Ab wann kann man „drüber reden“?

Dieses Thema im Forum "Das Leben mit Schulkindern" wurde erstellt von La Bimme, 15. September 2006.

  1. La Bimme

    La Bimme Leseratte
    Moderatorin

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    Frido geht zwar noch nicht in die Schule, aber mich interessieren mal Erfahrungen von Müttern mit etwas älteren Kindern.

    In meinem mütterlichen Idealismus ging ich immer davon aus, dass, wenn man es nur von Anfang an macht, immer gemeinsam eine Lösung finden kann. Aber ab wann funktioniert das richtig? So mit reden „Ich seh das so, du siehst das so, was machen wir denn jetzt?“. ;-)

    Fridolin biegt solche Gesprächssituationen oft ab. Okay, denke ich mir, ist er halt noch zu klein für.
    Aber seine Ablehnung klingt so auffallend erwachsen: „Mama, das ist mir jetzt zu kompliziert, können wir jetzt mal von was anderem reden?“ (O-Ton)
    Dabei geht es so um Dinge, ob er denn nun 1x die Woche mit den anderen Kita-Kindern in die Gemeinde geht (hatte er in der Anfangszeit abgelehnt, aber da musste er im Kindergarten selber erst mal ankommen, was er nun aber definitiv ist).
    Oder dass es morgens immer stressig wird, weil er noch das Lego-Boot parken muss und dann geht ein Teil ab und dann muss das erst mal repariert werden.... Und wenn ich drängle, ganz erwachsen: „Mama, du nervst!“
    Wenn ich ihm erkläre, dass wir uns was einfallen lassen müssen, damit ich eben nicht mehr nerven muss (und ich hab morgens Zeiten einzuhalten): „Mama, hör jetzt mal auf davon zu reden!“

    Ist es nun zu viel verlangt, ihn an einer Lösungsfindung zu beteiligen (weil zu klein), oder ist es das nicht (weil er seine Ablehnung ja auch sehr gut formulieren kann)?

    Wie sind da so Eure Erfahrungen? Bitte keine Buch-Tipps – gelesen hab ich viel! :) Bin jetzt mehr praxisinteressiert:

    Hat es gebraucht, ehe sich Gesprächsroutinen etabliert haben?
    Was habt Ihr genau dafür getan und wie?
    Wann hat es funktioniert, wann nicht?

    Danke
    und liebe Grüße
     
  2. Su

    Su Das Luder

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    AW: Ab wann kann man „drüber reden“?

    Also, in einigen Dingen kann ich schon mit Yannick gemeinsam Lösungen finde und besprechen, darf aber nicht lange dauern :zwinker: oder wir reden über was und ich denke es kommt gar nicht an, weil er nichts sagen und einen Tag später hält er sich auf einmal dran. Beispiel, ich erkläre das es mich stresst wenn ich für beide Kinder alles immer sofort und gleichzeitig machen muß, das könne ich nicht, ich kann nur eins nach dem anderen machen. Keine Reaktion. Gestern dann, ich wickel Lara und Yannick meint zu mir: "Mama, könntest Du bitte wenn Du mit der Lara fertig bist uns eine Möhre für die Hasen holen" Meine Freundin Anne (die war mit Ihrem Sohn da) war ganz baff erstaunt und fragte nach dem Mittel:hahaha: und ich war superstolz.

    ABER, dafür gibt es doch keine Lösung die man gemeinsam finden kann, wenn wir ehrlich sind:
    Er will mehr Zeit und noch spielen und Du mußt los. Da müsst Ihr einfach durch und antreiben, zumindest mache ich das so :umfall:

    Lg
    Su
     
  3. Florence

    Florence Hautärztin

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    AW: Ab wann kann man „drüber reden“?

    Hallo Katja,
    Saskia ist ja zwar noch um einiges jünger. Aber: Meiner Meinung und Erfahrung nach kann man Sachen, die nicht so wahnsinnig dringend und wichtig sind, gut gemeinsam entscheiden - Beispiele eben z.B. was zieht Kind morgen an, gehen wir am Wochenende dahin oder dorthin, mag Kind dies oder das aufs Brot. An solchen Beispielen können Kinder üben, sich zunächst zwischen zwei Sachen zu entscheiden, dann, auch eigene Ideen einzubringen. Ich denke aber, daß Kinder erst so nach und nach in der Lage sind, auch für schwierigere Situationen Lösungen zu entwerfen - sie müssen einfach erstmal Erfahrungen sammeln, wie man Probleme angeht, welche Möglichkeiten offen stehen könnten. Wenn man sie im gesamten Alltag in jede Entscheidung einbeziehen mag, sind sie überfordert. Sie brauchen einfach bestimmte klare Ansagen: Jetzt machst Du noch dies, und dann folgt das. Und wenn Du dies nicht tust, kann das nicht folgen, dann kommt jenes. (äh, ja, ziemlich abstrakt, so ganz ohne Beispiel, aber ich denke, Du verstehst)
    Nach meiner Erfahrung mit älteren Kindern kommen Gegenvorschläge dann von allein auf einmal. Beispiel: Magst Du diese Wurst oder jenen Käse aufs Brot? - Ich möchte lieber nur Butter. Dann kann man beim nächsten Mal mal eine offene Frage stellen - Was möchtest Du heute aufs Brot?
    Ich glaub, wie bei so vielen Sachen regelt sich das ganz von allein - und so lange bestimmen eben die Eltern und vielen Fragen, wo lang es geht.
    Diese Ablehnungen können durchaus auch Nachahmung sein...
    Liebe Grüße, Anke
     
  4. Sonja

    Sonja Integrationsbeauftragte

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    AW: Ab wann kann man „drüber reden“?

    MIT Fridolin nach einer Lösung zu suchen, finde ich zu kompliziert - ihn daran zu beteiligen, nicht.

    Also z. B.

    Können wir das so machen, dass du morgens um die und die Zeit (Wecker stellen oder Uhr erklären) fertig bist, weil ich um die und die Zeit in der Arbeit sein muss.

    Was möchtest du denn gerne als Belohnung haben, wenn es funktioniert? Einen Aufkleber oder dies oder das oder jenes ...

    So würde das bei uns ablaufen und erstaunlicherweise auch funktionieren :prima:

    Liebe Grüße
     

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