Brauche mal nen Rat (vorsicht, lang!)

Dieses Thema im Forum "Hund - Katze - Maus" wurde erstellt von simoensche, 15. Juni 2005.

  1. simoensche

    simoensche Familienmitglied

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    Hallo!

    Mein Hund und ich sind gestern nämlich gebissen worden.
    Und zwar ist folgendes passiert: wir waren auf dem Rückweg vom Feld, ich hab den Kinderwagen mit Hannah geschoben (David war Gott sein Dank nicht dabei) und hatte Robin (unseren Hund) mit einer kurzen Leine um die Hüfte gebunden und er trottete also links neben mir und dem Kinderwagen, quasi bei Fuß. In unserer Straße sah ich dann eine Frau mit Berner Sennenhund an der Leine und Kind auf dem Dreirad, die sich mit ner anderen Frau auf dem Bürgersteig unterhielt. Zwischen uns und dem anderen Hund parkte noch ein Auto.
    Ich also mit Hund und Kiwa auf die Straße (da fahren nicht so viele Autos), laufe um das parkende Auto rum und wollte noch einen Bogen um die Leute machen und dann wieder auf den Bürgersteig wechseln. Robin lief links von mir, die standen rechts, also waren zwischen den beiden Hunden noch ich und der Kiwa. Als wir hinter dem parkenden Auto auftauchten sauste der Berner Sennenhund ohne Vorwarnung los, riß Frauchen die Leine aus der Hand (sie fiel auch noch hin) und ging direkt auf Robin los, ohne "normales" Hundeverhalten wie beschnuppern, knurren, drohen, irgendwas, nein, hat ihn direkt in die Seite gebissen. Robin wollte sich unterwerfen (er ist nicht so wahnsinnig dominant und gibt bei größeren lieber mal nach), hatte aber keine Chance. Ich hab ihn dann nur noch schnell von der Leine losgemacht, damit er sich irgendwie wehren oder abhauen kann. Die beiden Hunde waren direkt neben mir und in dem ganzen Kuddelmuddel hab ich dann nur noch gemerkt, dass der fremde Hund auch noch mein Bein erwischt hat. Zum Glück hat er gleich wieder losgelassen um sich nochmal auf Robin zu stürzen, der fing dann auch an zu bellen und wollte sich wehren. Die Frau schrie ihren Hund an und er ließ dann auch los und ich pfiff Robin zurück (der zum Glück auch direkt gehört hat). Okay, die Frau war superbesorgt und eigentlich ganz nett, kam auch kurz drauf vorbei um zu fragen, was passiert ist und so. Mein Bein war "nur" gequetscht, ich hatte zum Glück ne feste Jeans an und die war auch nicht kaputt, und hat nur an einer Stelle geblutet (heute sieht man ganz schön die 4 Reißzähne auf meinem linken Knöchel...) Robin hab ich zu Hause durchgecheckt (der war total durch den Wind) und er hatte tatsächlich zwei Bißverletzungen, ich war dann auch beim Tierarzt, weil ich nichts zum Versorgen zu Hause hatte.
    Soweit der Vorfall. Ich dachte zuerst, ist halt dumm gelaufen, der Hund wollte offensichtlich nicht mich beißen, sondern hat quasi "aus Versehen" mein Bein erwischt. Eigentlich darf sowas ja nicht passieren, wenn ich einen aggressiven Hund hab, muss ich ihn auch halten können, aber es ist nunmal passiert, die sollen die Tierarztrechnung zahlen und gut ist.
    Dann hab ich mir aber mal überlegt, was hätte passieren können, wenn David (der so 85 cm hoch ist) dabei gewesen und zwischen die Hunde geraten wäre (so wie mein Bein) und der fremde Hund IHN "aus Versehen" erwischt hätte. Außerdem hab ich heute erfahren, dass der Hund schon zweimal vorher auf andere Hunde losgegangen ist (hat mir die Besitzerin sogar selbst erzählt, dass sie schon zweimal eine Tierarztrechnung deswegen bezahlen mussten...) Und was mich dann so richtig geärgert hat war, dass die Besitzerin ihrer Nachbarin (die zufällig Davids Tagesmutter ist) erzählt hat, mein Hund hätte ja angefangen und ihren zuerst angeknurrt oder angebellt! Hat er nicht. Was mich daran aber besonders ärgert, ist, dass sie damit versucht, das Verhalten ihres Hundes zu entschuldigen, so nach dem Motto, der andere hat ja angefangen. Abgesehen davon, dass es rein rechtlich egal wäre, ob Robin zuerst geknurrt hat oder nicht, da ich ihn ja unter Kontrolle hatte, ist mir jetzt klar, dass sich nun nichts ändern wird und es nur eine Frage der Zeit ist, bis dieser Hund wieder einen anderen anfällt, wenn sie ihn mal wieder nicht halten kann (es geht auch manchmal ein älterer Herr mit dem Hund spazieren, der ihn ganz sicher auch nicht packt...) Und was ist, wenn dann wirklich mal ein kleines Kind dazwischen gerät (abgesehen von dem anderen Hund, den es dann erwischt).

    Ich frage mich jetzt, was ich machen soll. Ich will die Leute nicht anzeigen, aber wenn sich so gar nichts ändert, ist das meiner Meinung nach auch grob fahrlässig. Mein Mann hat den Vorschlag gemacht, dass wir uns mit den Leuten unterhalten und uns zusichern lassen, dass sie nur noch mit Maulkorb mit ihrem Hund spazieren gehen. Der Hund ist 9 Jahre alt und meiner Meinung nach wirklich verhaltensgestört. Die Besitzer gehen eh kaum mit ihm raus, meistens ist er im Zwinger oder im Garten an einer langen Leine. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Leute bereit wären, eine Hundeschule aufzusuchen, wenn sie nicht mal Bock auf Spazierengehen haben... Und ich weiss auch nicht, ob das bei so einem alten Hund noch viel bringen würde, auf jeden Fall wäre es viel Arbeit. Aber wenn der Hund wenigstens beim Spaziergang einen Maulkorb anhätte, wäre die ärgste Gefahr schonmal gebannt und das wäre vielleicht eine halbe Stunde am Tag, also meiner Meinung nach für den Hund auch okay. Wie seht ihr das, was würdet ihr machen? Ich hab eigentlich auch keine Lust, jedesmal die Flucht zu ergreifen, wenn ich den anderen Hund sehe (die Leute wohnen auch noch in unserer Straße, gerade ein paar Häuser weiter...), denn schließlich ist mein Hund ja erzogen. Und ich kann nicht alle Leute mit Hund warnen, denen aus dem Weg zu gehen. Will ich auch nicht.

    Danke fürs Aushalten und ich bin gespannt auf eure Meinungen.

    Liebe Grüße

    Simone
     
  2. Hallo,
    probier doch wirklich mal mit den Leuten zu sprechen. Ich denke aber, Du wirst nicht viel Erfolg haben. Ich habe selbst 2 Hunde und bekomme auch am meisten Ärger mit uneinsichtigen Hundebesitzern. Du wirst sie nach dem Gespräch wohl oder übel anzeigen müssen, dann bekommen sie eine gesetztliche Leinen-und Maulkorbpflicht. Mir wäre das mit meinem Kind auch zu gefährlich. Du könntest mir evlt. auch einen Rat geben.
    Bei uns ist es zur Zeit sehr schlimm mit der Hetzkampagne gegen Hundebesitzer. Gestern habe ich mir anhören müssen, daß mein Hund auch kein Pippi machen darf, da es den Rasen beschädigt! Super! Wo soll mein Hund denn hinpinkeln? Oder soll ich jetzt noch mit Gieskanne rumrennen, damit ich den Rasen bespritzen kann? Ich finde man kann alles übertreiben. Bei uns pinkeln mehr Menschen die Zaungebüsche welg als Hunde!
    Einen Hund von mir nehme ich auch immer an die Leine , wenn ich mit Kinderwagen laufe, der andere läuft Fuß nebenher. Was mir stinkt ist daß immer ich angesprochen werde, da mein zweiter Hund nicht an der Leine läuft. Meine Hunde sind auch super erzogen. Gegenüber von uns spielen mehrere Hunde ohne Leine und rennen auf dem Gehweg rum und stören andere damit. Da sagt keiner was, da diese Leute ja in der Masse viel stärker sind als ich. DAs geht mir solangsam echt auch auf die Nerven. Ich ,aber auch meine Hunde, wollen einfach nur unsere Ruhe!
    Grüßle
    Claudi
     
  3. Michi72

    Michi72 Gehört zum Inventar

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    Hallo,

    normalerweise sollte die Hundebesitzerin (wenn sie ja wenigstens einsichtig wäre) die TA-Kosten übernehmen.

    Wir hatten nämlich am Sonntag das selbe problem.Mein Mann war mit unserem Hund Romeo im Hof.Romeo ist ein Kleinhund.Plötzlich kam ein Riesenschnautzer-Irgentwas-Mix um die Ecke.Ohne Leine und so.Romeo hat nur an ihm geschnuppert und dieses Riesenvieh hat sich auch ohne Vorwarnung im Kopf von Romeo verbissen.Mein Mann hat auch versucht das Riesenvieh von Romeo weg zubekommen.Das klappte aber nicht.Mein Mann rief, das doch jemand diesen Hund holen sollte, aber der besitzter kam nicht.Unser Hausnachbar kam dann meinem Mann zu Hilfe und sie konnten die beiden trennen.Romeo blutete aus dem Linken Ohr und es sah echt schrecklich aus.Dann kam endlich der Besitzer und er sagte, das wir zum TA sollten und er die Rechnung übernehmen würde. Ich glaube aber, das er das nur sagte, weil wir das ganze Haus als Zeugen hatten.Jedenfalls hat er anstandslos alles bezahlt.Angezeigt habe ich ihn trotzdem, schließlich wohnen hier sehr viele Kleine Kinder die auch im Hof spielen.Und ich habe auch angst um meine Kids.Jetzt darf der Riesenhund nicht mehr ohne Leine laufen.

    Wenn du Zeugen hast, würde ich sie schon anzeigen oder die TA-Kosten verlangen.Ohne Zeugen kannst du leider kaum was machen....

    Gruss
    Michaela
     
  4. Tamara

    Tamara Prinzessin

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    Hallo Simone,
    erstmal ein Knuddel an Dich und Robin :tröst: !

    Ich würde versuchen mit den Leuten das Gespräch zu suchen, ich denke zwar auch das das wenig bringt, aber damm musst Du Dir nichts vorwerfen. SOllte das Gespräch ohne Erfolg verlaufen, würde ich mich an den Tierschutzverein wenden und die Angelegenheit anzeigen. Der Tierschutz besucht die Leute unverhofft und verschaffen sich ein Bild, besonders auch von der Unterbringung (Zwinger/Laufleine). So ist das Ganze offiziell und der Tierschutz hakt nach, solange bis die Haltung in Ordnung ist.
    Sollte wieder etwas passieren und das wird dem Tischutz gemeldet, dann ist die Familie schon bekannt ;-)

    Viel Glück und alles Gute
    TAmi
     
  5. simoensche

    simoensche Familienmitglied

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    Hallo!


    Danke für die Antworten! Ich wollte euch nur nochmal kurz berichten: Also mein Bein ist wieder okay, nur noch ein bisschen blau, aber tut nicht mehr weh. Robins Wunden haben sich zum Glück auch nicht entzündet und alles heilt gut. Bis jetzt zeigt er auch keine Verhaltensänderung gegenüber anderen hunden (Gott sei Dank!), aber wir haben noch keinen Berner Sennenhund getroffen, da weiß ich nicht, ob er vor der Rasse jetzt Angst hat oder vielleicht sogar aggressiv reagiert. Mal sehen. Momentan treffe ich leider nicht so viele andere Hunde, weil es einfach viel zu heiß ist, um weit spazieren zu gehen (und mit David im Schlepptau kommt man eh nicht so weit...)
    Am Freitag muss ich die Klammern rausmachen lassen und bekomme dann auch die Rechnung - und die bekommen natürlich dann die anderen Hundebesitzer. Bin mal gespannt, wir wollen jetzt erstmal mit denen reden, aber so wie ich das jetzt mitbekommen hab, sind die Leute wohl sehr uneinsichtig bzw. sind im gespräch supernett und scheinbar besorgt, aber hintenrum wird dann gelästert und sich doch nicht an Absprachen gehalten. Aber ich will es doch erstmal im Guten versuchen.

    @Tami70: wegen Tierschutzverein: ich hab jetzt mal ein Auge auf die Haltung des Hundes, momentan seh ich ihn nämlich eigentlich gar nicht mehr im Garten, sondern er ist wohl fast nur noch im Zwinger (der befindet sich unter der Eingangstreppe, also auch nicht wirklich hell und "gemütlich"), aber es ist ja auch so warm im Moment, dass der Aufenthalt im Garten vielleicht eher ne Quälerei wäre. Aber ich behalte die Möglichkeit, den Tierschutz zu informieren mal im Hinterkopf, nicht dass der Hund jetzt nur noch unter der Treppe hockt. Davon wirds sicher nicht besser.

    Liebe Grüße und ein wauwau von Robin!

    Simone
     

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