Da wo ich herkomme, versteh ich auch manchmal kein Wort ... ;-)

Dieses Thema im Forum "Scherzkekse" wurde erstellt von Solveig, 7. April 2007.

  1. Solveig

    Solveig Dauerschnullerer

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    Hier das kleine Wörterbuch
    Hallesch-Deutsch:

    • A •

    Aas, Ahsd: Füll- und Schimpfwort (z.B.: „Halt's Maul, Aas!“)
    abruppen: abreißen (z.B: „In Neustadt de Blöcke abruppen“ - Häuserabriss)
    acheln: schmecken (z.B: „Das achelt, Scheeks!“ - Schmeckt gut.)
    Ämmer: Eimer (auch: „Uffn Ämmer jehn.“ - Austreten gehen.)
    antrekken: anziehen (z.B.: „Warte, ich muss mer noch antrekken!“)
    asten: sich herumplagen, bzw. mit etwas abschleppen
    aufmatusteln: sich selbst oder eine Sache schön herrichten
    Awwer ab!: Verschwinde!, Höre auf! (vergleichbar mit „Hau ab!“)

    • B •

    baabeln: labern (z.B.: „Der tut vielleicht ä Zeuch baabeln!“)
    badalchen: hart arbeiten / schwer tragen (siehe auch: „rumbudulken“)
    Bähnert: Korb, Kiepe (z.B.: „Ich hucke mein' Bähnert heeme.“)
    Ballch: Körper (z.B.: „Kraist bar vorn Ballch!“ - Prügeldrohung)
    batschen: schlagen (z.B: „Ich batsche dor glei eene!“ - Prügeldrohung)
    Baweduddchen: Baby (z.B: „Die hat mit 13 schon ä Baweduddchen!“)
    beflastern: in die Hose machen („Oh, jetzt hawwich mor beflastert!“)
    bei: zu, zum, zur (z.B: „Jehg bei de Mama!“- Geh zur Mama!)
    bejollern: sich stark freuen (z.B.: „Ich könnte mor bejollern!“)
    belettern: auf die Fersen koten (genauer: „Sich de Hacken belettern“)
    belzen: sich prügeln (z.B.: „Die beeden belzen sich ständich.“)
    Bemme: Brotschnitte (heute fast bundesweit bekannt: Die Fett-Bemme)
    Berschte: Bürste (auch „Knubbelberschte“ genannt, noch oft verwendet)
    Biezen: Begriff für zwei schöne Dinge. Das hier sind Biezen!
    bimborn: sich lieben (vulgär, z.B.: „He du, wollmer bimborn?“)
    Blädde: Bügeleisen (abgeleitet von „Plätten“=Bügeln)
    Blähke: Zunge (z.B.: „Jemanden de Blähke rausstrecken.“)
    Blechbreetchn: so heissen seit der Wende die Bierbüchsen (von
    „Blech-Brötchen“)
    Bohm: Baum (z.B.: „De Gatze glettert offn Bohm“)
    Briehe machen: sich Mühe geben (abgeleitet von „Brühe machen“)
    Buderzke: Wohnung (wird viel seltener gebraucht, als z.B. „Hornske“)
    Bulver: Geld (z.B.: „In Halle hat werglich gaum eener viel Bulver.“)
    Bumber: Unterhose (z.B.: „Der hat zerriss'ne Bumber an.“)
    Bunabelzer: Bezeichnung für Mitarbeiter der BUNA-Chemiewerke

    • C •

    Chaos: Der Begriff wird in Halle öfter verwendet, als anderswo, sagt man.

    • D •

    dadafor: dafür (z.B.: „Dadafor kriste eene ofde Fresse.“ - Prügeldrohung)
    dachteln: schlagen (z.B.: „Eene dachteln“ - Backpfeife geben)
    dalpschen: unflätiges Anfassen (z.B: „Biezen andalpschen“ - Busengrapschen)
    dammfeichte machn: verschwinden (z.B.: „Mache dor jah dammfeichte, Aas!“ - Hau
    ab!)
    Dämlak: Schimpfwort (bedeutet etwa „Trottel“)
    Deez: Schädel (z.B.: „Du kraist bar vorn Deez!“ - Prügeldrohung)
    Demse: Hitze (z.B.: „Or is das ne Demse heide!“- Warm heute!)
    Deiwelszwern: dichtes Gestrüpp (eigentlich „Teufelszwirn“)
    Derrer: Sohn (wird meist für den JÜNGSTEN Sohn verwendet)
    Dölauer: Wurf beim Würfelspiel: dreimal die gleiche Augenzahl (siehe hier)
    drohm: oben, darauf (z.B.: „Der liecht off dor Mutti drohm.“ = Sex machen.)
    Dulke: Nase, ungezogenes Kind, Halbstarker (auch „Rotzdulke“)
    Dussel: Tolpatsch (z.B.: „Pass off, Du Dussel!“ - Achtung, Kerl!)
    Dust: Blödmann (war auch Name eines ehemaligen Stadtmagazins)
    Duutz: allgemein für Amtspersonen („Wehe, sonst kommt der Duutz!“)

    • E •

    Eegel: unsympathischer Mensch (kommt von "Ekel", oft gebraucht)
    eepeln: sich mühsam bewegen (z.B.: „Ich eepele de Leiter nuff.“)
    estimiern: respektieren, schätzen (z.B.: „Den wollmer ma estimiern.“)

    • F •

    Fäpe: kleine Tröte (z.B.: „Meine Fäpe is aus Plaste.“)
    flaaken: hauen, schlagen (meistens: „Du krist glei ä baar jeflaakt!“ = Prügel)
    Feez: Spaß (z.B.: „Das macht echt Feez, Scheeks!“)
    Ficke: Tasche (wird sogar im Duden erwähnt; evtl. nicht ur-hallisch)
    Finkennapp: recht kleines Trinkgefäß (hergeleitet von „Finken-Napf“)
    Fläätz: ein rauhbeiniger Geselle (oft für ungesittete Halbstarke verwendet)
    Fleeschkiste: Sarg (z.B. „Am Schluss kommste inde Fleeschkiste.“)
    Flunsch ziehen: Schmoll-Gesicht machen (z.B.: „Ziehg nich so ä Flunsch!“)
    Fluuchwabbch: größerer Vogel (z.B. für Falken oder Adler verwendet)
    Footn: Hände (z.B. „Wasche dor bloos de Footn, Aas!“)
    Frumms: Zeug, Kram (z.B.: „Was issn das für'n Frumms?“)
    funzen: weinen (z.B.: „Funze doch nich so dolle, Meinor!“)

    • G •

    gaaken: [banales Zeug] erzählen (z.B. „Gaake nich so viel, Scheeks!“)
    Gaakesel: Schimpfwort (meist für große oder bullige Hallenser)
    Ganker: Spinne (z.B. „Ich hawwe ä Ganker im Schlafzimmer.“)
    Gankerbeene: derber Name für dünne Beine (wörtlich: „Spinnenbeine“)
    (rum)gankern: sich unruhig bewegen (z.B. „Gankere hier nich so rum, Ahs!“)
    gaupeln: tauschen (oft ein nicht ganz sauberer Handel)
    Geeke: Zunge (In Dessau heisst „geeken“ übrigens „kotzen“ ;-)
    Geppert: Kopfsprung (z.B.: „Ich mache ä Geppert ins Maium.“)
    Gersche: Kirsche (z.B.: „Gommste mit Gerschn klaun?“)
    glandern: mit Straßenschuhen über eine Eisbahn schlittern
    glubschen: sehen (z.B.: „Ich glubsche ausm Fenster naus.“)
    glutschen: hocken (z.B.: „Meine Alte glutscht widder vorm Fernseher.“)
    Gnerbln: Eierbriketts (z.B.: „Du, heide kriechmer Gnerbln!“)
    Gnerze: Schädel (z.B.: „Du kraist glei bar vorde Gnerze!“)
    Gnetzbuckel: „eingeschnappte Leberwurst“
    Grips: Schlafittchen (z.B.: „Jemanden bein Gripse packen.“)
    Grobbzeich: Schimpfname für eine Gruppe zwielichtiger Kerle („Grobzeug“)
    Gubbergopp: Rothaarige/r (hergeleitet von „Kupferkopf“)
    gulkern: trinken (z.B. „Der gulkert vielleicht was weg!“)
    Gusche: Mund (z.B.: „Hab nich sone große Gusche!“ - Nicht so vorlaut sein!)

    • H •

    Haarfuddel: Haargummi (z.B.: „Eh Scheeks, wo issn mein Haarfuddel?“)
    Hässlon: hässlicher Mensch (z.B.: „Du bist vielleicht ä Hässlon!“)
    Hebbe o. Hippe: ältere Frau (meist in Verbindung mit dem Wort „alte“)
    heeme: nach Hause, daheim („Ich jehe/bin heeme.“, sehr häufig verwendet)
    Helm: Kater (z.B.: „Ich hawwe heide e Monster-Helm off!“ - stark verkatert)
    hennich: bedeutet etwa „Hast du das verstanden?“ (selten verwendet)
    Hornske: Wohnung (oft nur abfällig verwendet, z.B.: „olle Hornske“)
    hucken: tragen (z.B.: „Ich hawwe mächtich schwer zu hucken.“)
    Schlamm hucken: dumm sein (z.B.: „Eh du huckst wohl Schlamm, Ahs?!“)

    • I •

    Iddi: Idiot (z.B.: „Haug ab, du bleeder Iddi!“ - Verschwinde, blöder Idiot!)
    Ische: Mädchen, Freundin (recht bekannt, aber nur noch selten gebraucht)
    illern: schauen (z.B.: „Ich hawwe ausm Fernster jeillert.“ - siehe
    „kneisten“)

    • J •

    jachtern: herumrennen (z.B.: „Was jachterstn du hier rum?“)
    Jaffee jochen: Kaffee kochen (z.B. „Du janzt janz jut Jaffee jochen.“ -
    Wirklich!)
    jallern: Körpersekrete ausstossen (wird für „Koten“ und „Besamen“
    verwendet)
    Jank machen: sich beeilen (z.B. „Mache Jank, Aas!“ - Beeile Dich, Kerl!)
    Jarten: Garten (z.B. „Im Jarten bliehn de Boime.“ - Baumblüte)
    Jelumpe: Gesocks, Zeug (z.B.: „Räume das Jelumpe weg!“ - Zeug wegräumen)
    Jerezze: Gesocks, Zeug (z.B.: „Packe dei Jerezze zusamm'!“ - Sachen packen)
    jewärtch sinn: bereit sein, vorbereitet sein (z.B.: „Off de Pleite jewärtch
    sinn“)
    jiebrich: in froher Erwartung sein (z.B.: „Ich bin schon janz jiebrich!“)
    Jorsche: Prügel (siehe auch unter „Senge kriechn“)
    jörschen: regnen (z.B.: „Draussen jörschts wie Sau!“ - starker Regen)

    • K •

    Kackschmuus: Gerede (z.B.: „Man macht viel Kackschmuus um eine Sache.“)
    kalitsche sein: geschafft sein (z.B.: „Mann, bin ich kalitsche!“)
    Kalweigen: alte Schuhe (z.B.: „Ä baar ausjelatschte Kalweigen.“)
    Kattchen: Katapult (z.B.: „Kriech ich ma Dei Kattchen?“)
    kampeln: balgen (z.B.: „Ihr sollt Euch nich immer kampeln!“)
    Karliene: freches Weibsbild (z.B.: „Das is vielleicht 'ne Karliene!“)
    Kauknetscher: Kaugummi (z.B.: „Haste ma ä Kauknetscher fer miche?“)
    Klaps: Sockenschuss (z.B.: „Du hast doch einen Klaps!“)
    Klapsaude: (kleines) Dummerchen (nur noch selten verwendet)
    Klapsmann: Schimpfwort (bedeutet etwa: „Mann mit Klaps“)
    Klapsrat: Schimpfwort in Anlehnung an „Geheimrat“, „Hofrat“ u.ä.
    Klapskopp: Schimpfwort (noch recht häufig verwendet)
    Kleeche: Arbeitsplatz, Job (z.B.: „Ich hawwe keene Kleeche.“ - arbeitslos)
    kleechen: arbeiten (z.B.: „Heite kleeche ich im Jarten.“ - Gartenarbeit)
    Knäckerchen: Feuer (für kontrollierte Feuer, aber nicht für Brände verwendet)
    kneisten: schauen (z.B.: „Ausm Fenster kneisten.“ - Aus dem Fenster sehen.)
    knetschen: kauen (z.B.: „Knetsche nich so!“ - Kaue leise!)
    knehren: zusammendrücken (z.B.: „etwas zusammenknehren“)
    knorkeln: zerknittern, liebkosen (z.B.: „Die Bluse is zerknorkelt!“)
    Knuff: Schnaps (z.B.: „Ne Pulle Knuff.“ - Eine Flasche Schnaps)
    knuffen: arbeiten (z.B.: „Ich muss heite knuffen.“, häufig verwendet)
    Knuffi: Arbeiter (auch: „Knuffer“, beides nur noch selten verwendet)
    kochletterjaar: fix und fertig (z.B.: „Ich bin völlig kochletterjaar.“)
    Kofi: Abkürzung für „Kaufhalle“ (heute noch gelegentlich verwendet)
    Konti: gängiges Schimpfwort (von „Contergan-Kind“ abgeleitet)
    Kornjaul: Schimpfwort für eine „gewaltige“ Frau (von „Ackergaul“
    abgeleitet)
    Körsche: Freundin (z.B.: „Mandy is meine Körsche.“)
    kraien, kriechn: kriegen (z.B.: „Ich kraie Stütze!“ - Sozialleistungen
    beziehen)
    es Kreize: der Rücken / das Kreuz (z.B.: „Mir tut es Kreize weh.“)
    kreizkrummelaam: von großen Anstrengungen geschafft sein
    Krehpel: Schimpfwort (meistens sagt man „elender Krehpel“)
    krietschen: schreien (z.B.: „Krietsche hier nich so rum, Aas!“)
    Kunde: Schimpfwort (z.B.: „Eh Kunde, mache dor vom Ackor!“)
    Kwien: allgemein für „Hund“, manchmal abfällig für „Köter“

    • L •

    Lappen: Schimpfwort (wird etwa so ausgesprochen: „Duu Loabbm!“)
    laschen: prügeln, bzw. hinfallen (jemanden verlaschen / sich hinlaschen)
    Lattcher: Lausbub (z.B.: „Dort hintn spielt mei Lattcher.“)
    Latz: Oberkörper/Bauch (gemeint ist die Fläche, die ein Latz bedeckt)
    Lawahn: ein großer oder dicker Kerl (oft abfällig verwendet)
    Lawwe: Mund (z.B.: „Halde Lawwe!“ - Halt's Maul!)
    lettern: hinfallen (z.B.: „janz schön hinjelettert“ - derb hingefallen)
    Lubbert: Uhr (z.B.: „Was schmust dor Lubbert?“- Wie spät ist es?)
    lullich: etwas ängstlich (z.B.: „Hab dor nich so lullich!“)
    Lumich: Kerl (meist in Alliterationen verwendet, z.B.: „Langer Lumich“)

    • M •

    Maduttchen: ältere Dame (z.B.: „Maduttchen bein Kaffeeklatsche“)
    Maiflätz: großer brauner Käfer, „Maikäfer“ (lateinisch: Melolontha
    melolontha)
    Maium: Wasser (noch recht selten verwendet, aber gut bekannt)
    Maiumseecher: Schimpfwort (direkt übersetzt: „Wasserpinkler“)
    Matz: Quark (z.B.: „Du hast Matz an dor Lawwe!“ - Quark am Mund haben.)
    Matzbläke: derber Rufname für Kinder (eigentlich: „Quarkmäulchen“)
    Matztorte: Quarkkuchen (z.B.: „Heite backch ne Matztorte.“)
    Mauke ham: Lust haben (meist negativ gebraucht, z.B.: „Keene Mauke ham.“)
    Mecke: Langhaarfrisur allgemein (heute nur noch selten zu hören)
    meffen: stinken (z.B.: „Deine Socken meffen janz schön!“)
    Mehlmuus: sanftes Schimpfwort, bedeutet etwa „Lahm-Arsch“
    Meinor: versöhnliches Füllwort (z.B.: „Alles klar, Meinor?“)
    Mendänke: "Matschepampe" (z.B. zerdrückte Kartoffeln in Sosse)
    Menggänke: unverhältnismäßiger Aufwand (z.B.: „Viel Menggänke machen“)
    Meta: Handtasche (z.B.: „In der Meta rumbudulken.“ - In der Tasche kramen.)
    Mookchen: kleines Kaff (wird sehr nur oft abwertend verwendet)
    Moorkäcker: Frosch (auch für andere Froscharten verwendet)
    Mopsjescherre: Büstenhalter (z.B.: „Ziehg Dei Mopsjescherre aus!“)
    muchten: stinken (z.B.: „Deine Fürze muchten eeklich!“)
    Muffel: unfreundlicher Mensch (z.B.: „Du bist ä altor Muffel!“)
    Musmuutsch: Schwächling (z.B.: „Komm, sei nich so ä Musmuutsch!“)

    • N •

    na!: ja! (z.B.: „Haste Deine Kleeche noch?“ - „Na!“)
    Naht kriechen: Schläge kriegen (z.B.: „Du krist gleich ne Naht, Frollein!“)
    nann: hinauf (z.B.: „Die Stieche nann klettern.“ - Treppensteigen)
    nein: hinein, herein (natürlich auch als Gegenteil von „Ja“ verwendet :)
    nunner: hinunter (z.B.: „Flieche nich nunner!“ - Nicht herunter fallen!)
    nuutschen: lutschen („Ich nuutsche ä Schnongs“ - Bonbon lutschen)
    nüwwer: hinüber, herüber (z.B. „Mache dor nüwwer!“ - Geh 'rüber!)
    Nüwwermachen: In den Westen gehen (z.B.: „Alle machen nüwwer.“)

    • O •

    Ooche: Auge („Mache de Oochen off, Scheeks!“ - Augen auf!)
    Owacht jehm: auf etwas aufpassen (wird noch gelegentlich verwendet)
    Örbse: Kopf (ist vermutlich abgeleitet von der „Erbse“)

    • P •

    Petze: Mädchen (nur noch selten verwendet, kommt nicht von „verpetzen“)
    Plärre: dünner Kaffe (auch für andere „dünne“ Getränke anwendbar)
    Plautze: der Bauchbereich (z.B.:"Du hast ne fette Bierplautze!")
    plautzen: hinfallen (oft wird auch "hinplautzen" verwendet)
    pomforzionös: beeindruckend (z.B.: „ein pomforzionöses Schloss“)
    poofen: schlafen (z.B.: „Du poofst schon seit drei Stunden.“)
    Puppenkopp: Schimpfwort (hat nur wenig mit „Puppenkopf“ zu tun)

    • Q •

    quarken: schwatzen (z.B.: „Müssmer ma drüwwer quarken.“ - Lass uns reden.)
    quäken: weinen (z.B.: „Quäke nich, Aas!“ - Sei still, weine nicht!)
    quästern: quengeln, nörgeln (meist auf kleine Kinder bezogen)
    Quanten: Beine oder Füße (wird nur im Plural verwendet)
    quattern: herumlabern (z.B.: „Quattere nich so viel, kleeche libber!“)

    • R •

    rann, nann: hinauf (nur noch von den Alten gebraucht)
    Rees machen: viel Federlesen, bzw. Aufstand machen
    Rotzdulke: Schimpfwort (bedeutet ungefähr soviel wie „Rotznase“)
    rumbudulken: herumfuhrwerken, herumkramen (uralter Kult-Ausdruck in Halle)
    rumferschtern: draussen herumtoben (kommt von „Herum-förstern“)
    rumflätzen: sich herum lümmeln (z.B.: „Flätze Dich nicht so rum!“)
    rumkrehpeln: sich herumquälen, sich unförmig bewegen (siehe auch: Krehpel)
    rummähren: langsam machen, trödeln (z.B.: „Mähre nich, mir hams eilich!“)
    rummaulen: meckern, mosern (recht weit verbreitet in Halle)
    rummohpen: herumstänkern (z.B. „Mohpe hier ma nich so rum, Aas!“)
    rummollern: im Matsch spielen (z.B.: „Gomm, mir jehn rummollern!“)
    rumnärcheln: meckern, trödeln (z.B.: „Närchle nich so rum!“)
    rumstrolchen: herumstreifen (auch: „die Gegend unsicher machen“)
    Rungsen: ein großes Stück (z.B.: „Von der Worscht ä Rungsen abschneiden.“)

    • S •

    saan: sagen (z.B.: „Was soll mor dadorzu noch saan?!“)
    Schaaken: Schuhe (z.B.: „Warte, ich muss mer noch de Schaaken antrekken.“)
    Schacken: auf Brautschau sein (z.B.: „Ich jehe heide schacken.“)
    Schackjuste: junges Mädchen (z.B.: „Das is ne schicke Schackjuste.“)
    Schecke packen: seine Sachen zusammen räumen und gehen
    Scheeks: Bruder, Freund, Freundchen
    Scheeks-Aas: 1. Steigerungsform von „Scheeks“ (Schimpfwort)
    ScheeksAasJunge: 2. Steigerungsform von „Scheeks“ (Schimpfwort)
    ScheeksAasJungeEh: 3. Steigerungsform von „Scheeks“ (Schimpf- und Füllwort)
    ScheeksAasJungeAlterEh: 4. Steigerungsform von „Scheeks“ (durchaus noch
    steigerbar!)
    Schiepchen: eigentlich Kücken, aber auch Kose- und Schimpfname
    Schlaatz: körperlich große Person (z.B.: „Du bist awwer ä lanker Schlaatz!“)
    schlahn: schlagen (z.B.: „Ich schlah dor bar!“ - Ich hau dir eine!)
    schlawwern: geräuschvolles Trinken (von „schlabbern“ hergeleitet)
    schlunksen: geräuschvolles Trinken (z.B.: „Schlunkse nich so, Aas!“)
    Schlübber: Unterhose (abgeleitet vom hochdeutschen „Schlüpfer“)
    Schmeech: Wolke aus lästigen Instekten (meist im Hochsommer)
    Schmeechbiez: schlaffe Brüste (z.B.: „Ihr Schmeechbiez hängt bis zun Knien“)
    schmusen: erzählen (z.B.: „Där schmust ä Mist!“ - Er erzählt Unfug.)
    Schnatzjer: Sperling, Spatz (gültig für beide Tierarten, Foto: Schnazjer)
    Schnärzchen: Spässchen (z.B. „Ich hawwe ä Schnärzchen jemacht.“)
    Schnongs: Bonbon (z.B. „Haste ma paar Schnongse fer miche?“)
    schnorpsen: knabbern (man kann z.B. Möhren u. Äpfel schnorpsen)
    Schnulle: Freundin, Mädchen (eher abwertend gebraucht)
    Schnulli: Krimskrams (z.B.: „Plaste-Spielzeug ist Schnulli“)
    Schnullahn: männl. Geschlechtsteil (z.B. „Spiele nich am Schnullahn rum!“)
    schnulln: urinieren (z.B. „Ooor ich mussema mächtich schnulln!“)
    Schuhre machen: [kleine] Sabotage, Schikane („Der macht mir das nur zum
    Schuhre!“)
    schwalben: schlagen („Ich schwalbe dor gleich eene!“)
    seechen: urinieren (z.B. „Or ich muss ma dringend seechen.“)
    Seechfilz: Toiletten-Vorleger (auch für: weibliches Schamhaar verwendet)
    Seechzeuch: Genitalien („Das Seechzeuch zusammen stecken“ = Sex machen)
    Senge kriechn: verhauen werden (z.B.: „Du krist gleich Senge, Scheeks!“)
    ser: ihr (z.B.: „Ich tatsche ser ande Biezen.“ - Brustgrapschen)
    Sießchen: Würstchen (z.B.: „Mei Sießchen bitte mit Mostrich!“)
    simmelieren: überlegen, nachdenken (wird noch oft verwendet)
    Simmelierkuller: Kopf (z.B.: „Der hat mir vorde Simmelierkuller jekloppt!“)
    Spinneganker: Spinne mit langen, dünnen Beinen
    Stieche: Treppe, Stufe (z.B.: „Die Stieche nann klettern.“ - Treppensteigen)
    stiepeln: abstehen (z.B.: „Deine Haare stiepeln ab.“)
    Stiez: abstehendes Haarbüschel (z.B.: „Eh, Du hast'n Stiez!“)
    Stinkebietz: Schimpfwort (vergleichbar mit „Dreckschwein“)
    Stoob: Geld (abgeleitet vom hochdeutschen „Staub“)
    Stoobriesel: Kosename (etwa „Wirbelwind“; kommt von „rieselnder Staub“)
    streechen: lügen (z.B. „Streeche hier nich so rum, Aas!“)
    Stromer: Strolch (z.B. „Du bist ä janz schöner Stromer!“)
    Suppendust: Schimpfwort [Steigerungsform von „Dust“ (Blödmann)]
    stromern: herumstreunen, spielen (z.B. „Wo bist'n rumjestromert?“)

    • T •

    Toffel: ein großer oder dicker Mensch (z.B.: „Du bist ä Toffel.“)
    toffeln: sich „grobmotorisch“ bewegen, bzw. viel arbeiten
    Traasch: [leichter] Stress (z.B.: „Ich hawwe meinen Traasch.“)
    Trullerschiepchen: Kosename oder Schimpfwort; nicht direkt übersetzbar

    • U •

    uffjehm: aufgeben (z.B. „Ich will ä Päckchen uffjehm.“)

    • V •

    vorn Latz: vor den Bauch/Körper (z.B. „Eene vorn Latz ballern!“ = Prügeln)

    • W •

    wa?: heißt soviel wie „stimmts?“ (z.B. „So'n Mistwetter, wa?“)
    wackeln: gehen, laufen (z.B. „Da mussich gleichema hinwackeln“)
    Wanst: universell für Körper, Kind, Bruder... (auch Schimpfwort)
    Wanstrammeln: Bauchweh
    weestewind: Bescheid wissen (oft drohend oder belehrend eingesetzt)
    wellern: herumrennen, herumfuhrwerken (nicht mehr oft verwendet)
    werjen: werkeln, arbeiten, fummeln (z.B. „Am Schlübber rumwerjen.“)
    wummern: prügeln, schlagen (z.B.: „Ich wummere dor gleich eene!“)

    • Z •

    zermährt sein ausgeleiert oder kaputt sein („Das Ding ist total zermährt.“)
    Zerrwanst Akkordeon (möglicherweise keine ur-hallische Vokabel)
    zujar sogar (z.B: „Nur Eene?! Ich hawwe zujar zwee Ischen!“)
    Zwern ein Dünner (z.B: „Du bist vielleicht ä derrer Zwern, Scheeks!“)

    • Zahlen •

    13 internationale Unglückszahl, aber auch typisch hallesch in der Redewendung
    „Ich glatsche dor glei 13!“ (Prügeldrohung)
     
  2. Eve

    Eve 's Heidi

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    :-D Also so einiges benutzen wir hier ja oooch, aber vieles hab ich auch noch nie gehört.


    :winke:
     
  3. Blatthaar

    Blatthaar Dauerschnullerer

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    AW: Da wo ich herkomme, versteh ich auch manchmal kein Wort ... ;-)

    Ist die Bemme nicht ein sächsisches Butterbrot? Ich habe mich jedenfalls beeumelt :hahaha: Weißt du, was ein Griebsch ist? :nix:
     
  4. Solveig

    Solveig Dauerschnullerer

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    AW: Da wo ich herkomme, versteh ich auch manchmal kein Wort ... ;-)

    Meenste nen appel-kriebsch? *hihi*

    Ich fand das auch so witzig. Da Halle eine Universitätsstadt ist, hört man hallesch nicht mehr so häufig. Als Kind hab ich diesen Dialekt gehasst (er ist ja auch sehr gewöhnungsbedürftig), nun find ich ihn sehr, sehr komisch!!!!
     
  5. Eve

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    AW: Da wo ich herkomme, versteh ich auch manchmal kein Wort ... ;-)

    Nen Appel-Griepsch (ich hab mir noch nie Gedanken gemacht wie man das schreibt :???: ) gibts bei uns auch. :-D

    Gibt schon lustige Wörter ...
     
  6. Blatthaar

    Blatthaar Dauerschnullerer

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    AW: Da wo ich herkomme, versteh ich auch manchmal kein Wort ... ;-)

    Ich kenne noch ein lustiges Wort, weiß aber nicht die genaue Schreibweise: meiselbreetsch ( sprich ) übersetzt für verrückt
     
  7. AW: Da wo ich herkomme, versteh ich auch manchmal kein Wort ... ;-)

    Ergänzung:
    Etwas nördlich von Halle, ein Stückchen hinter dem Petersberg, Richtung Köthen, liegt der Landstrich, durch den die Fuhne fließt und wo man auch ein schönes Mittelhochdeutsch spricht:


    - Dort sagt man u.a., an Stelle von: "flaken": "faken" i.S.v. ".....wenn ich dir eine fake!..."
    (In Thüringen, Erfurter Raum, würde man sagen: ... pass off, wenn ich Dir ma vor'n Rachn poche! oder: Ich hau' Dir gleich 'n paar vor'n Rachen!")

    - Die, oben, an der Spitze sind die "an der Täte"

    - "Mai Joldsohn" = "mein Goldsohn" i.S.v. 'Prachtbursche"

    - "Staket" oder "Staketenzaun" aus sperrigen Holzlatten zusammengezimmertes Hindernis/Abtrennung, meist in Form eines Zaunes

    - "Stake" = Hozstange, -latte (auch unbehauen) zum staken oder auch um ein Staket zu bauen

    - "Der Torwehch" = Das Eingangstor, oft aus Holz. Bsp.: "Sperre ma den Torwech of!"

    - "huchtich" = i.S.v.: "Na hola, ach, ja, was'n das.. damit hätt' ich grad nicht gerechnet, na, sowas!?"

    - "Hunneferzchen" für Hundefürze

    - "Hulebock" = Purzelbaum

    - "Kiete", "Sandkiete odet Müll- bzw. Aschen-Kiete" = Stück Land außerhalb des Dorfes, dass z.B. zum Abbau von Sand und später als Abladeplatz für Asche/Hausmüll benutzt wurde.

    - "Rumhuppm", "Huppm" = Herumspringen, springen

    - "Glom" i.S. von: "Das brauchen wir nicht zu glauben!" oder; "Der Glauben..." "Mor gan's gaum glom!"

    - "rumschnullern" i.S. von: "was die widder rumzuschnullert /ein sinnloses Zeug zu reden, hat..."

    - "Kloppe", "verkloppen" i.S. von: Verhauen, Haue

    - "Vorel", "Du hast wo'n Vorel?!" Der Vogel

    - "Fordsknoten" herablassend i.S. von: "kleine(r) Scheißkerl/Klabusterbeere"

    - "aale" i.S. von: "Jo, wir ham ooch Aale... aale Kartoffeln!"

    - "knaupeln" i.S.v.: "Da haste ganz schön drane zu knaubeln oder knauble nich so ville an deinen Fingern rum."

    - "Das Mähchen hat was of der Kersche!" i.S.v.: "Das Mädel ist aber schlau!"

    - "Briehe" i.S.v.: "mache nich sonne Briehe!" oder: "Mache nicht so ein Trara desderwejen"

    - "Ruppm/rausruppm" i.S.v.: "Ich muß widder das olle/aale Kraut raus ruppm!" (ausrupfen/rauszerren)

    - "Das zerrt sich" i.S.v.: "Das dauert aber ziemlich lange." "So ein Jezerre!"

    - "rummährn" i.S.v.: "Was mährste denne so lange? oder: Immer musste iwerall drinne rummährn!"

    - "machema!" = "mach mal!"

    - "Machsjut, meiner!" = "Mach's gut, mein Freund/Bekannter/Spezi!"

    - "Jo" für Ja!

    - "Verjoche" Verjagen - Kinderspiel, jemanden hinterherjagen.. ala: Fang mich!

    - "Krauchen" = Kriechen

    - "Langen" = "Lange mir ma das Ding da her! oder Ich lange dir jleich eine! Lange mal rüber."

    -"Der Emmer" = Der Eimer

    - "Nochemaniche!" = "Noch mal nicht!"

    - "Ich mußema Kähken!" = "Ich muß mal Kotzen!" "Haste heute schon jekähkt?"

    - "De Muddie!" = Die Mutti!

    - "Knuggern" i.S.v.: "Was knuggerste den rum?" oder "Knugger nich!" = Rumnörgeln, vor sich hin 'grummeln', sich über was aufregen, was einem nicht passt.
     
    #7 OpaHo, 1. Mai 2012
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 4. Januar 2013
  8. AW: Da wo ich herkomme, versteh ich auch manchmal kein Wort ... ;-)

    :bravo:
    Das ist super interessant, macht mal weiter!!
     

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