Ab wann gehorchen ?

Dieses Thema im Forum "Rund um die Erziehung" wurde erstellt von makay, 6. Mai 2004.

  1. Hallo Ihr Lieben,

    nun sitze ich hier mit meinen Zwei unter Zwei und es ist wie erwartet anstrengend !!!
    V.a. wenn Mathilda die Stillstunden ausnutzt um Unfug zu treiben oder draussen in jede Richtung rennt, nur nicht in die ich möchte...

    Meine Mutter gab mir dann den klugen Ratschlag, dass es an erster Stille wichtig wäre, das Mathilda nun gehorchen muss.

    ???? Ratschläge wie man das sofort in dem Alter schafft kamen leider nicht mitgeliefert....ich sehe das auch so, das sie mit 20 Monaten eher noch nicht gehorcht (rein altersmaessig), das die Trotzphasen eher mal durchschlagen, das sie ihre Grenzen austestet und die Situation mit Baby auch neu ist.

    Wie seht Ihr das ? Ab wann könnten Kinder gehorchen ?

    LG Makay
     

  2. Niemals! Und hoffentlich wirklich niemals. Gehorchen ist für mich ein schreckliches Wort. Ich würde eher um Kooperation bitten. Gerade wenn es darum geht, Mamas Aufmerksamkeit zu bekommen gegenüber dem Baby und das geht am besten, wenn man "Unfug treibt", denn dann wird man von Mama beachtet... Gehorsam fordern ist für mich etwas Negatives.

    Ich kenne diese Situation und sie ist schwierig. Die Kinder werden immer verständiger auch für die Bedürfnisse anderer. Und besonders schwierig ist es eben bei Kindern mit geringem Altersabstand, weil man nicht so sehr auf das Verständnis hoffen kann...

    Ich hab mich mit Elias immer ins Bett gekuschelt und Bücher angeschaut beim Stillen. Oder ihm auch etwas zu trinken oder zu essen gegeben. Außerdem habe ich ihm Zeit gewidmet, wenn Maria geschlafen hat - das war dann seine Zeit und wenn Maria Hunger hatte war es eher Marias Zeit.
    Hat Mathilda eine Puppe, mit der sie Dich nachahmen kann?
    Oder gib ihr etwas anderes Spannendes zu tun, was sie bei der Sache hält?

    Ich wünsch Euch alles Gute und dass sich alles gut einspielt!

    :winke:
     
  3. Hallo!

    Laut Bindungstheorie kommt so ca. mit 3 Jahren eine Phase in der Mutterkindbindung, die nennt sich "Zielkorrigierende Partnerschaft".

    So ab dem Alter sind die Kleinen schön langsam in der Lage, die Bedürfnisse von Mama zu erkennen und zu verstehen. Und eventuell auch eigene Bedürfnisse der Mama zuliebe aufzuschieben. Wie gesagt, diese Entwicklung beginnt mit 3 Jahren, wann sie abgeschlossen ist, ist wahrscheinlich von Kind zu Kind unterschiedlich.

    In diesem Fall kommt wahrscheinlich bei Mathilda die Eifersucht durch, da sie merkt, dass du dem Baby beim Stillen besonders viel Aufmerksamkeit schenkst. Das ist für die Kleine bestimmt schwer. Sie will nur deine Aufmerksamkeit auf sich lenken, das ist ganz natürlich.

    Vielleicht kümmerst du dich vor oder nach dem Stillen dann besonders um Mathilda, kuschelst mit ihr oder so.

    Alles Liebe, ist bestimmt nicht leicht, zwei so kleinen Kindern immer gerecht zu werden. Wünsche dir ganz gute Nerven,

    Johanna
     
  4. @marilü:
    Ich mag das Wort Gehorsam auch nicht, habe hier aber den Wortgebrauch meiner Mutter übernommen.
    Für antiautoritäre Erziehung bin ich aber auch nicht. Aber wie gesagt, ich erwarte keineswegs, das das jetzt schon irgendwie bei Mathilda zieht. Wollte eher absichern und Argumente für meine Mutter sammeln :-D

    Wenn ich stille, dann lese ich auch Bücher mit Mathilda oder singe die ganze Zeit etwas vor, weil sie das mag. Spielzeug, das sie länger fesselt haben wir nicht...nur die Rutsche draussen, aber draussen stille ich nicht. Und ich stille meist noch eine Stunde lang insgesamt, da wird es früher oder später langweilig.

    Aber es ist auch so eine Zeit, in der ich so verdammt häufig Nein sagen muss, das ist echt nicht einfach
    :(

    Gruss Makay
     
  5. Makay, es ist wirklich nicht einfach mit Zweien! :tröst: Die Stillzeitw wird sich ja auch reduzieren und dann wird es bestimmt leichter!

    :bussi:
     
  6. Hallo Makay!

    Ich hatte auch mal zwei unter zwei :jaja: und möchte dir erstmal Mut machen: es wird jeden Tag ein bißchen besser! Also mal ein kleiner Erfahrungsbericht:

    Sebastian war knapp 17 Monate alt als meine Tochter geboren wurde. Wir hatten ihn gut darauf vorbereitet und er freute sich riesig als wir nach Hause kamen. Von Anfang an half er wo es nur ging, fütterte auch mal, half beim Waschen, durfte Jana ihr Kuscheltier geben und und und. Dieses direkte Einbeziehen hat die Sache wesentlich leichter gemacht, wobei ich dazusagen muß, dass ich meine Tochter nicht gestillt habe.

    Dennoch: die Zeit in der ich sie fütterte- irgendwann war da auch für Sebastian kein Reiz mehr da- beschäftigte er sich eigentlich immer friedlich alleine. Zu diesem Zweck habe ich dann vorher oft besonders interessantes und ungewöhnliches Spielmaterial bereitgelegt um ihn bei Laune zu halten, die meiste Zeit aber wartete er geduldig.

    Die ersten 8 Wochen war das aber anders. Warum? Weil meine Kinder immer so schliefen, dass ich maximal 3 Stunden Schlaf bekam, ich körperlich nicht wieder völlig auf dem Damm war und die Situation für uns alle einfach völlig neu war. Sebastian trug keine Schuld daran-ich hatte aufgrund des Schlafentzuges und der plötzlich doppelten Arbeit (vor allem *g* Wäsche! :heul: ) einfach ein ziemlich dünnes Nervenkostüm und war einfach nicht mehr so belastbar wie vorher. Aber das gibt sich irgendwann :-D

    Das Wort gehorsam an sich finde ich ziemlich grauselig :o . Okay, es gibt gewisse Regeln und daran mußte sich Sebastian auch immer halten. Draußen einfach wegrennen, war irgendwie nie ein Thema. War einfach unwichtig, denn er durfte ja mithelfen den Kinderwagen zu schieben. Ich habe aber auch sonst eigentlich immer versucht jegliche Möglichkeiten zu unterbinden, dass er z.B. wegrennen kann. Draußen hatten wir längere Zeit einen Geschwisterwagen (als Sebastian auch Baby sein wollte :-D und Schieben doof war ), zum Einkaufen hatte ich die Kleine immer im Tragesack und den Großen im Einkaufswagen. Das klappte eigentlich immer super.

    Das Einzige was mir echt zu schaffen machte, ich erinnere mich da gerade an eine spezielle Situation :-D

    Mein Sohn war hingefallen und blutete an der Lippe und meine Tochter schrie wie am Spieß weil sie sich etwas gegen den Kopf geschlagen hatte und eine riesige Beule bekam-und ich mußte auch noch dringend aufs Klo :-D Das Ganze hört sich unheimlich ulkig an, aber damals war ich total am Verzweifeln *g* Es waren also Kleinigkeiten im Alltag, die ich einfach nicht gewohnt war, die mich total fertig machten.

    Ich habe gesehen, dass deine Kleine ja noch sehr klein ist. Die Situation ist für euch alle noch neu, die Große muß ihre Mama plötzlich teilen und obgleich man den Großen ja jede freie Minute widmet empfinden sie erstmal das Gefühl des Verlustes. Da wird natürlich mal provoziert um die Aufmerksamkeit der Mutter auf sich zu ziehen. Dieses Provozieren gibt sich aber bereits nach wenigen Wochen wenn man einfach für jedes Kind eine eigene Zeit einplant. Gib euch also einfach ein wenig Zeit.

    Und gegen deine Mutter würde ich erst gar nicht argumentieren :) sondern bei einem erneuten Einwurf eines solchen Argumentes einfach sagen "Nein, dass wichtigste ist, dass wir unseren Alltag nun so organisieren, dass wir Jedem gerecht werden können." Genau das ist nämlich der Knackpunkt. Organisation ist bei so zwei Kleinen einfach alles. Umso älter deine Tochter wird desto mehr Regelmäßigkeit wird in euren Alltag kommen, denn das wird deine große Tochter einfach derzeit vermissen. Der Alltag wird bei der Geburt eines Kindes schließlich immer durcheinander gewirbelt.

    Und deine Mutter vergißt das ganze aus der anderen Perspektive zu sehen. Deine Tochter wollte doch bestimmt auch früher schon mal in die entgegengesetzte Richtung, oder? Ich könnte mir vorstellen, dass man dem ziehenden Kind mit bettelndem Blick auch durchaus mal nachgegeben hat, verstanden hat- sie will ja nur was entdecken. Nun ist man in der Situation-gestreßt- weil noch alles neu, vielleicht die Kleine auch quengelt oder man sich einfach nur mal eine ruhige Minute wünscht. Da vergißt man auch mal, dass die Große ja, nur weil nun noch ein Baby da ist, deswegen nicht weniger Bedürfnisse hat.

    Oweia bin ich abgeschweift- zum Thema "Gehorchen" :o
    Ich denke es kommt einfach auf das Kind an ab wann es Grenzen akzeptieren kann. Mein Sohn hielt sich mit anderthalb an jede Regel, meine Tochter hingegen heute steckt mitten in der Trotzphase und begreift schlichtweg dieses Regeln noch nicht. Sie versteht nicht, warum sie dies oder jenes nicht darf und dass ich ihr nichts Böses will.

    Fakt ist: "Nur" weil noch ein Baby da ist, kann ein Kind nicht plötzlich auf alles hören was man ihm sagt. Deine große Tochter testet nun einfach ihre Stellung innerhalb der Familie aus-und das ist auch gut so. Also- laß euch Zeit und laß die andern Reden :jaja:

    Sorry, dass es so lang geworden ist
    LG Arinicia
     
  7. @Arinicia: Schöner Beitrag.
    Gruss
    Petra
     

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