Anfänger braucht Rat in der Homöopathie

Dieses Thema im Forum "Apotheke" wurde erstellt von Loysel, 8. November 2005.

  1. Loysel

    Loysel Gehört zum Inventar

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    Hallo ihr Lieben,

    ich habe mich nun doch entschlossen, meinen Kinder verstärkt mit Mitteln der Homöopathie zu helfen (bisher hab ich mich nicht recht getraut).
    Unser hauptsächliches Übel sind Erkältungen. Es beginnt meist mit Schnupfen, Husten kommt dazu, der meist locker klingt und dann ... immer die Ohren. So auch jetzt wieder. In der Apotheke habe ich nachgefragt und mir wurde Pusatilla empfohlen. OK ein Versuch ist es wert. Die Apothekerin meinte, ich solle 3 x tägl. 5 Globuli geben. Gesagt getan. Zu Hause habe ich nochmal nachgelesen und fand überall die D12 Potenz angegeben. Gekauft habe ich aber die D4. Was nun? Mit den Potenzen bin ich mir nämlich noch nicht sicher. Würdet ihr die Potenz anders geben? Ich habe ihnen die Globuli erst einmal so gegeben. Am ersten Tag danach, dachte ich es geht ihnen körperlich besser. Doch nun ist eher Stillstand somit ist es wohl doch nicht das richtige Mittel oder falsche Dosierung? Zusätzlich noch andere oder Wechsel? Ich gebe ihnen außerdem Otowuwen. Beim HNO-doc war ich auch, der meinte Nasenspray würde reichen, notfalls noch ein Ohrentropfen. Die Schmerzen würden vom Druck kommen. Bei Ohrenschmerzen wird ja auch Ferrum phosphoricum empfohlen, Pusatilla aber auch. Der Schnupfen passt schon zu Pusatilla, ein Wechsel zwischen total zu und laufen ohne Ende. :help:

    Fragende Grüße
     
  2. Ich finde Deinen Entschluss durchaus begrüßenswert, sehe ihn aber auch mit etwas „gemischten Gefühlen“. Es gibt so unzählig viele Eltern, die das Gefühl haben, „mit der AB-Schiene scheint es irgendwie nicht vorwärts zu gehen“ und möchten nun „alternative Methoden“ ausprobieren (so ein paar Globuli zum Versuch können ja nicht schaden...)
    Versteh’ mich bitte nicht falsch – ich selbst behandle meine Kinder (und wir unter uns) weitgehend homöopathisch. Dazu ist es meines Erachtens aber sehr wichtig, sich zu informieren, was die Homöopathie bezweckt, wie sie wirken soll, und dann auch dahinter stehen zu können.
    Es kann nicht angehen, sich per Apothekenrat oder Internet-Forumsdiskussion spezielle Mittelchen empfehlen zu lassen. Ein Schnupfen kann durch mindestens 20 verschiedene homöopathische Mittel behandelt werden (Pulsatilla ist da nur eines von unzähligen, die denn auch passen könnten). Wenn Du Dich entschließt, homoöpathisch zu (be)andeln, solltest Du genau wissen, was Du tust und auch einen Haus- oder Kinderarzt suchen, der entsprechend ausgebildet ist und Dich darin unterstützen kann. „Globuli-Versuche“ ohne entsprechenden Hintergrund haben m.M. nach wenig Sinn: Sie nutzen kaum und schüren das Vorurteil, das sei alles nur Humbug, weil es im Einzelfall nicht geholfen habe...

    Ein erfahrener, homoöpathisch orientierter Arzt kann auch durchaus helfen, aus dem Dilemma „durch AB Darm hin“ wieder hinaus zu helfen. Mit Experimenten wie im Internet angepriesenen „Darmsanierungsmedikamenten“ sehe ich persönlich einen möglichen Teufelskreis ohne überzeugendes Ende.
    Viele Grüße Pépé!
     
  3. Connie

    Connie Mary Poppins

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    Homöopathie ist gut, aber nicht ins Blaue hinein!

    Liebe Antje,

    ich möchte mich meiner Vorrednerin anschließen und muss leider noch "eins draufsetzen".

    Es ist nämlich unglaublich, wie unverantwortlich angeblich "fachliches" Personal wie Apotheker und leider sogar Ärzte sein kann. Da wird eben nicht genau, wie es die Homöopathie erfordert, auf das Krankheitsbild, den Krankheitsverlauf und die seelische Verfassung des Patienten geschaut, sondern einfach ins Blaue hineinirgendwas "empfohlen".
    Homöopathie bedeutet aber ganzheitliches Heilen und das kann nur da ansetzen wo auch der ganze Mensch betrachtet wird.

    Auch auf die Gefahr hin dass es mal wieder viel zu lang wird, ich muss Dir von meiner Freundin erzählen.
    Ihr Sohn, knapp ein Jahr, hatte Zahnungsprobleme. Die Kinderärztin sagte bei sowas gibt man Chamomilla.
    Nachdem er also mehr als eine Woche lang täglich vor dem Schlafengehen dieses Mittel bekommen hat, sagte mir meine Freundin "ich erkenn ihn gar nicht wieder, er hatte zwar wohl Zahnungsprobleme aber sonst war er ausgeglichen und hat auch gut geschlafen. Jetzt ist er total launisch, will abends nicht mehr einschlafen, wacht nachts auf und brüllt... Ich weiss gar nicht was los ist."

    Was meine Freundin nicht wusste und was die "Ärztin" ihr auch nicht sagte:
    1) Homöopathika sollen nur in Ausnahmefällen über längere Zeit gegeben werden! Das richtige Mittel bei akuten Sachen sollte bereits kurz nach der Einnahme bzw. einige Stunden danach Wirkung zeigen, bei nicht so akuten Sachen kann es einige Tage dauern.
    2) Chamomilla KÖNNTE richtig sein, wenn das Kind quengelig, fast unerträglich ist wegen der Schmerzen und vor allem die Nächte unruhig sind. Das war bei dem Kleinen aber anfangs gar nicht der Fall. Weil sie aber das falsche Mittel empfohlen bekommen hat und auch noch so lange gegeben hat, hat der arme Kleine eine sog. "Arzneimittelprüfung" mitmachen müssen.
    Gibt man nämlich das falsche Mittel, kann es im ohnehin schon kämpfenden Organismus auch noch die Symptome zum Ausbruch bringen, die es eigentlich geheilt hätte!

    Es ist auf jeden Fall grundverkehrt zu glauben, Homöopathie wäre "was pflanzliches" und könne ja nicht schaden!

    Eine verantwortliche Behandlung ist ohne jahrelange eigene Erfahrung und ohne entsprechende Fachliteratur nur mit Hilfe eines WIRKLICH homöopathisch orientierten Arztes oder eines Heilpraktikers möglich. Und sooo teuer ist so eine Beratung auch nicht, wenn man bedenkt was man sich und seinen Lieben dadurch ersparen kann...!

    Außerdem muss man sich im Klaren darüber sein, dass eine homöopathische Behandlung wegen der anderen Wirkungsweise unter Umständen eine noch engere Zusammenarbeit mit Therapeuten erfordert. Dass es auch Fälle gibt, in denen eine Selbstheilung auch mit Unterstützung der Homöopathie nicht möglich sein wird, und man entsprechend verantwortlich entscheiden muss bis wann Homöopathie helfen kann und ab wann man auch andere medizinische Maßnahmen heranziehen muss.

    Alles Gute dabei und eine möglichst krankheitsfreie Zeit wünsche ich Dir!

    P.S. hast Du auch das "WICHTIG - Grenzen der Selbstbehandlung" von Silly in diesem Forum gelesen? Da steht so ziemlich das gleiche drin, nur verkürzt und allgemeiner ... Sorry aber hab ich auch erst jetzt gesehen :andiestirnklatsch:

    LG,
     
  4. A

    A Gehört zum Inventar

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    Ich finde Homöopathie auch sehr gut und bin völlig unerfahren eingestiegen.
    Ich empfehle Dir zwei Bücher, mit denen ich sehr gut zurechtkomme.
    GU - Der große Homöopathie Kompass von Sven Sommer
    GU - Homöopathie für Kinder von Sven Sommer
    dort ist alles gut beschrieben, auch wie man andere Potenzen einsetzen kann.
     
  5. Loysel

    Loysel Gehört zum Inventar

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    Puh ihr wart ja fleißig ... nun ja der Termin beim Heilpraktiker steht schon fast fest ... ich wollte nur ganz aktuell versuchen meinen Lütten zu helfen. Ohne ärztlichen Rat unternehme ich sehr wenig, ich bin eher ein zuviel Gänger.
    Eine richtige Hilfe war mir das jetzt nicht, hätte wohl nicht schreiben sollen ,dass ich Anfänger bin.

    @A: danke für die Buchempfehlungen!

    Trotzdem danke an euch!

    Liebe Grüße
     

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