An den Onkel abgeben

Dieses Thema im Forum "Erfahrungsaustausch" wurde erstellt von Melanie, 11. September 2004.

  1. Hallo,

    ich habe kaum Kontakt zu meiner Familie (wollte es auch so). Ist ne lange Geschichte.

    Nun war mein Onkel zu meinem Geburtstag da und hat mich gefragt, ob ich nicht mit Janina mal wieder zu meiner Oma ins Altenheim fahren könnte, da sie sie so gerne mal wieder sehen würde. Da ich aber einen solchen Besuch psychisch nicht durchstehen würde, habe ich ihm angeboten, Janina abzuholen und mit ihr zur Oma zu fahren.

    Janina kennt den Onkel eigentlich gar nicht, auch nicht den Rest der Familie. Sie hat sie letzten Jahr im Somme einmal gesehen und den Onkel halt kurz an meinem Geburtstag.

    Janina ist ein Kind, das keinerlei Probleme mit Fremden oder Bekannten hat. Sie geht auf leider jeden zu und hat sofort Vertrauen (wie kann ich ihr das nur abgewöhnen????). So sehe ich auch kein Problem darin, dass sie mit meinem Onkel zur Oma fährt.

    Mein Onkel und seine Frau können sehr gut mit Kindern, da sehe ich kein Problem und Janina kommt auch gut ohne ihre Eltern klar, aber....

    Jetzt soll sie morgen mit ihm dorthin und irgendwie ist mir doch recht mulmig zumute, da ich nicht weiß, wie sie damit umgeht. Was ist, wenn sie etwas nicht darf? Mache mir einfach so meine Gedanken

    Wie würdet ihr damit umgehen? Janina kann ja auch nichts dafür, dass ich mit meiner Familie nicht klar komme, aber es ist ihre Uroma und auch ihre Familie, die ich ihr nicht vorenthalten möchte.

    Melanie
     
  2. Helga

    Helga Frau G-Punkt

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    Hallo Melanie,

    ehrlich gesagt, ICH würde das nicht machen ! Erstens kennt sich sie Deinen Onkel wenig bis gar nicht und zweitens hast Du selber ja auch ein komisches Bauchgefühl. Ich würde diesem Gefühl nachgeben, und Janina NICHT mit ihm zu Deiner Oma schicken !
     
  3. Tulpinchen

    Tulpinchen goes Hollywood

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    Hmmm...schwierig... :???:

    Ich glaub, ich würd sie auch nicht mitgeben, zumal Du damit noch mehr förderst, daß es ok ist, mit Fremden mitzugehen (und Dein Bauchgefühl ja auch recht deutlich dagegen spricht).

    Könntest Du nicht bis zum Altenwohnheim mitfahren oder Janina hinbringen und dann dort Deinen Onkel treffen? Du könntest dann davor warten, bis Janina zurück ist. Oft haben die ja auch einen Park, wo Du spazieren gehen könntest.

    Es ehrt Dich sehr, daß Du den "Streit", den Du mit Deiner Familie hast, nicht auf Janina übertragen möchtest. Aber dennoch wirst Du Dich dem auf Dauer nicht ganz entziehen können, weil Janina sicher von ihrem Besuch erzählen oder mal nach der Oma fragen wird.
    Von daher ist es vielleicht auch für Dich eine gute Möglichkeit der Annäherung (zumindest an die Situation, nicht an die Familie), wenn Du mit zum Altenheim fährst...

    Alles Gute!
    :winke:
     
  4. ich würde sie nicht alleine mitgeben
    wenn sie diesen onkel nicht gut kennt und auch die anderen leute nicht.
    wenn du deinem kind den kontakt mit deiner famile
    nicht vorenthalten willst
    wirst du dich überwinden müssen und mit ihr selbst dahingehen müssen....
    sollten die konflikte aber so tiefgehend sein
    so das auch dein kind die spannung mitbekommen würde.
    so geht es halt leider nicht.
    ich hoffe ihr findet einen weg!
    liebe grüße
    gigi
     
  5. Hallo,

    es gibt keinen Weg, mich dort hinzubewegen.

    Aber ich habe doch noch einen Weg gefunden, nachdem ich mit meinem Mann gesprochen habe.

    Mein Onkel und meine Tante werden morgen zu uns kommen und Kaffee trinken. So haben wir ein bißchen Zeit füreinander, gerade auch für Janina.

    Natürlich wird Janina auch von diesem Besuch erzählen und nach Oma fragen, damit habe ich auch keinerlei Problem, nur schaffe ich es für mich nicht, dieser Frau zu begegnen (wer ein bißchen meine Geschichte kennt, weiß, warum). Und ich wäre die Letzte, die Janina den Umgang mit ihr verweigern würde. So sehe ich jetzt darin die beste Lösung für uns alle.

    Und Nats hat mir heute auch einen Denkanstoss gegeben: Janina geht ab Oktober in den Kiga, nächste Woche beginnt die Eingewöhnungsphase. Den Erziehern gebe ich sie ja auch, und habe gerade mal ein Gespräch dort geführt. Im Laufe der Zeit werde ich sie kennenlernen, aber am Anfang muss ich sie auch zu "Fremden" geben.

    Trotzdem danke, und wenn es morgen beim Kaffee nicht klappen wird, bleibt sie einfach hier. Das entscheide ich dann aber wirklich nach meinem Bauchgefühl

    Melanie
     
  6. Nats

    Nats Jupheidi

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    Hallo

    Ich denke, da Melanie ihren Onkel ja kennt und weiß, wem sie das Kind mitgibt, sollte es nicht das Problem sein. Laura ist damals auch sehr offen Fremden gegenüber gewesen, das hat sich aber später gelegt. Und wenn man Janina klar macht, das der Onkel kein Fremder ist, sondern zur Familie gehört, ist es ok. Und dieses Kaffeetrinken zeigt ihr ja auch, das er kein Fremder ist, sondern Mama und Papa ihn kennen und ihm das Kind mitgeben. Kinder können diese Unterschiede auch selbst ein wenig einschätzen. Also keine Angst.
     

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