dein, meins und lernen zu teilen

Dieses Thema im Forum "Rund um die Erziehung" wurde erstellt von Wintermädchen, 2. Januar 2005.

  1. und damit stehe ich wohl vor einer großen Herausforderung mit meinen Mäuschen und unseren Kinderbesuch, denn ich bin mir einfach unsicher, wann ich einschreiten soll, wann ist die Grenze wo ich als Mama mein Kind schützen muss vor den "Angriffen" anderer Kinder.
    Wie ist es mit der Verteidigung vom eigenen Spielzeug?

    Hier mal ein paar Beispiele:

    Mäuschen hat Besuch vom fast gleichaltrigen Jungen, sie spielen beide mit dem kleinen Holzklavier, Mäuschen beschließt, das sie jetzt damit alleine spielen will und nimmt sich das Klavier. Junge guckt und will es ihr weg nehmen. Mäuschen schon sehr sprachlich gewannt "Nein, du jetzt nicht."
    Er zieht weiter, wird dabei richtig grob. Mäuschen "Nein, lass los!" und fängt an zu weinen. Da hat es mir natürlich gereicht und ich bin eingeschritten.
    War es zu früh oder zu spät?

    Und wie verhalten, wenn man nicht mit bekommen hat, wer wem was weg genommen hat, wer zuerst damit gespielt hat und beide es unbedingt haben wollen und schreien und weinen, weil keiner nachgeben oder aufgeben will?

    Ich finde es so schwierig.
    Die Mama des Jungen sagt "wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte" und verbannt dann das Objekt der Begierde, aber das ist ja auch keine Lösung, kann ja nicht alles immer wegräumen, dann ist das Zimmer bald leer und dann?

    Außerdem versucht sie ihn dann sofort abzulenken, wenn er halt gerade nicht das Buch haben kann, weil Mäuschen es sich anguckt und so lernt er doch nicht seine Gefühle die er dann in diesem Moment hat auszuleben, oder?!

    Wie ist es mit Spielzeugverteitigung und Revierverteitigung. Lasst ihr das zu?
    Aber wie sollen sie dann teilen lernen???

    Fragen über Fragen....

    ...lG,I.
     
  2. Frau Anschela

    Frau Anschela OmmaNuckHasiAnschela

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    AW: dein, meins und lernen zu teilen

    :winke:

    ich hatte es kürzlich noch an anderer Stelle geschrieben. Für MICH ist Teilen eine freiwillige Sache, nichts was man erzwingen sollte. Wünschenswert ja, aber nicht Bedingung. Deshalb hat Laura auch hier zu Hause absolutes Hausrecht und das gestehe ich anderen Kindern bei sich zu Hause auch zu. Allerdings hatten wir auch mal die Phase, wo Laura gar nichts teilen wollte. Und das geht natürlich aus Rücksicht auf das Besucherkind nicht. Wir haben hinterher für uns die Lösung gefunden, dass Laura VORHER bestimmte Dinge aussortieren darf und die verbleibenden Dinge mit dem Besucherkind teilt. Das ging ganz gut. Mittlerweile klappt es auch ohne Aussortieren.

    An deinem Beispiel mit dem Holzklavier, wäre ich genau an der selben Stelle eingeschritten. Solange kein Kind groß leidet, greife ich nicht ein und überlasse es den Kindern selber eine Lösung zu finden. Merke ich aber, Laura kommt nicht weiter und ist sichtlich benachteiligt, dann greife ich auch ein.

    Zu dem "wenn 2 sich streiten......." Wenn es Reibereien um Spielzeug gibt, die die Kinder nicht selbst lösen können, werfe ich als "Lösungshilfe" gerne den Tauschhandel ein. Das klappt meistens ganz gut. Wenn das nicht angenommen wird, tendiere ich aber auch dazu, das betreffende Spielzeug ganz wegzupacken, besonders wenn es häufig Ärger um dasselbe Teil gibt. Ich habe nämlich auch keine Lust, die Kinder ständig mit Argusaugen zu beobachten, wer nun was zuerst hatte, um bei einem Streit gerecht reagieren zu können.

    Ich glaube Teilen kommt irgendwann ganz alleine, wenn die Eltern mit gutem Beispiel voran gehen. Ich sag's mal überspitzt: Eltern, die bevor der Besuch kommt, noch schnell die Besten Sachen vom Süßigkeitenteller wegräumen, werden wohl kaum ein Kind haben, welches gerne teilt.

    Teilen "können" sollte meiner Meinung nach ein Kind mit 3 eher 4 Jahren, vorher wäre es zwar lobenswert und toll aber kein MUSS.

    Liebe Grüße
    Angela
     
  3. AW: dein, meins und lernen zu teilen

    Die Idee mit dem Vorher aussortieren, finde ich total klasse und ich denke Mäuschen ihr Sprachverständnis ist so, das sie es auch begreift und dann auch so anwenden kann. Danke dafür und auch für deine anderen Zeilen.
    Kann es sein das es für Einzelkinder die Sache mit dem Teilen eh schwerer ist, als wenn ein Geschwisterchen da ist?! Ich meine jetzt nicht in Bezug auf Mäuschen, sondern so ganz allgemein.
    Bei Mäuschen gibt es Dinge da teilt sie schon sehr gerne, z.B. beim Essen, da bekommt jedes Kind von ihr ein Stück Apfel in die Hand gedrückt oder ein Keks usw.

    Es tut mir auch dann irgendwie leid, wenn ich sehe sie bemüht sich sprachlich die Sache zu regeln und als Reaktion bekommt sie Schelte vom anderen Kind....
    ....wie schaffe ich es ihr Verhalten zu stärken und nicht das sie sich die Körperlichen Reaktionen abschaut? Wie schaffe ich das Mäuschen nicht immer einstecken muss?

    lG,I.
     
  4. Frau Anschela

    Frau Anschela OmmaNuckHasiAnschela

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    :winke:

    ich denke nicht, dass es Einzelkinder schwerer haben, das Teilen zu lernen als Kinder mit Geschwistern. Meiner Meinung nach eher das Gegenteil. Dadurch, dass sie nicht IMMER teilen müssen, wie Geschwisterkinder, fällt es ihnen leichter abzugeben. Was Einzelkindern aber nach meiner Ansicht schwerer fällt, ist das Duchsetzen gegen andere Kinder, weil da halt die Übung "am Objekt" fehlt ;-) Aber auch da bin ich bei deiner Kleinen sicher - das kommt noch.

    Laura war/ist auch ein Kind, was sich mit Worten wehrt. Ich finde das sehr gut und unterstütze das auch. Allerdings ist mir deine Problematik auch nicht unbekannt, ich habe dazu vor einiger Zeit auch hier mal gepostet:

    http://www.schnullerfamilie.de/threads/17166

    Ich bin nach dem Thread bei meiner bisherigen Haltung geblieben und habe das was Corinna und Kerstin mir mit auf den Weg gegeben haben, beherzigt. Also, das Positive sehen (Kind hat sich entschieden NICHT zu hauen und wehrt sich prima mit Worten) als das Negative (mein Kind kann sich nicht wehren)

    Mittlerweile ist da gar kein Problem mehr. Laura hat zwischenzeitlich prima gelernt, sich durchzusetzen. Was sicher auch mit daran liegt, dass sie selbst aber auch die anderen Kinder älter und verständiger geworden sind.

    Liebe Grüße
    Angela
     

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