Computerspiele und Phantasie

Dieses Thema im Forum "Das Leben mit Schulkindern" wurde erstellt von La Bimme, 23. April 2008.

  1. La Bimme

    La Bimme Leseratte
    Moderatorin

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    Hallo Ihr Lieben!
    Wer kennt sich mit Computerspielen aus? Ich nämlich nicht. Mich würde mal interessieren, ob man dabei Phantasie braucht.

    Ich hatte nämlich neulich die Aufgabe im Kunstunterricht, dieses Bild von Keith Haring

    [​IMG]

    zu interpretieren, also die Schüler sollten schreiben, was ihrer Meinung nach auf dem Bild passiert und was die Figuren sagen oder fühlen könnten. Ich fand das superleicht und hatte schon Angst, die Teenies zu unterfordern. Aber erstaunlich viele wussten gar nicht, was sie schreiben sollten. Vielleicht die Hälfte der Klasse (Gesamtschule).
    Ich hab das einem Kollegen erzählt (Technik-Matte-Lehrer), der meinte, Gedanken- und Phantasiespiele, also Methoden, die auf Imagination beruhen, würden bei ihm auch überhaupt nicht funktionieren. Seiner Ansicht nach läge das an den Computerspielen. Man brauche heute keine Phantasie mehr, um zu spielen. Das erledige ja der Computer.
    Das hat mich einerseits nachdenklich gemacht, weil PC-Spiele sonst immer nur im Zusammenhang mit Gewaltbereitschaft diskutiert werden, aber nie bzgl. Phantasie.

    Andererseits braucht man auch für Mensch-Ärger-Dich-Nicht keine große Phantasie.

    Oder braucht man doch Phantasie für Compi-Spiele? Der Markt ist da wahrscheinlich elendig groß. Aber sind bei den „Top Ten“ welche dabei, wo es Phantasie braucht?
    Kann jemand was dazu sagen? Und was denkt Ihr?

    Danke! :)
     

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  2. Frau Anschela

    Frau Anschela OmmaNuckHasiAnschela

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    AW: Computerspiele und Phantasie

    :winke:

    kommt sicher darauf an, was man spielt.

    Ich kenn mich mit klassischen Kinderspielen jetzt noch nicht aus, weil es die bei uns noch nicht gibt. Ich bin aber selber leidenschaftliche Adventurespielerin. Und da behaupte ich mal: Man braucht eine Menge Phantasie und Kombinationsgabe um ans Ziel zu kommen.

    Bei Jump 'n Run und Ballerspielen wohl eher weniger. Aber dafür braucht man Reaktionsfähigkeit.

    Ich denke, wohl dosiert und eben dem Alter entsprechend eingesetzt können Computerspiele eher förderlich als hinderlich für die Entwicklung sein.

    Das Problem ist heute eher wohl in die Richtung, dass Kinder über PC-Spiele "ruhig gestellt" werden und viel zu viel Zeit davor verbringen. Da sehe ich die Gefahr genau wie beim TV. Man macht nichts aktiv. Und wenn man Phantasie, Reaktion, etc. nicht aktiv ausleben und erleben kann, dann nützt einem die simulierte Welt auch nicht mehr viel.

    Liebe Grüße
    Angela
     
  3. Janine83

    Janine83 nette arschige Rolle

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    AW: Computerspiele und Phantasie

    Genauso wie Angela es sagt würde ich es unterschreiben.

    Ich denke es kommt auf das Genre und auf die Dosierung an.

    Gerade das was Angela vorbrachte mit den Adventure-Spielen.
    Ich habe damals eeewigkeiten damit verbracht,bei Monkey Island (ich glaub das hieß so) verschiedene Dinge zu kombinieren...bin fast verzweifelt dabei.

    Vielleicht war ich da so phantasielos,weil ich sonst nur sowas *ödes* wie Super Mario gespielt habe. Stupides hüpfen und reagieren liegt mir mehr. :heilisch:

    Kurzum: ich denke schon das es Phantasie bedarf um bestimmte Spiele zu spielen. :jaja:
     
  4. Volleybap

    Volleybap Herzkönig

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    AW: Computerspiele und Phantasie

    Du brauchst bei den Spielen Phantasie. Aber dieser Phantasie ist durch die technischen Möglichkeiten und der Phantasie des Spieldesigners eine Grenze gesetzt. In Computerspielen hast Du immer einen Rahmen, der vorgegeben ist. Nur bedingt kannst Du diesen Rahmen sprengen (simples Beispiel: Autorennen. Der Spieler soll schnellstmöglich auf dem vorgegebenen Kurs das Ziel erreichen. Phantasie und Kreativität der Kids ist es dann, nicht auf Sieg bzw. "schnellster sein" zu spielen, sondern das Auto gegen die Wand zu setzen, rückwärts zu fahren usw. )Aber auch dies geht nur im Rahmen der Phantasie des Designers. Es ist immer eine nachempfundende Kreativität. Und sobald der Spieler etwas wirklich Neues denkt, bekommt er sofort die Grenze gesetzt.
    Gute Computerspieler sind letztlich die Leute, denen es besonders gut gelingt, sich in die Gedanken des Designers hineinzudenken. Extrem gesagt: sie werden zur Dublette des Designers.
    Was richtig und falsch ist, was gut und was schlecht ist, wird durch den Designer vorgegeben: nämlich es funktioniert oder es funktioniert nicht...
    So gesehen schränken Computerspiele die Kreativität ein. Vor allem bei kreativen Leuten...


    Was mir gerade als spontane Idee für die "Computergesellschaft" kommt:Lass die Klasse doch das Bild computermäßig interpretieren. Was soll sich ereignen, wenn man auf verschiedene Stellen des Bildes klicken würde? Was würden sie erwarten, was dann passiert? Und wieso...
     
  5. AW: Computerspiele und Phantasie

    Ja, da bin ich ja getröstet, dass es hier so viele kritische Stimmern zu den Computerspielen gibt. Ein Floß bauen, ein Baumhaus bauen, selbst mit Legos bauen, in Vaters Hobbywerkstatt basteln, mit offenen Augen durch Feld und Wald wandern, mal draußen zelten, Abenteuergeschichten erzählen/spinnen usw. usf. - da werden Phantasie und Kombinationsgabe gefördert wie nirgend sonst. Jedes Computerspiel ist eine konstruierte Vorgabe, das sehe ich auch so - und das mit dem "wohl dosiert" ist kaum möglich; die Spiele fördern eher suchtähnliches Verhalten. Unsere Kinder sind inzwischen 10 und 12, und haben so gut wie nie Fernsehen gesehen, nur wenige Videos gesehen (Kino stattdessen), und nur wenige Stunden am Computer gesessen. Und es tut ihnen gut!! Als wir zwei Wochen allein im Segelboot von den Kapverden nach Brasilien gesegelt sind, kam keine Langeweile auf; sie haben sich mit Tüchern eine Landschaft gebaut, mit ihren Puppen und Kuscheltieren ganze Lebensgeschichten gespielt, gelesen usw. usf. Sie haben jetzt (abgesehen von ca. sechs Wochen pro Jahr) keine normale Schule gesehen und sind dennoch ein fittes Pärchen, das gut mithalten kann. Unsere dringende Empfehlung: raus aus dem Computer/TV/Werbung geprägten Alltag und soviel wie möglich unternehmen, was nicht "normal" ist. :winke:
     

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