4,5 jährige zum Essen probieren zwingen?

Dieses Thema im Forum "Ernährung ab dem 1. Geburtstag ins Kleinkindalter" wurde erstellt von Bianca, 1. Februar 2012.

  1. Bianca

    Bianca Gehört zum Inventar

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    :winke:

    Ich brauch mal eure Hilfe. :bitte:

    Die Kleine ist eine schwierige Esserin, war sie schon immer.

    Sie probiert kaum neues, isst am liebsten süß. Obst eigentlich nur Banane und Apfel, manchmal kernlose Weintrauben. An Gemüse oder Salat isst sie eigentlich nichts :umfall:, an Rohkost nur Salatgurke (mit viiiiel Sylter Salatdressing :rolleyes:).

    Ich zähl mal auf was sie gerne isst:
    Kartoffeln mit Butter und Salz, Nudeln ohne alles oder höchstens mit etwas Ketchup, Brot (helles Toast - ja ich weiss :oops:) mit etwas Käse oder Wurst (nur eine bestimmte Sorte), Semmelknödel ohne alles oder höchstens mit einem Minikleks Soße, Nudelsuppe, Haferflocken mit Milch und Kabapulver, Brötchen mit Nutella, Laugenstange mit Butter. Soßen isst sie nicht, also kann ich hier schon mal kein Gemüse unterschmuggeln. Die Gemüsewaffeln letzte Woche hat sie verweigert.

    Ansonsten mag sie alles was süß ist. :rolleyes: Süßspeisen wie Griesbrei mit Zimt/Zucker und Eierkuchen würd sie täglich essen wenn ich sie ließe.

    Vom Gewicht her liegt sie im Normalbereich, ist eher etwas zu leicht, war sie schon immer. Deswegen haben wir wohl auch immer ein Auge zugedrückt was Essen anbelangt, Hauptsache das Kind isst überhaupt was. :rolleyes:


    Neue Sachen probiert sie aber halt überhaupt nicht, einmal hat sie so würgen müssen nach einem Stück Roggenmischbrot (ich hab gesagt sie muss probieren :roll:) dass sie erbrochen hat - ich hab sie seitdem nicht wieder dazu gedrängt es zu probieren.

    Sie ist sowieso empfindlich am Hals und würgt schnell, z.B. wenn ein Schal am Hals zu eng ist oder die Jacke oder der Pulli zu eng am Hals anliegt oder wenn es irgendwo stinkt (öffentliche Toiletten o.ä.).

    Ich muss dazu sagen dass der Große auch so ein schlechter Esser war, nach und nach aber immer mehr neue Dinge von sich aus (!) probiert hat. Er isst jetzt ziemlich ausgewogen, auch viel Gemüse oder Obst. Es hat sich also von alleine geregelt, ohne unser großes Zutun, wir waren da immer sehr locker und dachten "irgendwann probiert er schon mal neue Dinge."

    Heute hatte ich aber ein Entwicklungsgespräch im Kindergarten und da sprach die Erzieherin die Essgewohnheiten der Kleinen an, ebenso wie ihre strikte Weigerung neue, unbekannte Dinge (essensmäßig) zu probieren.

    Sie riet mir darauf auf jeden Fall darauf zu bestehen dass sie von neuen Dingen ein bisschen probiert, auch wenn es Theater und Geschrei am Esstisch gibt und sie evtl. dann auch mal ne Mahlzeit ausfallen lässt. Sonst würde sich dieses schlechte Essverhalten verfestigen.

    Es klang heut früh eigentlich ganz schlüssig (ich möcht ja auch eigentlich dass sie etwas vielfältiger und gesünder isst) - aber je mehr ich drüber nachdenke desto mehr widerstrebt es mir am Esstisch Machtkämpfe auszufechten, Druck auszuüben o.ä.. :ochne:
    Essen soll Spaß machen mMn. Ich sehe bei meiner Nichte und meinem Neffen dass die durch Zwang und Druck am Esstisch nicht zu besseren Essern geworden sind, eher im Gegenteil.

    Soll ich das Thema bewusster und konsequenter angehen? Aufs Probieren bestehen?

    Wenn sie nicht probiert merkt sie ja nicht ob ihr was schmeckt oder nicht, das ist mir auch klar. Aber irgendwie ist mir dabei nicht wohl.

    Auch wenn sie beim Kochen und Schnibbeln helfen darf probiert sie neue Sachen nicht.

    Beim Großen hat sich das automatisch normalisiert, wir haben nicht viel Gewese drum gemacht und jetzt isst er alles mögliche. Aber nun bin ich total verunsichert. :(

    Vorbildfunktion und gemeinsame Mahlzeiten haben bisher nix gebracht. Ich koche sehr viel mit frischen Sachen, ich esse Vollkornbrot, mein Mann und der Sohnemann Roggenmischbrot. Aber eben auch gern mal ein knuspriges Weißmehlbrötchen. :rolleyes:

    Ansonsten wächst sie gut und ist auch ansonsten sehr fit, also keine körperlichen oder geistigen Mängel. Die Erzieherin meinte sie wäre wohl auch so blass weil sie sich so einseitig ernährt. Aber meine Kinder haben beide helle Haut, man könnte es auch als blass bezeichnen.

    Jemand einen Tipp oder wie ist eure Meinung dazu? :help:
     
    #1 Bianca, 1. Februar 2012
    Zuletzt bearbeitet: 6. Februar 2012
  2. AW: 4,5 jährige zum Essen probieren zwingen?

    Genau DAS hat der Kindergarten mit meiner Tochter gemacht. Das Ende vom Lied ist, dass meine Tochter heute 14 Jahre alt ist und noch immer kein Stück Gemüse oder Obst isst. Sie würgt dermaßen, es ist gotterbärmlich.

    Wie man das wieder hinbringt, weiß ich nicht, du siehst ja, bei uns ist es nach Jahren noch immer so.
     
  3. Bianca

    Bianca Gehört zum Inventar

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    AW: 4,5 jährige zum Essen probieren zwingen?

    :umfall: Doris, das bestärkt mich nur noch in meinem Gefühl dass so ein "Drängen" am Esstisch eher nach hinten los geht. :(
     
  4. Bianca

    Bianca Gehört zum Inventar

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    AW: 4,5 jährige zum Essen probieren zwingen?

    Ich mein, ich kenn das von mir. Als Kind fand ich viele Sachen eklig oder hab sie einfach nicht probieren wollen. Ich wurde zu nichts gezwungen (auch nicht zum probieren), heute ess ich fast alles. Kinder mögen nunmal nicht alles.

    Ich hab halt Angst dass da ne Essstörung draus wird und wir uns und dem Kind mehr Streß machen als dass es was bringt. :ochne:

    Edit: Der KiA weiss übrigens von der Essproblematik, sah aber bisher keinen Handlungsbedarf.
     
  5. Onna

    Onna süße Chilischote

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    AW: 4,5 jährige zum Essen probieren zwingen?

    Bianca... Joona isst ziemlich ähnlich, wie deine Tochter. :jaja: Sie verweigert vieles, was neu ist. Probiert sehr selten etwas. Ich zwinge sie nicht, Dinge zu probieren, die ihr total widerstreben.
    Sie hat zusätzlich ein Problem mit Fleisch. Gewisse Sachen isst sie, aber nur Hackfleisch, Würstchen, Fleischwurst...
    Ich versuch allerdings schon, ihr Lebensmittel schmackhaft zu machen. Und manchmal "schummel" ich ihr auch was unter. Wenn es ihr dann geschmeckt hat, sag ich aber, was sie gegessen hat und so bekomm ich sie immer mal wieder dazu, neue Sachen zu essen, die sie anschließend auch gerne mag. :oops:

    Ich hab vor ca. 2 Jahren mal mit Jooke stationär eine Verhaltenstherapie gemacht, bei der Joona aber als Begleitkind die gesamten 8 Wochen mit dabei war. Das Thema Essen wurde dort auch behandelt und man hat mir dringend abgeraten, Kinder zum Essen zu zwingen. Diese Machtkämpfe am Esstisch sollte man möglichst vermeiden. So lange dein Kind gesund ist, ist alles ok. :)
     
  6. Blümchen

    Blümchen Mama Biber

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    AW: 4,5 jährige zum Essen probieren zwingen?

    Ich erzähl dir mal eine Geschichte:
    Ich habe mal in einer Einrichtung ein Kind betreut, in der es einmal in der Woche 'gesundes Frühstück' gab. An einem Tag gab es Gemüseauflauf.
    Die Kinder schnitten Gemüse klein und es machte ihnen auch Spass, mit dem Messer zu hantieren und das ein oder andere Stück zu probieren.
    Dann kam alles in die Auflaufform und wurde überbacken, jeder bekam etwas auf den Teller.
    Ein Junge sagte: 'Das mag ich nicht essen!'
    'Du probierst!'
    'Ich mag nicht.'
    'Alle probieren, du auch.'
    (Tränen) 'Aber...'
    'Du kannst ja gar nicht sagen, ob du magst, du hast ja nicht probiert, probiere!'

    Alle wurden fertig, das Kind saß immer noch vor seinem Teller, Trännen tropften hinein.

    'Probier jetzt, iss, mach, du darfst sonst nicht raus!'
    Kind weint schweigend
    'Deine Mama darf dich erst mitnehmen, wenn du probiert hast, du bleibst da sitzen!'
    Kind schiebt eine Gabel in den Mund, schluckt- und erbricht. Alles, was es im Bauch hat. Unter Tränen. 'Darf ich jetzt aufstehen?'

    Alles, was zum Machtkampf wird, ist schlimm. Hier wollten ja dann die Erzieherinnen nicht mehr klein beigeben, wo sie einmal so einen Druck aufgebaut hatten. Das Kind musste zum Verlierer werden, weil sie nicht die Größe hatten, das ganze abzubrechen.

    Zu mir meinte die Gruppenleitung (weil ich meinen Mund dazu ja nicht halten konnte), dass er sonst ja nie lernen würde, wie lecker das schmeckt. Aber das Einzige, was das Kind nachher doch hatte, war eine Gemüseauflaufphobie.

    In Bezug auf Amelie: Ich würde alles immer anbieten, selber auch davon essen, also immer wieder vorleben. Und Geduld haben und abwarten. Macht ihr ja eh schon :bussi:.
    Und nicht thematisieren, es annehmen, dass es gerade so ist.
    Das ist schwer. Gleichzeitig ist es aber so, je mehr Aufmerksamkeit eine Sache hat, desto mehr Stellenwert nimmt sie ein und Essen ist etwas normales. Nichts besonderes, zum Glück.

    Ich sehe das genau wie du- keine Machtkämpfe ums Essen.
    Es gibt andere Meinungen dazu, die das 'einmal probieren' für zwingend notwendig erachten, aber unser Weg war das nicht.

    Es liest sich auch so, als habe sie eine sehr empfindliche Mundregion, dass sie so leicht würgen muss.
    Der Biber ernährte sich anfangs von 2 Lebensmitteln und er hat das ganz toll gesteigert. Natürlich ist es immer noch viel weniger als andere Kinder, aber es ist okay. Warten wir eben noch auf Paprika, Brokkoli und Mandarinchen.


    Ich finde, ihr habt das ganz gut gemacht bisher und würde so weitermachen.
    Egal, was der KiGa sagt.

    Es ist nämlich immer leicht, 'gute' Tipps zu geben, die man dann selber nicht umsetzen muss. Oder die zwar, wie in meinem Beispiel, umgesetzt werden, wo die Mutter dann aber ein in Tränen aufgelöstes, verschwitztes, mit Erbrochenem beschmiertes und tieftrauriges Kind abholen und beruhigen musste. Das Vertrauen in den Kindergarten war dahin.

    Aber immerhin wusste er jetzt, wie gut Gemüse schmeckt. *ironieoff*
     
  7. Elchen

    Elchen Aufraffbremse

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    AW: 4,5 jährige zum Essen probieren zwingen?

    Bianca, genauso ist es bei Yannick auch und der ist 9 Jahre alt.
    Er ißt auch am liebsten Süßes. Zudem noch Nudeln mit Ketchup oder Bolognese, Reis, wenig Kartoffeln, Würsten, Hamburger ohne alles, Schnitzel, Paprikagemüse ohne Paprika, Apfel, Birne,Banane, mal ein paar Erdbeeren.
    Probieren geht gar nicht bei ihm, halt auch der Würgereflex. Brot bisher nur Brötchen oder Weißbrot mit Nutella.
    Keine Wurst, kein Käse!
    ich habe alles versucht: im Guten, schimpfen, egal, nix funktioniert!

    Dann kommen noch die Sprüche: Dann kauf halt kein Nutella mehr! Wenn er Hunger hat, isst er schon was auf dem Tisch steht. Aber will ich das? Ihn zum essen zwingen? Unser KIA hat mal gesagt dass am gedeckten Tisch kein Kind verhungert.
    Yannick war auch immer eher zu dünn. Leider hat sich das geändert. Er ist inzwischen 1,50m groß und wiegt 43 Kilo. Er ist nicht dick, aber auf dem besten Weg dahin!
    Seit dieser Woche kauf ich nur noch Vollkorntoast und habe mit ihm nen Wochenessensplan erstellt. Heute ist der 3. Tag und es gab Schnitzel mit kartoffeln, Spiegelei auf Toast und heute Obstsalat mit Apfel, Banane und 6 Weintrauben.
    Morgen dann Rindfleischsuppe mit Sternchennudeln, Freitag Pfannkuchen mit Honig und Samstag Tomatensuppe.
    Das waren ALLES seine Wünsche, mal sehen was er davon so ißt. Bis heute ging es ganz gut.

    Ich drück dir die Daumen für starke Nerven und ich würde sie auch nicht zwingen!
    Dann bedeutet es: Essen = Streß! Und das ist es ja weiss Gott nun wirklich nciht!
     
  8. Eos

    Eos Gehört zum Inventar

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    AW: 4,5 jährige zum Essen probieren zwingen?

    Frage 1: Ja.

    Frage 2: Nein.

    So würde ich es zumindest handhaben. ;-) Ich würde an deiner Stelle den Druck rauslassen und auch nicht von anderen, wie den Erzieherinnen an dich rantragen lassen.

    Das Thema "bewusst und konsequent" angehen bedeutet für mich: Du siehst Probleme und eine Fehlentwicklung, nämlich dass das Kind sich am liebsten von - weil süßer - ungesunden Lebensmitteln ernähren will. Du weißt, was gesunde Ernährung heißt udn wie wichtig sie ist. Ergo machst du ein ausgewogenes und gesundes Angebot, dass natürlich acuh die Vorlieben deiner Tochter einschließt. Also: jetzt nicht alles Süße verbannen, nie wieder Toastbrot etc.

    Aber klare Regeln à la:

    - nur noch zum Frühstück Toastbrot, ansonsten gibt es fein vermahlenes Mischbrot (da ist der Unterschied in der Textur nicht so groß wie bei Vollkornbrot mit Körnern z.B.).

    - Du machst zu den Mahlzeiten leckeres, ausgewogenes Essen und dein Kind kann in diesem Rahmen entscheiden, was es davon essen mag und was nicht. Wenn es außer den nackten Nudeln/Kartoffeln etc. nichts mag, dann eben nicht. Über Apfel, Säfte etc. decken die Kinder ja doch die meisten Vitamine etc. ab.

    - Es gibt z.B. eine süße Hauptmahlzeit in der Woche und eine Portion Süßes am Tag. Sonst nix. :zahn: Wenn meine Kinder dann manchmal lange Gesichter machen, lass ich mich auch mal zu zuckerfreien Kaugummis breitschlagen

    - Ich zwinge meine Kinder nicht zum Probieren. Nie. Ich mache höchstens Werbung, wie leckerschmackofatz irgendetwas ist, dass es vielleicht ähnlich schmeckt wie diesunddas, was die Kinder gern mögen (wenn es denn stimmt). Und wenn sie es trotzdem nicht wollen dann müssen sie nicht. Sie dürfen auch ungeliebte Komponenten aus Pfannen, Eintöpfen etc. manierlich rauspulen und an die Seite legen. :jaja: Ich war als Kind sehr dünn, ein ganz mäkeliger Esser und ich bin sehr sehr froh und heute noch danknbar, dass meine Eltern mich NIE zum Essen gezwungen haben. Obwohl sie meine Mäkelei auch furchtbar fanden. Aber die paar Mal wo ich in Kita oder sonstwo etwas essen MUSSTE, was ich gar nicht mochte, sind mir nachhaltig negativ in Erinnerung. Daher kommt das für mich nicht in Frage. Und es ist ja auch das Gegenteil von genussvollem Essen.

    Ich würde mich entspannen, weiter mit Mann und Sohn genussvoll gesund essen und darauf vertrauen, dass auch euer Mädel die Kurve noch kriegt und neugieriger wird. :jaja:

    Alles Liebe
    Eos
     

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