekommt....

    Ich verstehe die Welt nicht mehr!



    Du bist buchstäblich dem Tod von der Schippe gesprungen! Halt dir das mal bitte vor Augen!
    Selbstverständlich kannst du jetzt nicht von Mittwoch an mal eben wieder "normal funktionieren"!!!

    Hast du eine Haushaltshilfe?
    Ich hoffe doch sehr denn du solltest jetzt erst mal wirklich ALLES von dir fernhalten, was nicht mit Emil und Cajus zu tun hat!!!

    Die Sache mit den "Emil-Zeiten" klingt schon mal richtig gut!
    "Bete" ihm morgens, mittags, abends, nachts vor, wie sehr du ihn liebst!
    Erzähle ihm "Geschichten", während du Cajus versorgen mußt, sage ihm WAS du gerade mit Cajus machst und WARUM!
    Damit zeigst du ihm, daß du ihn nicht "vergißt", während du Cajus versorgst.

    Sage ihm, daß er nun einen kleinen Bruder hat, zum Lieb-Haben und Beschützen. (Was er wortwörtlich noch nicht verstehen wird, aber es wird "hängen bleiben" irgendwie, hat bei Sebi auch geklappt)

    Und jetzt kommt der schwierigste Teil deiner Situation:
    Versuche "negative Verhaltensweisen" (Haare ziehen, hauen) von Emil zu ignorieren (bzw. mit einem "Das tut weh, so spiele ich nicht mit dir" dich von ihm abzuwenden), während du ihn für seine positiven Verhaltensweisen gebührend lobst und ganz viel Aufmerksamkeit schenkst!
    (Er hat das Baby gestreichelt? Entziehe ihm Cajus bevor Emils Streicheleinheiten in "Gewalt" umschwenken, nimm ihn in deine Arme und lobe ihn, was für ein super toller großer Bruder er ist und daß du total stolz bist, einen so tollen Bruder für Cajus zu haben! Nicht vergessen, wie sehr du ihn liebst! Und daß CAJUS IHN LIEBT!!!)

    Ist nicht nur schwer, sondern auch ein langwieriger Prozeß der auf lange Sicht aber seine Früchte tragen wird! :jaja:
    Binde ihn in die "Verantwortung" mit ein:
    Findet Emil vielleicht schon Cajus´ Schnuller?
    Kann er dir die Windel anreichen?
    Gibt es ein "besonderes" Getränk, das Emil nur während Cajus´ Mahlzeiten aus der Flasche trinken darf? Neben dir auf der Couch oder im Bett liegend?? (*räusper* z.B. Kakao??? :oops: )
    Hast du eine Babypuppe und einen Puppenbuggy zu Hause, daß Emil die Möglichkeit hat, dich zu "kopieren", bzw. seinen Frust auf die Puppe statt auf Cajus zu übertragen?
    Schaffst du es vielleicht, Emil vor Augen zu führen wie "wichtig" er für dich ist, weil ER kann schon helfen den Frühstückstisch zu decken (abzuwischen, Staub zu saugen... ect) Cajus schließlich noch nicht... :wink:

    Wenn Papa da ist:
    Cajus und Papa mal für eine Stunde vor die Türe schicken und eine ganz intensive Cajus-freie Emil Zeit einführen!
    Oder jeden zweiten Tag, daß Emil einmal DICH für sich alleine hat, den nächsten Tag seinen Papa u.s.w...

    Offensichtlich verbindet Emil seinen kleinen Bruder mit "Verlust" seiner Mami...
    Sprich mit ihm über die Situation!
    Nicht so, wie du mit einem Erwachsenen darüber sprechen würdest natürlich, aber halt "Kindgerechte Häppchen"!
    GESPÜRT hat er sowieso, daß dein Leben auf Messer´s Schneide stand!
    Nun mußt du dieser Angst einen "Namen" geben, damit er sieht, daß du es nicht "unter den Tisch kehrst" und es für ihn nicht "verboten" ist, diese Ängste zu haben.
    Es zeigt ihm, daß du ihn verstehst und er wird es durch die Gespräche darüber verstehen lernen können, wenn auch nicht gleich sofort!

    Und bei jedem "Anfall" von Emil tief durchatmen, ihm sagen (sofern er ansprechbar ist), daß du seine Wut verstehen kannst, er aber lernen muß, daß er nicht alles mit Wutanfällen "regeln" kann und du dir gerne Zeit für ihn nimmst, wenn er wieder bereit ist, dir "zuzuhören"....
    Das alles setzt natürlich sein Verständnis voraus, das bei einem Zweijährigen häufig noch nicht soooo ausgeprägt ist und meiner Erfahrung nach sind diese heftigen Wutanfälle in dem Alter sowieso "akut"... Mit und ohne Geschwisterchen... :-?
    Somit hast du es natürlich doppelt "schwer" jetzt! :tröst:


    Puh... Mehr fällt mir auf die Schnelle auch nicht ein, ist ja auch keine "normale" Eifersuchts-Situation durch die ihr jetzt durch müßt!

    Doch, warte mal!
    Aconitum!!!
    Das hat mir meine Hebamme empfohlen gegen Streß und um mein heftiges Geburtserlebnis mit Dylan zu verarbeiten (was gegen Deines offensichtlich ein "Spaziergang" gewesen ist! :-? )
    Frag deine Hebamme mal, was sie davon hält! :tröst:
    Dylan hat übrigens auch eine Woche lang Aconitum bekommen, weil ER steckte ja auch in seiner "Geburtssituation" und war gestreßt... Noch heute reagiert er positiv darauf, wenn er außergewöhnlichen Streß hat und ich ihm davon gebe!
    Vielleicht kann Aconitum ja auch Emil sein "Schockerlebnis" verarbeiten helfen???

    :cry: :tröst: (((((((((((((((((((((((((Kim))))))))))))))))))))))))))))))))

    Und nochmal: Ruf an, wenn du mich brauchst!


    *GanzfesteindenArmnehmunddrück*
     
  7. Michi72

    Michi72 Gehört zum Inventar

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    Ich hätte im Notfall noch eine Baby Born hier zuviel, falls sie gebraucht wird, schenke ich sie Emil gerne!Puppenbuggy glaube ich auch, bin mir aber gerade nicht so sicher.

    Gruss
    Michaela
     
  8. Corinna

    Corinna Forenomi

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    :-D Und ich habe noch einen Puppen-Buggy, den ich Emil genauso gerne schenken würde, sofern Bedarf besteht! :jaja:

    :bussi:
     

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